Der Slowcooker – was er kann und was nicht

Es wird wohl doch langsam Zeit für den Slowcooker-Grundsatzartikel, den ich zwar schon ewig auf meiner To-Do-Liste stehen, aber eben noch nicht geschrieben habe. Anlass waren zwei Mails, die mich diese Woche erreichten.
Mail A: „Hallo, ich bin neue stolze Besitzerin eines Slowcookers. Ich suche Rezepte, die komplette Menüs sind. Das heisst: Fleisch mit Gemüse und Beilagen. Die Rezepte, die ich bis jetzt gefunden habe, müssen in der Pfanne vorgebräunt werden und die Beilagen kochen im Slowcooker nicht mit.“
Mail B: „Ich habe mir jetzt auch einen Slowcooker zugelegt. Frage: Hast du schon mal Roastbeef darin gemacht, im Kern rosa und nicht durch?? Falls ja, welches Gewicht hatte dein Fleisch und welche Zeiten hast du gebraucht?“
Rosa Roastbeef oder ganze Menüs im Slowcooker? Tut mir sehr leid, aber das geht nicht – dafür aber vieles andere!

Und nun zu besagten Grundlagen:

Der Slowcooker ist ein schwerer, glatter Keramikeinsatz, der in eine Art beheizbare Hülle gestellt wird. Der Metallbehälter wird heiß, der Topf darin auch und zwar sehr langsam. Slowcooker gibt es in rund oder oval, typischerweise fassen sie 3,5 Liter oder 6,5 Liter. Erstere Größe passt gut für den „normalen“ Vier-Personen-Haushalt, letztere für sechs bis acht Personen – oder für Hausfrauen und Hausmänner, die gerne auf Vorrat kochen und etwas einfrieren.

Kochen im Slowcooker ist wie Schmoren in Zeitlupe. Es muss also immer etwas Flüssigkeit vorhanden sein. Sehr wenig reicht schon, denn der Deckel schließt dicht und sollte möglichst auch nicht angehoben werden – erstens verliert der Topf dadurch Temperatur, zweitens verfliegt Flüssigkeit.

In diesem verschlossenen Garraum entstehen im Gargut Temperaturen zwischen 60 bis 70 Grad (Stufe LOW) oder 80 bis 90 Grad (Stufe HIGH). Es brodelt nichts, es verkocht nichts, es brennt nichts an. Stattdessen „zieht“ das Gericht, Aromen und Gewürze haben Zeit, sich zu entwickeln. Das sorgt für herrliche Saucen, wunderbare Suppen und Eintöpfe, köstliche Schmorgerichte mit Gemüse und Fleisch.

Ideal ist der Slowcooker für Fleisch, gerade auch zähere Stücke, deren feste Strukturen durch die lange Garzeit butterweich werden. Auch Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen) und feste Gemüse wie Kartoffeln und Möhren garen sehr gut im Slowcooker. Fisch und Pasta vertragen Slowcooking dagegen kaum – sie zerfallen. Solche empfindlichen Zutaten (dazu gehören auch Milch und Sahne, die ausflocken können) werden erst ganz am Ende für eine kurze „Ziehzeit“ zugegeben.

crockyoffen.jpg

Zurück zu den Leserzuschriften: Roastbeef im Slowcooker? Nein, dieses Fleisch braucht scharfes Anbraten und trockene Hitze, nicht das feuchte „Garklima“ des Slowcookers. Und ganze Menüs aus dem Crocky? Naja, wenn man Eintöpfe, Reispfannen oder nahrhafte Suppen meint, geht das. Ansonsten werden die Beilagen (Reis, Nudeln, Kartoffeln) tatsächlich separat gekocht. Aber das dauert doch höchstens 20 Minuten, in denen man den Crocky mit seinem Gemüse- oder Fleischgericht weiter schmurgeln lässt, die Sauce darin nach Wunsch andickt und den Tisch deckt.

7 Kommentare zu “Der Slowcooker – was er kann und was nicht

  • 31. März 2008

    Hallo Melanie,
    ich habe meinen Slow-Cooker über Ebay bestellt von einer Firma TVogt. Mit Versand nur 45,00 Euro. Ich benutze ihn
    jetzt seit Weihnachten und bin sehr zufrieden. Der Topf nennt sich Apexa-Speisenwärmer, Hersteller Bartscher GmbH, ist oval und 6,5 ltr. groß. Kannst ja mal bei Ebay schauen.

  • 17. Februar 2008

    Hallo!!

    Ich bin schon lange auf der suche nach einen Crockpot (komme aus USA). Wo kann ich ein Crockpot in Deutschland kaufen???

  • 7. Februar 2008

    Ich habe so einen Topf noch nicht
    entdeckt, werde mich aber danach
    umschauen. Danke für den interessanten Beitrag

  • 20. Januar 2008

    Das war interessant. Und dass er so günstig ist, hat mich auch überrascht. Da werde ich demnächst aber mal in der Metro gucken.

  • 18. Januar 2008

    @lavaterra: Wie sieht das denn in Kanada mit Stromspannung und Steckern aus? Wenn du den Topf erst auf 220 V und Eurostecker umrüsten musst, dann kannst du ihn vermutlich besser hier kaufen 🙂 Bei uns im Handelshof (Großhandel) gibt es z.B. den 3,5-l-Topf für knapp 40 Euro plus MWST.

    LG, Gabi

  • 17. Januar 2008

    Wenn ich in Kanada bin schleiche ich immer um die Crockpots herum. Besonders hat es mir eine Miniausgabe für 2 Personen angetan. Der sieht so putzig aus, wird aber zum effektiven Kochen viel zu klein sein. Aber nach Deinem schönen Bericht werde ich wohl dieses Jahr vielleicht doch einen kaufen.

  • 14. Januar 2008

    Interessant!
    Danke für die Informationen.

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