Küchenkauf = Küchenfrust?

Die neue Küche?Bis vor kurzem habe ich mich darüber gefreut, dass ich bald eine neue Küche bekomme. Jetzt, wo ich mit der eigentlichen Planung angefangen und die ersten Küchenstudios besucht habe, wächst sich der Küchenkauf zum Küchenfrust aus. Dabei weiß ich ziemlich genau, was ich möchte (oder auch nicht) und habe in 22 Jahren Umgang mit der „Alten“ erfahren, welche Einteilungen/Anordnungen/Abläufe sich bewährt haben (und welche nicht). All das verblasst angesichts wortgewandter Küchenverkäufer, blitzender Oberflächen in Möbelhäusern und einschlägig-zweideutigen Tipps von „Experten“…

Ärgernis eins: Übermotivierte Verkäufer. Nein, danke – ich habe doch schon gesagt, dass ich nicht alle Anschlüsse verlegen oder um eine Kochinsel herumlaufen möchte. Ich habe auch keine Lust, den Beta-Tester für allerneuste Kochtechniken und Materialien zu spielen und ich mag nicht zweimal wöchentlich angerufen werden, ob ich den Vertrag nun unterzeichne.

Ärgernis zwei: Unmotivierte Verkäufer. Als ich mit meinem Pro-Forma-Aufmaß 1,5 Stunden vor Geschäftsschluß in einem Möbelhaus auftauchte, meinte die Dame angesichts der Fotos meiner bisherigen Küche: „Wieso, die ist doch noch schön…“ Ich hätte wohl Detailbilder der Kratzer und eine Aufnahme der Spülmaschinengeräusche mitnehmen müssen, um sie zu überzeugen, mir etwas zu verkaufen.

Ärgernis drei: Allwissende Verkäufer. „Das hält ewig.“ „Damit bekommen Sie keine Probleme.“ „Nein, die Edelstahloberflächen von heute müssen Sie kaum noch putzen.“ „Das ist vollkommen unempfindlich.“ Gilt das tatsächlich auch für meine – hochbeanspruchte – Küche oder nur für Design-zur-Schau-Stell-Küchen?

Ärgernis vier: Die Furcht vor klaren Aussagen und Details. Welchen Kubikmeter-Durchsatz hat diese Dunstabzugshaube nun genau? Ist das der günstigste Pyrolyse-Herd, den Sie im Programm haben? Ist Hersteller B eine Alternative zu Hersteller A? Welche Innenausstattung hat dieser Eckschrank – wie, den teuren Schwenkauszug?

Ärgernis fünf  – und das Größte von allen: Die Preispolitik der meisten Küchenstudios, die erst einmal Mondpreise nennen, um dann großzügig 40, 50 oder gar 60 Prozent zu rabattieren. Oder es werden wohlwollend andere Preisgruppen zu Grunde gelegt, Geräte und Zubehör wahlweise ein- oder herausgerechnet. Dankeschön – in Istanbul auf dem Basar handele ich gerne um mein Döschen Safran, aber bei meiner Küche hätte ich gerne nachvollziehbare Summen.

Fazit? Ich werde meine Küche entweder beim Tischler bestellen oder bei dem einzigen von mir besuchten Küchenstudio, das mir ein transparentes Angebot vorlegte: Diese Schränke mit dieser Austattung, dieser Front und diesen Geräten zu exakt diesem Preis. Wie wohltuend!

Meine Frage: Welche Erfahrungen habt Ihr beim Küchenkauf gemacht? Ist der Küchenkauf tatsächlich die Hölle, wie es dieser ellenlange Thread beim Chefkoch zu beweisen scheint?

20 Kommentare zu “Küchenkauf = Küchenfrust?

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  • 31. Mai 2010

    Hallo,

    haben Ende März unsere erste Küche bei Segmüller gekauft, leider hat sich seitdem der Liefertermin immer wieder verschoben… von Ende Mai auf Mitte Juni und gestern sehe ich Ende Juni. So langsam habe ich keine Lust mehr darauf.

    Leider waren wir preislich gezwungen eine bestimmte Serie nehmen zu müssen um das beste Preis/Leistungsverhältnis zu bekommen, andernfalls hätte ich sie im nachhinein aber vielleicht doch bei IKEA gekauft.

    Viele Grüße,
    Markus

  • 19. April 2010

    Ich war mit unserem Küchenstudio zufrieden, ausser dass sie die falsche Abzugshaube bestellt haben und dann die neue etwas komisch montiert haben. Der Monteur hat aber trotz krummen Wänden die Möbel eingermassen gerade montiert.;-)

    Ich habe Granit als Arbeitsplatte, die würde ich nie mehr hergeben. Ich hatte mal Chromstahl, der zerkratzt und man muss wirklich putzen wie blöd.

    Der Vorschlag oben, sieht doch gut aus. Was gefällt dir daran nicht?

  • 16. April 2010

    Hallo nochmal,
    also wir haben die Küchenmöbel von IKEA einbauen lassen – da vermittelt IKEA die entsprechenden Leute und das war auch alles sehr im Rahmen. Wir haben unsere Küche nur ergänzt durch verschiedene Unterschränke mit Schubalden und Oberschränke, aber die sind allesamt super. Gerade die Unterschränke mit grossen Schubladen finde ich total klasse.
    Grüsse aus Genf (also wir waren bei IKEA Schweiz, aber ist da sicherlich nicht gross anders als IKEA D)
    Sibylle

  • 12. April 2010

    Wir haben vor ungefähr 15 Jahren unsere erste Einbauküche gekauft. Ein Ausstellungsstück mit hellen Holzfronten. Mittlerweile ist die Küche einmal mit uns umgezogen und seitdem je nach Gerätezuwachs vom ortsansässigen Schreiner angepasst worden. Lustigerweise haben wir jetzt Schränke in der Küche stehen, die vorher nicht passten und auch Ergänzungsteile eingefügt, die gar nicht zu dieser Küchen-Serie gehören. Fällt aber nur auf, wenn man es weiß. Probleme haben wir bisher nicht gehabt und ich hoffe, dass uns die Küche noch lange erhalten bleibt, auch wenn wegen der unterschiedlichen Nutzungsdauer die Fronten nicht gleichmäßig nachgedunkelt sind.

    Nach dem Lesen deines Beitrages habe ich mir vorgenommen, mein Schätzchen zu hegen und zu pflegen, damit mir das, was du da schilderst, erspart bleibt.

  • 12. April 2010

    hallo nochmal,
    also ich denke die entfernung machts nicht unbedingt aus, ich wohne in hamburg 🙂 es lohnt sich wirklich!

  • 11. April 2010

    Oh je, da hast Du Dir ja was angetan. Wollte mir nur im Ferienhaus eine ca. 2,80m Küchenzeile zulegen und bin, da das genaue Maß keine Standards zulassen in ein Küchenstudio gegangen. Was die mir da alles andrehen wollten… dabei hatte ich sofort gesagt was ich für Geräte habe bzw. noch brauche. Der Kostenvoranschlag enthielt nichts von alledem und so habe ich beschlossen nur eine neue Arbeitsplatte zu kaufen und alles andere zu behalten.

    Zu Hause habe ich noch eine alte Küche von meiner Ma und die hat jetzt 37 Jahre auf dem Buckel. War wohl so ne Luxusausführung die Ma damals genommen hatte. OK der Backofen ist von mir gewechselt in Standartausführung und die SpüMa, WaMa und Trockner sind schon einige Male getauscht. Es bleibt alles so wie es ist und nach mir die Sintflut, für meine Bedürfnisse reicht das alles.

    Viel Spaß beim Küchenkauf.

  • 11. April 2010

    Ich würde mich wieder für ein ganz ähnliches Design entscheiden und kann daher meine Küche wohl noch eine ganze Weile behalten. Nur Herd und Arbeitsplatte müssen irgendwann ersetzt werden.

    Wir haben beim Kauf von Manzus unsere Küche um einen Hochschrank erweitern wollen und waren da in einem der wenigen Küchenstudios, die unsere Küchenmarke vertrieben.

    Vazit: unsere Möbelfront gab es nicht mehr und ein Hochschrank der Marke hätte 1700€ gekostet.

    Das sprengte doch etwas den Rahmen. Wir haben uns dann für einen Hochschrank von Ikea mit einer schlichten Holzfront entschieden, der optisch eigentlich sehr gut passt.

    Herr K., der handwerklich recht begabt ist hat für den Zusammenbau des Schrankes einen ganzen Tag gebraucht. Also eine ganze Küche selbst zusammen zu bauen wird bestimmt streßig.

  • 11. April 2010

    ach, auf die Möbel kommt’s doch gar nicht so an, sondern auf die Geräte!
    Lass Dir die Schränke von einem Schreiner machen, habe wir im Luberon auch, das ist echte Massanfertigung und hält ewig, da Massivholz!

  • 11. April 2010

    Ich meinte weniger meine Fronten als die Manufaktur 😉 und das Innenleben. Es geht nichts über Chromstahl!

  • 11. April 2010

    Um nicht genau in diese Situation zu geraten, habe wir unsere Wohnung samt vorhandener Küche gemietet. Somit blieb uns das erspart. Trotzdem hätte ich gerne meine eigene zusammengestellte Küche – man muss halt verzichten 🙂

  • 11. April 2010

    @ Sybille: Die Ikea-Serien finde ich sehr schön, aber mich schreckt, dass da sehr viel Do-it-yourself dabei ist – oder man den Service auch recht teuer bezahlen muss.

    @ Petra: Eigentlich sind meine Möbel auch noch okay, aber Backofen, Geschirrspüler, Dunstabzug pfeifen auf dem letzten Loch. Ist wohl mehr „haben wollen“ als „haben müssen“ dahinter 🙂

    @ Claudia: Unsere Küche ist zwar riesig groß, aber die Möglichkeiten sind durch Fenster, Anschlüsse, Heizkörper leider auch eingeschränkt 🙁

    @ Melanie: Ohoh, musstest du mich daran erinnern, was noch alles kommt, grins… Wohnen im „rumänischen Landhausstil“ für Wochen! Gut, dass wir im Sommer umbauen werden, dann wird eben täglich gegrillt!

    @ Ulrike: Deine Rahmenfronten finde ich toll – ich habe mich aber gegen Rahmen entschieden, weil meine Küche so fürchterlich viele Türen kriegt 😉 Induktion scheinen sie im Moment alle unbedingt verkaufen zu wollen – klar, liegt ja auhc vom Preis her ganz oben.

    @ Lisa: Danke für den Tipp, aber ich wohne in West-Westfalen, ganz an der holländischen Grenze, da wäre das mit dem besichtigen, Treffen und Planen arg schwer!

    @ Robert: Das mit dem Maßschneidern von einem Handwerker wird’s hier auch wohl werden, wenn man keinen Spaß hat, im Preistanz der Küchenstudios mitzuschwofen…

  • 11. April 2010

    Unsere Platzverhältnisse sind wesentlich beengter. Wir sind mit klaren Vorstellungen: die alte Küche unverändert belassen, zu einem Mass-Schreiner/Küchenbauer gegangen, der hat sich die Lage vor Ort angesehen und uns geraten, ein paar Umstellungen vorzunehmen, eine Schiebetür statt einer normalen einzubauen um Platz zu gewinnen. Das haben wir gemacht und sind mit dem Ergebnis zufrieden. Chromstahl hat sich bewährt, ist rasch geputzt, wenn man nicht vor jedem Spritzwasserfleckchen Angst hat.

  • 10. April 2010

    Hallo, ich verfolge diesen blog schon sehr lange und bin froh vielleicht abhilfe schaffen zu können! ich kann ein sehr gutes küchenstudio in löhne, ostwestfalen, empfehlen! sehr transparent, sinnvolle und einleuchtende planung und vernünftige preise! wirklich prima, bin total zufrieden! falls sie interesse haben, schicken sie mir doch eine email, dann kann ich ihnen die adresse raussuchen!
    mfg
    Lisa

  • 10. April 2010

    Ich kenne das und habe mir beim Küchenstudio meines Vertrauens, die genau auf meine Wünsche – Frau hatte ja erst 24 Jahre Kocherfahrung – maßanfertigen lassen, das Design zu den Schränken, die ich wollte. War preiswerter als die Küche der bekannten Marke aus Westfalen. Und ja: Es ist die Hölle!

    Neuestes Beispiel: Ich brauche eine neue Gaskochmulde. Der Küchenhändler, der lt. Internet die Firma meines Interesses vertritt, sagte: Was wollen Sie denn damit? Kochen Sie lieber mit Induktion.

    Hallo? Die Geschichte geht noch weiter, aber die hoffentlich nicht unendliche Geschichte gibt einen neuen Blogbeitrag.

    Und ich persönlich habe aus Kostengründen auf Pyrolyse verzichtet. Mein Herd ist wirklich gaanz leicht zu schrubben 😉 Und auch wenn Eckschränke altmodisch sind: Über Le Mans lasse ich nix kommen.

    Bei Interesse an weitern Details: http://ostwestwind.twoday.net/stories/4374740/

  • 10. April 2010

    Mein erster Küchenkauf fand Ende 2008 statt und verlief sehr erfreulich. Ich hatte mich a) aus Erfahrung und b) durch Prospekt- und Katalogstudium mit einer Liste bewaffnet, was ich unbedingt haben wollte, was auf keinen Fall und auf welche Besonderheiten (Rollstuhl) zu achten wäre. Mit einem Maximalbudget im Kopf habe ich dann eine Beraterin nach Hause geholt und alles durchgesprochen. Sie hat ausgemessen und einen ersten Entwurf gemacht, der im Küchenstudio weiter verfeinert wurde (2 Sitzungen). Dort habe ich auch die Küche bestellt.

    Die fertige Küche wurde perfekt eingebaut und erfreut uns jeden Tag. Einziger Schwachpunkt ist der Müllbehälter, der zu klein ist und zu viele Handgriffe erfordert, um ihn zu bedienen. Ich habe ihn umfunktioniert zu einem Pfandflaschen-Sammelbehälter.

    Für mich war der Küchenkauf ein positives Erlebnis auf ganzer Linie. Natürlich erschlägt einen die Auswahl, wenn man von Studio zu Studio und Katalog zu Katalog hechelt. Darauf habe ich bewusst verzichtet und mich beim Informationen sammeln auf funktionelle Details konzentriert. Das Design war nachher ganz schnell geklärt – vor Ort mit der Beraterin und unter Berücksichtigung der Gegebenheiten (farbiger Fliesenfußboden).

    Das „Schlimmste“ an der ganzen Geschichte waren die 6 Wochen Wohnen im „rumänischen Landhausstil“ (Camping im Wohnzimmer) mit Plastikplane gegen Renovierungsstaub. Die Vorarbeiten waren strapaziös, aber das Ergebnis hat dafür entschädigt.

  • 10. April 2010

    Wir haben vor gut zwei Jahren eine neue Küche zwecks Umzug kaufen müssen – leider sehr teuer, weil die Küche sehr klein ist, und die Standardmaße von IKEA leider nicht passen… 🙁 Alles, was irgendwie vom Standard (d.h. Küchenzeile wie im Prospekt für meinetwegen 3000 Euro) abweicht, muss man teuer bezahlen. Ich hatte auch das Gefühl, dass die eigentlichen Preise so hoch sind, damit man hinterher das Gefühl hat, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Aber ich muss sagen, dass wir mit dem Verkäufer relativ glücklich waren, weil er sich erstens viel Zeit genommen hat, zweitens auf jede Frage eingegangen ist, wir haben uns fast alles ansehen können, und er hat uns auch von unsinnigen Lösungen abgeraten – beispielsweise einen superteuren Eckschranksauszug, den ich genial fand, aber wenn wir den genommen hätten, wär die Küche nach Ausziehen dieses Auszugs nicht mehr betretbar gewesen. So ist es ein einfaches Drehkarussell geworden.

    Und trotzdem möchte ich in nächster Zeit nicht wieder eine Küche kaufen müssen 🙂 Ich hoffe, die Qualität hält, was sie verspricht und wir können damit mehrmals umziehen, wenn es nötig sein sollte.

  • 10. April 2010

    Wenn ich das so lese, bin ich froh, dass ich immer noch ganz gut mit meiner 20 Jahre alten Küche lebe 😉 Da ist zwar irgendwann eine neue Arbeitsoberfläche fällig und ein neuer Backofen, aber der Rest hat sich ganz gut gehalten.

  • 10. April 2010

    wir sind mit unseren IKEA-Küchenmöbeln hochzufrieden (auch noch nach 4,5 Jahren) – und der Kauf war auch sehr unkompliziert.

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