Gar nicht fabelhaft: Fab.de

fabKüchengedöns jeglicher Art ist meine Achillesferse. Schönes Besteck, witziges Geschirr, originelle Sets, Läufer, Vasen – you name it, I want it. Das macht mich zur idealen Zielperson (oder auch Opfer) für Shoppingclubs wie Westwing (eher gediegen & edel) oder Fab (jünger & trendig), die einem allmorgendlich Geschirr- und Deko-Schnäppchen unter die Nase reiben. 70 Prozent reduziert! Restposten! Halber Preis! Sonderauflage! Buy 2, get 3! Trendfarben! Limitiert!

Bei beiden ärgert mich allerdings, dass die Produktpräsentation fast immer unter der stylischen Reduktion leidet: Schon mal versucht, weißes Porzellan zu beurteilen, wenn man pro Artikel gerade mal eine Draufsicht bekommt (siehe unten)? Ist das jetzt dünn oder dick, mit gewölbtem oder glattem Rand? Ist es glänzend, matt, strukturiert? Da wird der Einkauf zum Glücksspiel – zum misslungenen, wie im Falle meines Premierenkaufes bei Fab.

Weißes Porzellan

Im Überschwang der Gefühle hatte ich dort das schlichte, weiße Porzellan, das zu meinem neuen Küchenstandard werden sollte, gleich für 12 Personen bestellt.  Als es nach fast drei Wochen (eher schnell für solche Clubs, die erst Bestellungen sammeln, bevor sie ordern) eintraf, stellte mir mein freundlicher DHL-Postbote eine einzige, dafür aber 27 Kilo schwere Kiste in die Garage. Als ich die endlich in die Wohnung gehievt und ausgepackt hatte, kam die Ernüchterung: Das schlichte, weiße Porzellan war – beige. Alle fünf bestellten Sets. Nein, nicht gebrochen weiß, nicht creme, sondern beige. Mochte ich nicht, wollte ich nicht, musste ich also zurückschicken, obwohl mich der Gedanke grauste, die Monsterbox zur Post schaffen zu müssen.

Doch halt – so weit sind wir noch nicht. Zunächst suchte ich nämlich auf der Bestellseite bei Fab vergeblich nach einem Link “Zurücksenden” oder Hinweisen, wie man vorgehen muss. Nach nur zehn Minuten Warteschleife in der Fab-Servicehotline geriet ich jedoch an einen freundlichen jungen Herrn, der sich auch nicht erklären konnte, wieso der Umtauschen-Button ausgerechnet in meinem Konto fehlte. Immerhin schickte er mir prompt einen Retourenschein. Den klebte ich aufs Geschirrpaket, packte das und eine Sackkarre ins Auto (übrigens: Ich fahre Polo und musste für die Box die Rückbank umklappen). Vor der Postfiliale hievte ich mit Hilfe eines netten Passanten das Paket aus dem Kofferraum auf die Sackkarre, um es in die Filiale zu rollen und aufzugeben.

Und nun passierte – nichts. Auf meine Nachfrage nach zehn Tagen, ob die Retoure eingetroffen sei und ob man für eine Rückzahlung meine Kontonummer benötige, meldete sich der Fab Support mit dem wohlmeinenden Hinweis: “Möchtest du alle Artikel zurückschicken? Selbstverständlich kannst du dies kostenlos tun. Dazu gehe bitte in dein Fab-Konto unter “Meine Bestellungen” und…” Der hippe “Crackerjack”  (so nennen sich da die Support-Mitarbeiter) hatte nicht mal den ersten Satz meiner Mail zu Ende gelesen…

Also noch eine Mail. Und diesmal kam eine weniger hippe, aber dafür ordentliche Antwort:  “Wir prüfen, ob die Retoure im Lager ist und werden den Betrag schnellstmöglich erstatten.” Hey, schnellstmöglich war dann wirklich schnell: Schon am nächsten Tag kam die Bestätigung über die Rückerstattung, über… ähem, über drei Sets, wo ich doch fünf Geschirr-Packungen bestellt und sämtliche wieder zurück geschickt hatte. Also noch eine Mail – und bislang keine Antwort.  Ich warte – übrigens auch auf die nächste Geschirrlieferung von der Konkurrenz, von der ich hoffe, dass schlicht und weiß dort tatsächlich schlicht und weiß ist :-)

Nachtrag: Zwei Mails, zwei Hotline-Anrufe und zwei Tage später habe ich jetzt auch den restlichen Betrag zurückerstattet bekommen…

7 Kommentare zu “Gar nicht fabelhaft: Fab.de

  • 4. Juli 2012

    Ja ja, das gute alte “Analog-Einkaufen”… ;-)

  • 4. Juli 2012

    Ich habe auch schon viel bestellt und finde, dass gerade das Zurücksenden bei den Bestellclubs äußerst nervig ist. Ich musste bei grösseren Geschichten immer nachfragen. Außerdem beschleicht mich das Gefühl, dass es nicht immer 1. Wahl ist, die dort feilgeboten wird. Als ich einmal einen wirklich begründeten Verdacht hatte, habe ich auch geschrieben und bekam dann die Antwort, dass es natürlich 1. Wahl sei. Was sollen die auch antworten … Ich kaufe nur noch Einzelstücke, wenn ich das Material nicht beurteilen kann. Größere Mengen bestelle ich nur noch, wenn ich die Serie bereits kenne.

    • 4. Juli 2012

      Versuch macht kluch :-) Das werde ich jetzt wohl schlauerweise auch so handhaben wie du – Einzelstücke sind okay, aber alles andere sollte man vielleicht doch in der Hand gehabt haben…

  • 4. Juli 2012

    Ach Gabi- das hast Du schön beschrieben. Ich bin auch so ein “sucker for kitchen gadgets”…..und kann nur schwer widerstehen, bei besonders schönen und “praktischen” Dingen für Culinaria……

  • 4. Juli 2012

    Ach ja. Dürftige Artikelbeschreibungen und -bebilderungen sind wirklich ein Ärgernis, und leider kein seltenes. Wirken bei mir inzwischen aber als zuverlässige Bestellbremse. Ich mein, es ist schon klar, dass der Ausführlichkeit Grenzen gesetzt sind und frau für manche Details allenfalls per Mail nachfragen muss. Aber wenns schon an Basisinformationen fehlt, lass ich die Finger von. Anbieterseitige Wurschtigkeit muss ich nicht durch Bestellungen belohnen, find ich. ;-)

    • 4. Juli 2012

      Ich hatte sogar vorher schon mal hingeschrieben und gefragt, wieso sie meinen, dass man anhand eines dürftigen Bildchens eine Kaufentscheidung treffen könnte :-) Für meine “positive Rückmeldung” habe ich dann sogar einen 5-€-Gutschein bekommen. Bei diesme Geschirr bin ich dann aber doch schwach geworden – naja, das Ergebnis sieht man ja, feix…

  • 3. Juli 2012

    Na der Shoppingclub klingt ja nicht sehr empfehlenswert.
    Ich hatte auch schon mal Probleme mit bestelltem Geschirr bei brands4friends. Es kamen andere Muster als die bestellten oder manche Sachen gar nicht. Die fehlenden Sachen konnten sie mir natürlich nicht nachsenden. Ein Gutschein der die Höhe des Betrags deutlich unterschritt was mir fehlte, sollte ich dann bekommen. Nachdem wir Ihnen vorgerechnet hatten, welchen Wert die Sachen hatten die ich nicht bekommen hatte, wurde mir das Geld dann erstattet!
    Trotzdem eben ein echtes Schnäppchen gewesen ;).

    Hoffentlich hast du mit deiner anderen Bestellung mehr Glück.

    Herzliche Grüße
    Lena

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