Aus dem Leben einer Jung-Verlegerin

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So sieht ein Verlag aus!Nach den unangenehmen und leider noch andauernden Auseinandersetzungen mit meinem Ex-Verlag hatte ich keine Lust mehr, wieder auf Verlegersuche für meine Slowcooker-Bücher zu gehen. Für die „Großen“ der Branche ist das Thema zu speziell , unter den „Kleinen“ tummeln sich offenbar auch schwarze Schafe. Kurzerhand habe ich daraufhin keine glühenden Manifeste a la „Der Slowcooker wird sich auch in Deutschland durchsetzen und ich habe das Kochbuch dazu“ mehr verfasst, sondern das Buch selbst verlegt.

Das ist nicht so kompliziert, wie es vielleicht klingt: Buch schreiben und als PDF bei der Druckerei abliefern, ISBN beantragen, Buch ins Verzeichnis lieferbarer Bücher eintragen und schon kann es auch über jede „normale“ Buchhandlung bestellt werden. Im Wunderkessel hat das auch schon jemand getan (um die Versandkosten zu sparen, eine Schwäbin nach eigener Angabe 😉 : „Ich habe es bei meinem Haus- und Hofbuchlieferanten bestellt. Er meinte, das sei gar kein Problem – es sei ein relativ kleiner Verlag – aber er kann es bestellen und schickt es mir dann auch gleich.“

Lach, „ein relativ kleiner Verlag“ – bestehend aus (bislang) einem Buch und einer Person 🙂 Wenn das „relativ klein“ ist, was ist ein wirklich kleiner Verlag???

Was mir bei meiner neuen Tätigkeit als Verleger, Buchhändler und Verpacker in einer Person noch so aufgefallen ist:

  • Unglaublich, wie viele lange Orts- und Straßennamen es in Deutschland gibt. Und dann wohnen die Besteller aus Bergisch-Gladbach oder Schuttertal-Waldheim immer noch ausgerechnet in der Friedrich-Ebert-Straße oder am Sandgruben-Waldweg, so dass es kaum auf den Umschlag passt. Da lobe ich mir doch Frau Hinz aus Ill 😉
  • Online-Porto ist eine wahrhaft praktische Sache. Passenden Portobetrag nicht bei der Hand? Marken einfach per Paypal zahlen, PDF generieren und ausdrucken.
  • Ich entschuldige mich im voraus für verspätete Lieferungen, die dadurch zustande kommen, dass die Post-Sortiermaschine bzw. der Postbote die Adressen nicht lesen konnten. Meine Handschrift ist gruselig – ruiniert durch mehr als 25 Jahre hastiges Mitkritzeln bei der Arbeit.
  • Meine nur ich das, oder ist das Briefkastennetz in Deutschland absolut lückenhaft? Zu meinen Kindheitstagen stand so ein gelber Kasten an jeder Ecke, so meine ich mich zu erinnern. Jetzt verfügt die ganze 20 000-Einwohner-Stadt noch über gefühlte zwei. Auf dem Weg zu meiner Arbeitsstelle gibt es natürlich keinen, an dem ich bequemerweise sowieso vorbei käme, um die Luftpolsterumschläge einzuwerfen.
  • Musterbeutelklammern (die vernünftigen mit dem eckigen Kopf, die nicht durch das ausgestanzte Loch rutschen) sind noch schwerer aufzutreiben als Briefkästen. Kein Schreibwarenladen im Umkreis von 15 km hatte welche – naja, muss man also wieder online bestellen.

 

12 Kommentare zu “Aus dem Leben einer Jung-Verlegerin

  • 6. Dezember 2011

    ihr lieben –

    erstmal: als eifriger blog-leser freue auch ich mich schon sehr auf das buch!

    als buchhändler aber dann doch mal ein, zwei kurze anmerkungen…

    dass die kollegin es nicht gefunden hat, liegt wahrscheinlich daran, dass sie lediglich im katalog des großhändlers, nicht jedoch dem vlb (dem verzeichnis lieferbarer bücher) bibliographierte. vielleicht wusste/konnte sie’s nicht besser… oder sie hatte den nächsten punkt im kopf.

    dass ihr alle eure (kleinen, freien) buchhändler unterstützen wollt, finde ich natürlich prima!
    wenn ich dann aber gründe wie ’sparsamkeit‘ lese… ihr wisst schon, dass auch euer buchhändler das porto bezahlen muss? und es (im normalfall) nicht direkt an euch weitergibt. das heißt, im zweifelsfall kaum noch etwas daran verdient, manchmal bei bestellungen in kleinstverlagen sogar draufzahlt. weil er hofft, ihr kommt wieder, und kauft auch den nächsten jamie oliver bei ihm (und nicht bei am***on, th***a, hu***bel ,oder wie sie alle heißen). tut ihr doch, oder? ;o)
    denn, ihr habt sicher auch gesehen: amazon hat gabis neues buch nicht am lager liegen (und verschickt es nicht selbst, wie sonst alle bücher ohne versandkosten). nein, das lohnt sich nämlich nicht, und so lässt er’s andere tun. und dann müsst ihr die 3€ porto zahlen.
    vielleicht denkt ihr bei all der sparsamkeit daran. und auch, wieviel euch das stöbern und die beratung vor ort wert sind…

    nix für ungut!
    liebe grüße
    oliver

    • 6. Dezember 2011

      Hallo, Oliver – ich stimme dir voll und ganz zu. Mit einer Ausnahme: Dass Amazon mein Buch nicht am Lager hat (und damit auch nicht versandkostenfrei veschickt), liegt nicht daran, dass sich das für Amazon nicht lohnt. Oh, das täte es – aber dann würde ich draufzahlen! Ich müsste Amazon 50 bis 60 (!) Prozent Buchhändlerrabatt auf den EVP einräumen – das würde gerade einmal meine Druck- und sonstigen Kosten decken. Wenn ich es im marketplace anbiete, zahlt der Käufer Versandkosten, aber ich verdiene wenigstens auch noch ein bisschen…

      Versende ich Einzelexemplare an „kleine“ Buchhändler ist es in der Tat so, wie Oliver sagt: Ich räume einen Buchhädnlertrabat ein, bereche aber die tätsächlich anfallenden Versandkosten (1,45 Euro). So bleibt Buchhändler wenig bis garnix, vor allem nicht, wenn er den Aufwand rechnet 😉

      • 6. Dezember 2011

        hallo gabi –
        vielen lieben dank für deine prompte antwort. ja, das ist tatsächlich spannend. bei derartigen „wunsch-konditionen“ lohnt sich natürlich viel. dass du da nicht mitspielst, kann ich nur zu gut verstehen.
        [meine bestellung kommt übrigens gleich separat.]

    • 6. Dezember 2011

      Hallo Oliver,

      es tut mir leid, daß Du meine Antwort so interpretiert hast.

      Ich möchte immer gerne die Händler vor Ort unterstützen, nicht zuletzt deshalb, weil dann auch die Gewerbesteuer vor Ort bleibt.

      Ich wollte weiß Gott den Händler nicht ausnutzen.

      auch nix für ungut und eine geruhsame Adventszeit noch.

      Lieben Gruß

      Brigitte

      • 6. Dezember 2011

        liebe brigitte –
        nein, schon ok.
        war nur das zweite mal, dass ich das las. und vielfach machen sich die menschen wenig bis keine gedanken darüber, wer was zahlt. „there ain’t no such thing as a free lunch!“
        dir auch entspannte vorweihnachtstage!
        herzlich
        oliver

  • 4. Dezember 2011

    Hallo Gabi,

    habs auch im Wunderkessel entdeckt und bin (da auch im Schwabenland wohnend) in die Buchhandlung gegangen. Leider war meine Buchhändlerin nicht so fit, bzw. es war eine junge Aushilfe, sie konnte mir das Buch nicht besorgen. Neben dem Aspekt der Portoersparnis wollte ich einfach dem Buchladen in meiner Stadt (ein kleiner, keine Kette) etwas gutes tun.

    So hab ichs halt gestern über Amazon bestellt und schon heute die Nachricht, daß es abgeschickt ist, also scheint ja der Briefkasten nicht allzuweit weg zu sein.

    Schönen 2. Advent, ich bin gespannt auf das Suppenbuch.

    Lieben Gruß Brigitte

    • 4. Dezember 2011

      Hallo, Brigitte – ja, irgendwie es es schade, dass Amazon zwar sooo bequem ist, man andererseits aber ab und an auch gerne Beratung und Service vor Ort hätte 😉 Dein Buch habe ich gerade eingeworfen – aber der Briefkasten hat nur eine Sonntagsleerung um 7.30 Uhr (hallo????) – es wird also frühstens am Dienstag bei dir sein.

      Viele Grüße, Gabi

      • 4. Dezember 2011

        Wow, danke, Gabi,

        so schnell hab ich gar nicht damit gerechnet, doppelte Freude!!!!

        Danke schön!

        LG Brigitte

  • 3. Dezember 2011

    Hallo Gabi,
    ich bin schon über 1 Jahr stolzer Besitzer eines Slowcookers (6,5l) und seit neuestem auch einen 3,5l 🙂
    Ich hab mir Dein Buch grad über meine Buchhandlung bestellt und auf die nächsten Bücher warte ich schon sehnsüchtig, die alten sind ja nicht mehr zu bekommen…
    Deine Rezepte sind echt klasse und haben eine Gelinggarantie 🙂

    Liebe Grüße
    Marion

    • 3. Dezember 2011

      Hallo, Marion – danke für das Lob 🙂 Das Wort „Gelinggarantie“ gefällt mir gut…

  • 2. Dezember 2011

    Mein Exemplar kam schnell und gut verpackt an – morgen gibt es das erste Rezept daraus. Ich bin gespannt 🙂

    Das ganze Buch ist eine Fundgrube für leckere Gerichte und ich finde es sehr gelungen! Allerdings werde ich mir zu meine 6,5 Liter und 1,5 Liter Pötten wohl noch einen 3,5 L Crocky besorgen, weil ich nicht jedes Mal Riesenmengen kochen möchte (erst schauen, wie es der Familie schmeckt, dann kann ich auch auf Vorrat schmurgeln).

    Groetjes, Melanie

    • 3. Dezember 2011

      Hallo, Melanie – freut mich, dass dir das Buch gefällt 😉 Vielleicht magst du ja auch eine Rezension bei Amazon dazu schreiben – gerade da schauen viele nach den vergebenen Sternchen (ich ja auch:-)…

      Viele Grüße, Gabi

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