Welcher Crocky passt zu mir? Die richtige Slowcooker-Topfgröße

Topfgrößen Slowcooker
„Welchen Crocky soll ich mir nun kaufen?“ Fragen nach der richtigen Slowcooker-Topfgröße höre ich ziemlich häufig – und zumindest in Bezug auf Liter lässt sie sich leicht beantworten (siehe unten). Was Modelle und Hersteller angeht, da möchte ich keine Empfehlung aussprechen: Ich selbst besitze sowohl mehrere kleine Töpfe von Morphy Richards als auch einen großen (One Concept) und bin mit ihnen zufrieden. Ob Digitalsteuerung (das ist meist KEINE Zeitschaltuhr!) oder Thermometer lohnenswerte Zusatzaustattungen sind, muss jeder selbst entscheiden – ich brauche es nicht. Und nun zu den richtigen Topfgrößen… (Edit 4/2016: Inzwischen habe ich auch noch zwei 1,5-l-Crockys und einen MR-Topf mit Teflon-Innentopf, in dem man anbraten kann, einen günstigen Topf vom LIDL Onlineshop, einen digitalgesteuerten Andrew James sowie einen  Multikocher von Russell Hobbs, Foto oben).

Slowcooker arbeiten nur verlässlich, wenn sie mindestens zur Hälfte gefüllt sind. Den größten verfügbaren Topf frei nach dem Motto „Bigger is better“ zu nehmen, und dann nur den Boden mit Zutaten zu bedecken, funktioniert also nicht. Glauben Sie mir bitte: Ein zu großer/zu kleiner Crocky kann das Kochvergnügen gewaltig verderben. Nachdem sich mein erster 6,5-l-Topf als viel zu ausladend für unseren 4-Personen-Haushalt erwies und die Familie über Riesenportionen und aufgewärmte Restmahlzeiten meckerte, habe ich das Gerät eine Weile entnervt in die Ecke gestellt und nur für Partysuppen in Betrieb genommen. Erst als ich bei eBay günstig einen gebrauchten 3,5-l-Slowcooker ergattern konnte (der Vorbesitzerin war er zu klein!) hat mich der Crocky-Virus voll erwischt, und ich koche häufig damit.
Nehmen Sie also Ihre Familiengröße, Ihre Koch- und Lebensgewohnheiten unter die Lupe und entscheiden Sie sich für die ideale Topfgröße:

1,5-Liter-Geräte

… sind (noch) niedliche Exoten, die man meines Wissens nach nur bei Lakeland D oder UK bzw. bei Amazon bestellen kann. Sie eignen sich für 1- oder 2-Personen-Haushalte, denen die Lust oder Möglichkeit fehlt, Reste aufzubewahren oder aufzuwärmen. Das kompakte, runde Modell von Lakeland ist eher ungeeignet für Bratenstücke, umso besser funktioniert es für Suppen, Eintöpfe, Geschnetzeltes oder ähnlich. Vor allem, weil es wirklich sehr heiß wird und damit superschnell gart. Der Mini von Andrew James (oben auf dem Foto in der Mitte vorne) gefällt mir wegen seiner ovalen Grundfläche besser.

3,5-Liter-Geräte

… eignen sich am besten für kleinere Haushalte. 4-Personen-Familien (wie unsere) kochen darin Mengen, die für eine Mahlzeit reichen. Singles oder Paare können eine Hälfte oder ein Drittel des Gerichtes gleich verzehren und den Rest für die Vorratshaltung verwenden, also entweder am nächsten Tag aufwärmen oder einfrieren.
Wer den Crocky zum Kuchenbacken verwenden möchte (siehe Rezept für Möhrenkuchen), kann das nur mit dem kleinen, ovalen Gerät tun. Beim großen passt (selbst bei doppelter Teigmenge) das Verhältnis von erwärmter Topfwand zu nicht-erwärmter „Mittelfläche“ nicht, um den Teig vernünftig zu garen. Das Foto oben zeigt als 2. Topf von rechts einen digitalen 3,5-l-Topf.

5,5-Liter-Geräte

… sind ein Mittelding zwischen kleinem und großen Topf. Wegen ihrer Form (sie sind meist rund und hoch) eigenen sie sich weniger für „große Braten“, sondern mehr für Suppen, Eintöpfe und Gerichte mit geschnetzeltem Fleisch. Vom Volumen her kann eine Kleinfamilie damit schon Vorratskochen betreiben, eine Großfamilie sicherlich nicht.

6,5-Liter-Töpfe (oval)

… sind die richtige Wahl, wenn regelmäßig mehr als vier kräftige Esser am Tisch sitzen. Selbst Chili für 12 Personen habe ich schon im meinen großen Topf (Foto oben links) zubereitet – der war dann allerdings fast bis zum Rand voll und die Garzeit entsprechend länger.
Wo die Portionen aus dem 6,5-l-Crocky eine Großfamilie einmal satt machen, betreiben kleinere Familien Vorratswirtschaft nach dem Motto „Einmal kochen – zweimal essen“. Auch Saucen, Fonds und Chutneys lassen sich im großen Slowcooker sehr gut auf Vorrat herstellen.
Die ovalen 6,5-l-Slowcooker mit ihrer großen Bodenfläche sind ideal, wenn Sie Portionsdesserts wie Creme Caramel oder gedämpfte Gerichte zubereiten möchten. Auch große Stücke Schweine- und Rindfleisch beziehungsweise Hackbraten lassen sich darin besser unterbringen als in einem runden, hohen 5,5-l-Topf.

Und dann wären da noch…

die diversen 4,7-, 5,5- oder sogar 8-l-Geräte (Foto oben, 2.v.l.) ebenso diverser Hersteller, zum Teil eckig (Multikocher) oder oval. Auch die passen möglicherweise ganz genau zu Ihrer Familien- und Portionsgröße bzw. Ihren Essgewohnheiten. ABER: Sie werden vermutlich nirgendwo Rezepte finden, die von Mengen und Zeiten auf diese seltenen Gerätegrößen ausgelegt sind. Das  bedeutet: Sie müssen umrechnen, um auch hier den Idealzustand „halb bis zweidrittel gefüllt“ zu erreichen. Zudem benötigen Sie vermutlich ein paar „Testkocheinheiten“, um das Heizverhalten beurteilen zu können und genaue Garzeiten zu erhalten. Aber keine Sorge: Das haben Sie schnell heraus 🙂

Genauere Hinweise zu den Töpfen diverser Hersteller finden Sie in unserer Slowcooker-Datenbank!

Zusatzfunktionen – sinnvoll oder nicht?

Haben Sie einen Job mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, möchten Sie den Slowcooker häufig ohne Aufsicht laufen lassen? Dann sollten Sie die Anschaffung eines Topfes plus Zeitschaltuhr in Betracht ziehen. Oder entscheiden Sie sich für einen  digitalen Slowcooker mit Programmiermöglichkeiten (Foto oben, 2.v.r.). Dabei sollten Sie jedoch ganz genau darauf achten, welche Vorwahlmöglichkeiten Sie tatsächlich haben – manchmal besteht die nämlich nur aus einem automatischen Ausschalten, aber nicht selbsttätigem Starten oder der Möglichkeit, bestimmte Automatikprogramme auch zu verlängern oder zu verkürzen.

Eine weiterhin mögliche Wunschausstattung ist der „Topf mit Anbatfunktion“ – eine etwas missverständliche Bezeichnung. Denn Sie können nicht im Gerät anbraten, sondern entnehmen stattdessen den Innentopf (der aus teflonbeschichtetem Material und nicht aus Keramik besteht) und braten in diesem auf dem Herd an, bevor Sie ihn zurück in den Slowcooker setzen. Ja, diese Innentöpfe ersparen zusätzlichen Abwasch, funktionieren aber meist nicht auf Induktion und die Beschichtung hat sich bei vielen Nutzerinnen als arg kratzempfindlich erwiesen.

10 Kommentare zu “Welcher Crocky passt zu mir? Die richtige Slowcooker-Topfgröße

  • 19. Januar 2010

    Danke noch mal für die Tips.
    Habe mir gerade einen von MR bestellt…
    LG
    Lucie

  • 16. Januar 2010

    danke für den artikel. ich überlege ja schon länger mir auch einen anzuschaffen, aber für einen 1 (maximal 2) Personenhaushalt scheint mir selbst der 3,5l topf zu gross… ;(

  • 14. Januar 2010

    @ Lucie: Die Töpfe habe ich beide hier zuhause (als „Ansichtsexemplare“ von MR) und sie scheinen mir (bis auf das Design) identisch zu sein. Es liegt auch dieselbe Gebrauchsanweisung bei und bei beiden ist untendrunter ein Aufkleber mit „150 – 170 W“ … Nur die Händler bei Amazon scheinen sie offenbar unterschiedlich zu beschreiben 😉

  • 14. Januar 2010

    Hallo,
    ich hatte mir die töpfe bei „amazon“ angeschaut. Der erste Topf mit 170 Watt hat folgende Bezeichnung:
    Morphy Richards 48719 Slow Cooker Creme.
    Freue mich auf Antwort.
    LG
    Lucie

  • 13. Januar 2010

    @ Christel, Petra & Norasofie: Der Trend geht offensichtlich zum Dritttopf 😉

    @ Esther: Danke für das Lob, und ich würde mich freuen, wenn du das auch bei Amazon wiederholst 😉 Viel Spaß beim Nachkochen!

    @ Lucie: Was genau die beiden Töpfe unterscheidet, weiß ich nicht – welche Typenbezeichnung hat denn der erste? Die MR-Töpfe sind aber im allgemeinen gut verarbeitet und ihren Preis wert.

  • 12. Januar 2010

    Hallo,
    schon länger verfolge ich deine Seite und finde sie toll. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken, mir zu meinem Geburtstag im Feb. einen crockypot zu wünschen. Klar ist schon, dass es ein 3,5 l Topf von Morpha Richards werden soll, denn der ist für unseren 3 Personen haushalt genau richtig. Jetzt habe ich gesehen, dass es einen mit 170 Watt und einen mit 350 Watt ( Morphy Richards Slow Cooker Burgund **NEUHEIT** ) gibt. Welchen sollte ich nehmen? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Gruß
    Lucie

  • 7. Januar 2010

    Ich habe meinen Crockypot vorgestern geliefert bekommen
    wir sind ein Zweipersonenhaushalt und beide berufstätig (und auch sonst ständig beschäftigt und eingespannt…) und ich habe mir nun einen ovalen 3,5l-Pot gekauft
    der hat nur die folgenden Funktionen: ein, low, high, auto, aus … ich hätte gerne noch eine Zeitschaltuhr dabei gehabt – aber das kostet so viel mehr!
    da kaufe ich mir die Zeitschaltuhr lieber extra (bzw. meine Schwester hat wohl sogar eine über – umsonst)
    allerdings habe ich lange gebraucht, mich zu entscheiden … ja, ich wollte einen günstigen Crocky, ich wusste über die zu wählende Größe bescheid… aber ich habe fastfastfast den rosaroten Morphys gekauft – und zwar unabhängig von allen obigen Erwägungen, _nur_ wegen der Farbe… konnte mich aber gerade noch zusammenreißen und eine Entscheidung fällen, wie sie sich für eine erwachsene Frau gehört 🙂
    übrigens, meine Entscheidung habe ich nach ausgiebigstem Studium dieser Seite, die mir sehr gefällt, gefällt!

    Werde also in naher Zukunft von dieser Seite viele Rezepte nachkochen – und auch berichten!

  • 6. Januar 2010

    Ich habe ebenfalls beide und kann trotz jetzt schrumpfender (wegen Auszug der Kinder) Familiengröße auf den großen nicht verzichten – denn schließlich kommen sie ja doch immer wieder mal nach Hause (zum Glück!)! Und außerdem gibt es ja auch Freunde, die bekocht werden (wollen).

  • 6. Januar 2010

    Ich habe beide (3,5 und 6,5) und möchte keinen von beiden missen!

  • 6. Januar 2010

    Ich mag sogar noch ergänzen!
    Letzte woche ist hier ein Minicrocky aus England eingezogen, 1,5 l Inhalt.
    Ideal für den Kleinsthaushalt oder Beilagen. Silvester getestet mit 1 kg Kartoffeln zum Raclette und am Wochenende mit einer Riesenkohlroulade für 3 Personen

Kommentarfunktion deaktiviert