Aus dem Slowcooker: Rotes Zwiebelchutney

Rotes Zwiebelchutney aus dem Slowcooker

Karamelisierte Zwiebeln sind etwas Göttliches. Wenn man sie im Slowcooker zubereitet, dauert das viele Stunden, aber man spart sich ständiges Rühren und angestrengtes Schielen, wann denn genau der Zustand zwischen „noch hart“ und „zu braun“ erreicht ist. Was mit „normalen“ Zwiebeln funktioniert, müsste doch auch mit dem roten Zwiebelchutney funktionieren, das Uwe Spitzmüller in der lecker-Showküche Hamburg über einem Gourmet-Burger servierte. Ich habe es also ausprobiert – und es hat funktioniert, bestens sogar! Wer süß-salzig-würzige Noten mag, wird diese Beilage lieben – ob nun über besagtem Burger oder zu Weichkäse, Gegrilltem, und, und, und… Kleine Warnung: Stellt den Topf in die Garage/auf die Terasse, denn der Duft der Zwiebeln ist schon recht durchdringend! Weiter lesen

Männeressen aus dem Slowcooker: Bacon Bombs

Bacon Bombs aus dem Slowcooker

Ich habe hier ja öfter schon mal über die mäkligen Esser meiner Familie geklagt (hier, hier und hier). Nun ist es an der Zeit, auch mal Verständnis zu zeigen. Sie haben es wirklich nicht leicht mit mir. Ständig müssen sie irgendwelchen neuen Gerichte probieren, weil der Speiseplan wenig Lücken lässt für bewährte Familienfavoriten. Jahreszeitlich werden sie zugeschmissen mit Saisonprodukten – derzeit mit Aprikosenkuchen, Marillenknödeln, Aprikosenkonfitüre, Aprikosensauce für Eis. Hausmannskost für den Slowcooker habe ich schon vor Jahren fast komplett durchgekocht, also flüchtet sich mein Mann gelegentlich zum Mittagstisch einer Imbissbude. „Da arbeitet so eine ältere Frau – DIE kann kochen!“ Damit will er natürlich NICHT sagen, dass ich das nicht kann – vielmehr geht es darum, dass dort immer reichlich Fleisch auf dem Teller ist und dass ihm niemand Quinoa, Auberginen oder Jakobsmuscheln vorsetzt. Die Kinder schlagen in dieselbe Kerbe: „Nee, nix besonderes, der Cheesecake mit Blaubeeren. Der letztens mit gesalzener Karamellsauce, dunklem Schokospiegel und weißen Schokoornamenten war ganz gut. Den hier brauchste nicht wieder zu machen…“ Jammern auf höchstem Niveau – woanders freuen sich Kinder über Muffins aus Backmischung, bei uns ist die Ratio Löffelbisquits zu Creme im Tiramisu ein steter Kritikpunkt. Weiter lesen

Essen in Gläschen für Evas „Flying Buffet“

Glasschrank

Nette Häppchen auf schönen Tellern oder Essen in Gläschen möchte Doc Eva zur Hochzeit ihrer Tochter servieren. Hat sie ESSEN IN GLÄSCHEN gesagt? Hat sie? Sowas habe ich! Ich bezeichne mich jetzt mal unbescheiden als ungekrönte Königin der Desserts im Glas (und des gelegentlichen Salates, siehe hier) und nenne inzwischen vermutlich 250 Stück diverser Größen und Formen mein Eigen. Aufopferungsvoll esse ich seit Jahren GÜ Cheesecakes im Glas (und baue sie anschließend nach), kaufe zentnerweise Emmi-Joghurts (wenn es sie denn mal gibt) und fahre nur deswegen nach Frankreich, weil die Supermärkte dort göttlichen Vanillejoghurt im Glas führen. Meine Dessertgläschen-Bestände (das Foto zeigt nur einen Bruchteil, der Rest lagert in Plastikstiegen im Keller) sind im Familien- und Freundeskreis quasi legendär und werden zu Kommunionen, Konfirmationen, Hochzeiten, runden Geburtstagen gerne ausgeborgt. Überbackener türkischer Milchreis für 60 Personen, Trifle für 80? Kein Problem! Weiter lesen

Blick hinter die Kulissen eines 1-bis-2-Frau-Verlages

Bettbüro  Gabi Bettbüro Ulrike

Falls Ihr immer schon mal wissen wolltet, wie Kochbücher entstehen: Im Bett :-) Nein, um es aufzuklären: Meine Mitautorin Ulrike Küchenlatein und ich leben gut 400 km voneinander entfernt. Das ist überhaupt kein Hindernis, um Rezeptlisten aufzustellen, Gerichte mehrfach zu kochen, sich über die Ergebnisse auszutauschen, die Infoartikel ausfzuteilen und, und, und… Aber per Telefon und/oder Mail die verschiedenen Fotos beurteilen, eine exakte Rezeptliste und Abfolge festlegen? Nein, Online-Diskussionen funktionieren nicht wirklich. Also haben wir ein Foodbloggertreffen in Hamburg zum Anlass genommen, erst mit netten KollegInnen zu plaudern und zu essen, um anschließend – mangels Schreibtisch – im „Bettbüro“ im Hotel an „Slowcooker für zwei“ zu arbeiten.

Nach vier Stunden stand sie dann – die Aufteilung und Reihenfolge von 80 ganz neuen Rezepten für den Mini-Slowcooker. Nun geht unsere Grafikerin daran, die Texte zu setzen und eine hübsche Optik für die Rezepte zu bauen. Dann folgt das Lektorat (man kann NIE genug Korrektur lesen!) und der Druck. Wir hoffen, dass wir in drei Monaten die ersten Exemplare in den Händen halten!

Einmachzeit: Aprikosen-Pfirsich-Aufstrich mit Holunder

Aprikosenmarmelade

Vor zwei Jahren ist das Bauernsträßlein vor unserem Haus Sackgasse geworden. Das hat Nachteile (die Schnellstraße in 100 Metern Entfernung mit entsprechender Geräuschkulisse wurde eröffnet), aber auch Vorteile. So gehören seitdem Hecken/Bäume/Büsche ganz allein uns. Zuvor wurden Blüten/Früchte/Beeren üblicherweise von Horden durchradelnder, gieriger Pensionäre geplündert – meist exakt einen Tag vor meinem ins Auge gefassten Erntedatum. Jetzt habe ich alle Holunderblüten für mich allein – und in meiner Gier (ich bin auch nicht besser als diese Pensionäre :-) ) so viel Holunderblütensirup angesetzt, dass ich jahrelang Hugo-Orgien feiern könnte. Also musste ich nach Zweit– und Drittverwertungsmöglichkeiten suchen – und diese köstliche Konfitüre ist eine davon. Schmeckt wirklich wunderbar und irgendwie „vielschichtiger“ als Aprikose pur. Weiter lesen

Neu: Slowcooker-Basics jetzt auch als Video bei YouTube

Was ist so ein Slowcooker eigentlich und wie funktioniert er? Klar, das habe ich hier auch alles schon in Textform – aber nicht jeder liest gerne so viel! Daher gibt’s die Slowcooker-Basics jetzt auch als Video bei YouTube – Folge 2 (Welcher Topf ist der richtige für mich), Folge 3 (Was ist beim Langsamkochen anders?) und diverse Rezeptvideos sind bereits in Arbeit.

Wie gefällt Euch das Video? Hinterlasst gerne einen Kommentar (bitte nicht dazu, wie nervös ich war 😉 ) oder teilt es bei Facebook, Twitter, Google+, auf Euren Webseiten etc.

In eigener Sache: Doppelte Rezepte & hässliche Fotos?

Entwurf Slowcooker für 2-Kochbuch

„Da sind ja zum Teil dieselben Rezepte in beiden Büchern, ärgerlich!“ „Selten so hässliche Food-Fotos gesehen, grauer Glibber mit blauer Papierserviette!“ Ich glaube, so eine dicke Haut hat niemand, dass ihn solche Bemerkungen zur Qualität der eigenen Arbeit nicht treffen. Mich haben sie sehr getroffen, als ich das jüngst bei den Amazon-Rezensionen zu meinen – inzwischen vier – Slowcooker-Büchern gelesen habe. Ja, natürlich darf man meine Bücher auch blöd finden und in Teilen kann ich die Kritik auch verstehen :-) Andererseits würde ich gerne einmal darlegen, wie diese Bücher überhaupt entstanden sind und dass ich nie damit gerechnet habe, dass jemand nicht nur ein, sondern alle Bände kauft…

2006 – 2008

… bin ich mit dem Konzept eines deutschsprachigen Slowcooker-Kochbuches bei -zig Verlagen hausieren gegangen. Erfolglos.

2009 – 2011

makethumb_cal.phpEin österreichischer Verlag wird auf den Crockyblog aufmerksam und bietet mir an, das Kochbuch „Die neue Art zu kochen“ zu verlegen. Yeah! Ich komplettiere Schreib- und Kocharbeit, das Buch erscheint und verkauft sich prima. Unglücklicherweise erweist sich jedoch mein Geschäftspartner als Fehlgriff. Er liefert miese Qualität unzuverlässig aus und bleibt mir Honorar schuldig. Schließlich untersage ich ihm, mein Material weiter zu nutzen. Damit gibt es das Buch – bis dato das einzige deutsche Slowcooker-Buch – nicht mehr.

2011

Ich habe in der Zwischenzeit genügend weitere Rezepte für insgesamt „52 Wochen – 52 Suppen“ beisammen. Foodfotografie bringe ich mir in dem Zusammenhang – naja, anfangs mehr schlecht als Recht – selbst bei. Ich layoute das Material in Word, besorge mir eine ISBN und lasse das Suppenbuch zum Jahresende auf eigenes finanzielles Risiko selbst drucken. Damit es überhaupt wieder ein Buch zu dem Thema gibt.

2012

9783000372315_coverklein.. gehe ich erneut mit dem ungenutzten Grundkochbuch-Thema bei Verlagen hausieren. Erfolglos. Keiner möchte das „Minderheitenthema“. Also überarbeite ich die Texte, lasse layouten, kaufe die nächste ISBN und drucke eine Kleinstauflage „Langsam kocht besser“ auf eigenes finanzielles Risiko. Das ist diesmal erheblich höher, denn das Buch hat nicht nur 98, sondern 220 Seiten.

2013

Inzwischen weiß ich, wie’s geht. Ich sammele spezielle, einfache Rezepte in „Slowcooker@work“ und drucke die nächste Kleinauflage. Die Garage wird zum Lagerrraum.

2014

Cover Slowcooker vegetarisch… wird der Ruf nach fleischlosen Rezepten für den Slowcooker immer lauter. Ulrike (meine Lektorin und Foodblogger-Freundin) und ich tun uns zusammen und schreiben „Slowcooker vegetarisch„. Das ist das Grundkochbuch ohne Fleisch und somit Kleinstauflage Nummer vier.

Herbst 2014, tusch & tärää…

Auf einmal wird das Thema Slowcooker um vieles beliebter als zuvor. Wieso? Gute Frage, ich weiß es nicht. Wo ich vorher zweimal wöchentlich den Briefkasten anfuhr, bringe ich jetzt jeden Tag (manchmal viele) Umschläge zur Post. Und Leute kaufen plötzlich nicht mehr nur ein Buch, sondern ALLE!  Bislang bestellten die Wissbegierigen Grundkochbücher, die Suppenfans das Suppenbuch und Büroarbeiter das @work – nein, der Bedarf an Rezepten ist offenbar viel größer als von mir eingeschätzt. Und damit sind Rezeptdopplungen (hier genau beschrieben) echt ärgerlich. Ja, ich verstehe das!

Herbst 2015

… wird „Slowcooker für 2″ (wieder in Eigenregie) erscheinen, Dafür haben Ulrike und ich etwa 80 Single-Rezepte für den neuen 1,5-l-Kocher entwickelt. Die stehen übrigens in keinem der anderen Bücher, sondern sind ganz neu. Zudem werde ich „Slowcooker@work“ einstellen und dessen Rezepte auf das Grundkochbuch und das Suppenbuch verteilen. Dafür werden die „Doppelgänger“ eliminiert.

Und die hässlichen Fotos? 

Werde ich nach und nach durch neue ersetzen. ABER: Ulrike und ich legen Wert darauf, dass unser Essen – bis auf das Kräutersträußchen obenauf – nicht geschönt wird. Wir kochen, richten an und essen den Teller anschließend leer – also hebt kein Sand in der Suppentasse die festen Inhaltsstoffe nach oben oder sorgt Haarspray für Glanz auf dem Fleisch. Das als kleiner Fingerzeig an all diejenigen, die bei Amazon Minuspunkte wegen fehlender Hochglanzoptik verteilen :-)