Flavour Savour, der 1. Versuch: Schweinebraten

Flavour Savour vorherEin Crockpot, der auch anbrät? Der wahlweise schnell oder langsam gart? Den man auch auf dem Herd benutzen kann? Klingt ja wie ein echter Tausendsassa, dieser Flavour Savour, den Morphy Richards jetzt in Deutschland neu auf den Markt bringt. Ich habe einen zu Hause und inzwischen zweimal damit gekocht. Mein Fazit: Er ist kein Tausendsassa, eher ein Neunhundertsassa – denn in Sachen Slowcooking macht er mir noch ein wenig Probleme…

Grundsätzliches zum Flavour Savour: Der 6,5-l-Topf, den ich zum Test zur Verfügung habe, kostet in diversen Shops im Internet zwischen 100 und 150 Euro. Das Gerät besteht (wie sein kleiner 4,5-l-„Bruder“) aus drei Teilen: Dem elektrisch beheizbaren Untersatz, der digital über diverse Male Knopf drücken gesteuert wird, dem matten Edelstahl-Topf mit silikon-ummantelten Griffen darüber sowie einem dichtschließenden Edelstahl-Deckel mit Glaseinsatz.

Zur Funktionsweise: Standardmäßig startet der Flavour Savour mit 15 Minuten „Anbratstufe“  – wobei laut Hersteller  fünf Minuten zum Aufheizen und zehn Minuten zum Anbraten gedacht sind. Wer nicht anbraten möchte, „klickt“ gleich weiter zum Schnell- oder Schongaren. Als Schnellgarstufe sind automatisch 1,5 Stunden voreingestellt, als Schongarstufe HIGH vier bis sechs Stunden, als MEDIUM sechs bis acht Stunden, als LOW acht bis zehn Stunden. Nach Ende der voreingestellten Garzeit schaltet das Gerät selbsttätig auf „Warmhalten“ um – bis zu einem Maximum von zwei Stunden. Die genaue Abfolge der Bedienung ist recht eingängig in der Bedienungsanleitung geschildert. Die ist in gutem Deutsch abgefasst, bietet Bildchen zur Orientierung und liefert neun Standardrezepte für Anbraten + Schongaren, nur Schongaren oder Anbraten + Schnellgaren mit.

Meine Erfahrungen mit dem Flavour Savour: Ich habe  keines der vorgeschlagenen Rezepte, sondern ein eigenes (Schweinebraten mit Aprikosen-Senfglasur, Rezept folgt morgen) zubereitet. Das Anbraten von einem Kilo Schweinerollbraten funktionierte problemlos – sowohl von der Topfgröße her als auch von der Temperatur. Das Fleisch bräunte gut (Bild unten links) , die „einprogrammierte“ Zeitspanne erwies sich als ausreichend. Zwei Tage später versuchte ich es mit einem Kilo Hack – hier musste ich noch eine zweite „Anbratphase“ hinterherschieben, was laut Gebrauchsanweisung auch durchaus vorgesehen ist. Nur eine dritte ist nicht möglich, dabei würde das Gerät zu heiß.

Nach dem Anbraten habe ich die Saucenzutaten zum Fleisch gegeben (Bild oben rechts) und die Schongarstufe MEDIUM mit sechs Stunden Dauer gewählt – so wie ich es im beim „normalen“ Slowcooker eingestellt hätte. Trotz aufgesetzten Deckels (Bild unten links) konnte ich gut verfolgen, dass es im Topf heftig brodelte  – nun gut, zu erwarten, da das Fleisch ja schon heiß und die Flüssigkeiten nicht eiskalt waren. Allerdings gab sich das Kochen auch nach zwei, drei Stunden noch nicht. Nach vier Stunden wurde es zu einem Köcheln und nach fünfen gab ich es auf (Bild unten rechts) und beendete den Garvorgang durch Ziehen des Netzsteckers (ich war zu faul, in der Bedienungsanleitung nachzulesen, wie ich es über die Funktionstasten erreicht hätte).  Da war das Fleisch schon so weich, dass es sich kaum noch schneiden ließ (zerpflücken mit der Gabel war einfacher) – es schmeckte allerdings großartig und trocken war es auch nicht. Beim zweiten Versuch mit der besten Bolognese erwiesen sich acht Stunden LOW-Garzeit ebenso als viel zu lange – schon vier waren mehr als genug, denn auch hier kochte es heftig im Topf.  Als nächsten Versuch werde ich daher ein Rezept ohne Anbraten (Erbsensuppe) testen, um festzustellen, ob der Topf tatsächlich so heftig „schongart“…

Meine Plus- und Minuspunkte:

  • Der Topf ist schön hoch, beim Anbraten spritzt nichts heraus. Gerüche entstehen natürlich trotzdem, daher am besten beim Bräunen unter der Dunstabzugshaube arbeiten.
  • Der Topf sieht gut aus und lässt sich prima auch auf „einfach so“ auf dem Herd benutzten. Allerdings ist der matte Edelstahl der Außenseite nicht gerade pflegeleicht.
  • Der Stromverbrauch, auch bei der niedrigsten Schongarstufe, ist viel höher als bei einem normalen, quasi gut isolierten Slowcooker.
  • Der Edelstahltopf wird sehr heiß – außen und innen. Das führt dazu, dass ich bei meinen ersten beiden Kochversuchen mit den voreingestellten Mindestgarzeiten nicht zurecht gekommen bin. Diese lassen sich übrigens um bis zu zwei Stunden verlängern, aber um keine Minute verkürzen.
  • Der Deckel schließt sehr dicht, genau wie beim herkömmlichen Slowcooker reicht geringe Flüssigkeitszugabe.

Mein Fazit: Mit seinen drei Gararten und der Möglichkeit, den Aufsatz auf den Herd zu stellen (zum Beispiel zum schnellen Saucen-Andicken) ist der Flavour Savour flexibler als ein herkömmlicher Slowcooker. Allerdings würde ich es mit meinem bisherigen Kenntnisstand nicht wagen, ihn unbeaufsicht zuhause vor sich hinköcheln zu lassen – zu stark brodelte es meinen beiden Kochversuchen im Topf. Sowohl auf Stufe LOW als auch bei MEDIUM mit geringerer Kochzeit musste ich umrühren und brach den Kochvorgang weit vor dem programmierten Ende ab. Da ich am Slowcooker aber gerade die Möglichkeit schätze, außer Haus zu sein, während das Gerät zuhause für mich Essen gart,  ist der Flavour Savour derzeit (noch) keine Alternative. Ich werde aber weitere Versuche mit Stufe LOW und maximalem Fassungsvermögen starten.

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