Küchenrenovierung – 13 Do’s und Dont’s

Puuh, die Küchenrenovierung ist (fast) abgeschlossen. Es fehlen zwar noch Kleinigkeiten, aber die meiste Arbeit ist erledigt (worden) und die Zeit der (buchstäblich) kalten Küche vorbei. Zeit für ein kleines Resumee:

  1. Ziehen Sie die Umbauphase ruhig in die Länge, denn pro Woche werden Sie etwa ein Kilo (Über-)Gewicht verlieren. Schließlich können Sie weder kochen noch backen und Zeit, appetitanregende Food-Seiten im Internet zu lesen, haben Sie erst recht nicht.
  2. Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, dass Ihnen bestimmte Fehler nur bei der Planung der ersten Küche passierten, aber bestimmt kein zweites Mal. Nein, in manchen Dingen ist man unbelehrbar – die Arbeitsplatte empfindlich? Ach was – sieht aber so gut aus, putze ich einfach einmal öfter drüber…
  3. Beauftragen Sie eine weibliche Tapeziererin. Die weiß, was Sie mit „Cafe Latte“ als Wandfarbe meinen und wird im Gegensatz zu Küchenverkäufern  niemals behaupten, Latexfarbe hinter dem Herd sei als Fettschutz durchaus ausreichend.
  4. Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, dass Sie nach dem Küchenumbau mehr Platz in der Küche haben. Sollten tatsächlich einige Auszüge und Schubladen noch nicht bis zum Bersten gefüllt sein, finden Sie garantiert im Keller/Vorratraum noch Dinge, bei denen Sie sich immer geärgert haben, dass Sie bis in Keller/Vorratsraum laufen mussten, um diese zu holen. Plätzchenausstecher sollten das ganze Jahr über griffbereit sein, oder nicht?
  5. Prophylaxe ist wichtig. Cremen Sie Ihre Hände schon Monate vorher regelmäßig ein, besorgen Sie sich eine Großpackung Haushaltshandschuhe und beginnen Sie damit, alte Bettlaken zu Lappen zu zerschneiden. Denn Sie werden putzen, putzen, putzen…
  6. Lassen Sie sich Preisschätzungen schriftlich geben. Aussagen wie „Ein Rolladenmotor kostet 80 bis 100 Euro“ kann sich sonst durchaus zu 154 Euro plus Märchensteuer entwickeln. Beschwerden zwecklos: „Wir haben aber ein besonders gutes Modell eingebaut…“ Wie ich das kontrollieren kann, wenn das gute Stück im frisch tapezierten Rolladenkasten verschwunden ist??? Gar nicht – genau.
  7. Halten Sie eine Ersatzbank an Handwerkern bereit. Dann bringt es Sie auch nicht aus der Fassung, wenn der Putzer plötzlich auf Mallorca urlaubt, der Klempner erst nächste Woche kann oder dem Türeneinbauer seine Kreissäge kaputt gegangen ist.
  8. Fahren Sie vor, während und nach dem Küchenumbau NICHT zu Ikea, besuchen Sie NICHT die Impressionen-Webseite, gehen Sie NICHT los in Dekogeschäfte und ziehen Sie aus einer ausstehenden Erbschaft o.ä. KEINE 4000 Euro ein. Sie werden Sie restlos verbaseln für Teelichtpöttchen, Bilderrahmen, Blumentöpfe oder ähnlichen Krimskrams, der so wunderbar zum neuen Dekoschema passt.
  9. Wenn Sie doch zu Ikea oder Dekogeschäften fahren, nehmen Sie NIEMALS Ihre Freundinnen mit, sondern Ihren Mann. Der wird Ihnen uncharmant-unverblümt klarmachen, dass soviel Teelichtpöttchen doch kein Mensch braucht, während Ihre Freundinnen die Notwendigkeit von stilistisch zur neuen Küche passenden Geschirrtüchern vollkommen verstehen.
  10. Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, dass die beauftragten Handwerker schon wissen, was sie tun. Rechnen Sie mit angesägten Wasserrohren oder mit Dunstabzugshauben, die sich auch von der Tür aus anschalten lassen – ist doch viel bequemer so, oder nicht?
  11. Kalkulieren Sie die Zahl der benötigten Steckdosen großzügig – und rechnen Sie dann nochmals fünf dazu. Ja, fünf – mindestens. Und Sie werden feststellen, dass Sie letztendlich annähernd genug haben, wenn auch nicht immer an den richtigen Stellen.
  12. Sichern Sie sich vorab die Mitarbeit eines bauerfahrenenen Rentners. Der hat erstens immer Zeit, Löcher zu verschmieren oder Handlangertätigkeiten zu erledigen. Zweitens wirkt er als Autorität in Baumärkten und bringt Bestellungen wie „fünf Sack Rotband-Fertigputz, zweimal Montagekleber und drei neunziger Styrodurplatten mit Alu“ viel besser rüber. Danke, Papa!
  13. Sichern Sie sich vorab das Wohlwollen Ihrer Nachbarn und/oder Verwandten. Dann dürfen Sie dort gelegentlich fremdkochen oder fremdspülen, statt immer nur Suppe aus dem Crockpot zu essen oder die Teller in der Dusche zu reinigen. Danke, Mama und Schwiegermama!

7 Kommentare zu “Küchenrenovierung – 13 Do’s und Dont’s

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  • 27. Oktober 2010

    Kann alles unterschreiben, was du oben aufgelistet hast. 😉 Dass mir deine neue Küche sehr gefällt, habe ich ja bereits in FB kundgetan. Viel Freud damit!

  • 20. Oktober 2010

    Ich hab sehr gelacht über deine Liste. Das mit dem IKEA können meine Freundinnen und ich ziemlich genau so unterschreiben. :) Schön ist sie geworden, die neue Küche!

  • 19. Oktober 2010

    Gratuliere, ist toll geworden.

  • 18. Oktober 2010

    Eine Traumküche. Die Liste liesst sich herrlich! Ich habe sehr geschmutzelt und mich in einigen Punkten erkannt. 😉

  • 18. Oktober 2010

    Wie…? Das war’s schon bei Ikea? Ich dachte, das war erst nur die „Sondierungstour“…! ;-)))
    Nee, ehrlich, die Küche ist toll geworden!

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