Ob das der lang erhoffte “Crocky-Durchbruch” wird? Nachdem Weltbild ihn vor drei Jahren aus dem Sortiment genommen hat, bietet Tchibo als zweiter großer Versandhändler Slowcooker / Crockpots an – allerdings heißen sie dort Schongarer
Im Detail handelt es sich um das edel aussehende 3,5-l-Modell in schwarz von Morphy Richards. Ab dem 15. März können Privat-Card-Besitzer im Onlineshop oder telefonisch / schriftlich bestellen, allgemein erhältlich ist das Gerät ab dem 22. März – allerdings auch dann nur auf Bestellung, nicht in den Filialen. Wäre schön, wenn sich das Gerät – unter welchem Namen auch immer! – gut verkauft und die Crocky-Fan-Gemeinde weiter wächst…
“Kochen ohne Stress” überschreibt die Redakteurin des Online-Nachrichtenportals news.de ihren Artikel über Slowcooker. Dafür hat sie mich interviewt, einige Rezepte zusammen getragen und verweist auch auf einen Gerätetest, der mir bislang unbekannt war: Das etm-Testmagazin hat vier Slowcooker unter die Lupe genommen und in ihnen testgekocht. Die Ergebnisse gibt es es zum Download – allerdings nur gegen eine Gebühr von zwei Euro. Den news.de-Artikel von Sophia Sieber kann man dagegen gratis lesen: “Vergessen Sie den Schnellkochtopf: In einem Slow Cooker köcheln Speisen stundenlang vor sich hin und müssen nicht mehr beaufsichtigt werden. In Deutschland ist diese entspannte Art zu kochen bisher wenig bekannt. Doch der Trend schwappt aus den USA langsam herüber.
In den USA gehört der Slow Cooker seit mehr als 30 Jahren zum Standardinventar in der Küche. Dass sich die Geräte, auch Crock-Pots genannt, ausgerechnet dort entwickelt haben, dafür hat Gabriele Frankemölle, freie Journalistin und Autorin des Slow-Cooking-Buchs Die neue Art zu kochen, eine Erklärung. Die amerikanische Küche kenne sehr viele Gerichte mit Hülsenfrüchten, und ursprünglich war der Crock-Pot als Bean Cooker geplant: «Die US-Frauen, gerade die Berufstätigen unter ihnen, haben das Gerät quasi zweckentfremdet und weitere Rezepte dafür ersonnen. Der Vorteil des Slow Cookers liegt auf der Hand: Er kocht so langsam, dass nichts ansetzt, anbrennt und man trotz sechs oder acht Stunden Kochdauer nicht rühren, kontrollieren oder angießen muss.»”
Dass ich eigentliche keine solo-funktionalen Küchen-Kleingeräte mag, hatte ich hier schon mal ausgeführt: Können wenig und nehmen viel Platz weg. Ausnahmen von der Regel sind mein Eisbereiter und – neuerdings – ein Crème-Brûlée-Brenner. Nachdem ich mir schon -zig mal die Finger an den Schlangen des Ofengrills verbrannt habe oder die Finger in Karamel badete, beschloß ich, 25 Euro in Arbeitsschutz zu investieren und ärgere mich, dass ich das noch nicht früher getan habe: Mit dem kleinen Brenner ist es ein Klacks, die knackige Zuckerkruste zu produzieren. Die Ankündigung “Zum Nachtisch gibt es Crème Brûlée” hat damit viel von ihrer einstigen Dramatik verloren und das köstliche Dessert kommt jetzt viel häufiger auf den Tisch.
Mein letzter Köln-Trip (anno 2006 zur Photokina) endete in Düsseldorf. Nach stressiger Messe, gefrustet von -zig Umleitungen in der Altstadt und hoffnungslos überfüllten Parkhäusern drehten wir kurzerhand ab und erholten uns stattdessen beim nördlichen Rivalen. Seitdem habe ich die Domstadt auch nicht mehr angesteuert – bis gestern. Und nun bereue ich meine lange Abwesenheit, denn so eine Fülle interessanter Shops für Gourmets und Foodblogger habe ich auf kleinem Raum (alles innerhalb von zwei Stunden zu erlaufen!) noch nirgendwo entdeckt…
Nachdem ich oft Mails mit Fragen zum Crockpot, zu speziellen Töpfen, Zutaten oder Rezeptvorschläge erhalte, habe ich mich entschlossen, dafür eine eigene Plattform einzurichten – das Crockpot-Forum. Klar gibt es solche Foren auch schon woanders im Netz und Konkurrenz zu denen kann und will ich gar nicht sein. Mir geht es vielmehr darum, dass die Leute, die gezielt mich ansprechen, ihre Fragen beantwortet bekommen, ohne dass ich immer wieder Mails mit ähnlichem Inhalt schreiben muss. Und natürlich würde ich mich auch über Rezeptvorschläge und -diskussionen freuen. Daher meine herzliche Einladung: Registriert Euch und macht mit – jeder ist herzlich willkommen!
Wie ich hier schon geschrieben hatte, komme ich mit den Slowcooker-Garzeiten bei Hülsenfrüchten nur selten hin. Oft brauche ich viel länger als im Rezept angegeben – vermutlich weil gerade ungebräuchlichere Arten wie Kichererbsen oder Schwarzbohnen in deutschen Supermärkten oft überlagert sind. Damit Sie verlässliche Kochzeiten haben und das Rätselraten entfällt, habe ich Tipps zusammen gestellt und eine Garzeitentabelle geschrieben.
“Welchen Crocky soll ich mir nun kaufen?” Fragen nach der richtigen Slowcooker-Topfgröße höre ich ziemlich häufig – und zumindest in Bezug auf Liter lässt sie sich leicht beantworten (siehe unten). Was Modelle und Hersteller angeht, da möchte ich keine Empfehlung aussprechen: Ich selbst besitze sowohl einen kleinen Topf (siehe links, Morphy Richards) als auch einen großen (Apexa/Bartscher) und bin mit beiden zufrieden. Ob Digitalsteuerung (das ist meist KEINE Zeitschaltuhr!) oder Thermometer lohnenswerte Zusatzaustattungen sind, muss jeder selbst entscheiden – ich brauche es nicht. Und nun zu den richtigen Topfgrößen…
Der alte Grundlagenartikel zum Crockykauf ist eben das – alt. Daher habe ich gerade nochmal ausgiebig im Internet gesurft und im folgenden neue Bezugsquellen für Slowcooker und Schongarer aufgelistet, nachdem einige bisherige (Weltbild, Fluck direkt) offensichtlich versiegt sind. Wer weitere Online-Shops oder stationäre Ladengeschäfte kennt, wo es Slowcooker zu kaufen gibt: Für Hinweise an post (ät) usa-kulinarisch.de bin ich dankbar!
März 2011: Aktuell bietet Tchibo (für Premiumkunden ab 15. März, ansonsten ab 23. März) Morphy-Richards-Schongarer an. Es handelt sich um die kleinen 3,5-l-Töpfe in schwarz und es gibt sie nur zum bestellen, also nicht in den Filialen.
Ein Tipp von Leserin Ulrike: Eine größere Auswahl an Morphy Richards Slowcookern lässt sich auch über die Webseite von Amazon UK bestellen. Als Zahlweise ist dann jedoch nur Kreditkarte möglich.
Dass das Testkochen für’s geplante Crockyblog solche Ausmaße annimmt, damit hätte ich nie gerechnet: Jutta berechnet Stromkosten und wird ein “armes kleines Kaninchen aus der Truhe auf dem Altar der kulinarischen Wissenschaft opfern”. Ulrikes Kinder essen immer öfter vegetarisch – und mögen es perfiderweise auch noch, meine würden lauthals protestieren! Sivie modelt den Backofen zum Quasi-Crockpot um, Chaosqueen lebt ihren Küchenmaschinen-Tick (eigene Aussage) nun auch beim Langsamkochen aus, Christel berät mich telefonisch. Günther kocht Winterpunsch, Carin Fisch, Karin und Sabine Rippchen. Barbara testet Gulasch, Maria die Dampfnudeln, Heiner das Thai-Curry und, und, und… Ich bin überwältigt. Baff. Hingerissen. Ehrlich! 25 Crocky-BesitzerInnen (und Sivie natürlich
) helfen mir bei der Rezeptzusammenstellung sowie der Optimierung von Mengen und Garzeiten, investieren Zeit und Geld (Zutaten kosten ja schließlich auch was!) in das Projekt. Ich sage jetzt schon mal “besten Dank” und freu mich über die vielen netten Rückmeldungen, die ich nach und nach in den Rezepten ergänze.
Suppen und Schmorgerichte sind die typischen Slowcooker-Gerichte. Aber der Crockpot kann mehr: Ich habe ihn schon als Wasserbad für Schoko-Flans verwendet, Knuspermüsli geröstet und Dampfnudeln gegart. Selbst Kuchenbacken funktioniert, wie der Möhrenkuchen beweist, den ich heute darin zubereitet habe. Man könnte sich allerdings fragen, wo der Vorteil liegt, wenn die Garzeit keine 30 Minuten, sondern zwei, drei oder sogar vier Stunden dauert: Nun, in dieser Zeit muss ich tatsächlich nicht einmal nach Kuchen/Flan sehen oder bei Knuspermüsli respektive Dampfnudeln Sorge haben, dass etwas anbrennt. Vorbereiten – Topf anschalten – Wecker stellen – vergessen. Für jemanden wie mich, der im Home Office arbeitet und dabei über Photoshop-Problemen oder WordPress-Installationen tatsächlich oft die Zeit vergisst, ein unschätzbarer Vorteil!
Kennt den jemand, hat den jemand und braucht man den überhaupt? Das hatte Christel von der Koch- und Backoase in einem ihrer ersten Artikel zum Thema Crockpot / Schongarer gefragt. Ja, ich kenne ihn, ich habe ihn und ich brauche ihn – zumindest während meiner organisierteren Lebensphasen. Denn so ein Langsamkocher, so lautet meine persönliche Zwischenbilanz, erfordert Planung und zwar reichlich davon. Manchmal plane ich gern und benutze den Slowcooker entsprechend häufig – beispielsweise für die nebenstehenden Kohlrouladen nach Christels Rezept. Manchmal versinkt mein Haushalt jedoch auch im kreativen Chaos ich und entscheide 30 Minuten, bevor die Familie zum Essen einläuft, was ich wohl auftischen werde. Was und wem der Crocky also nutzt, was er gut kann und was weniger habe ich im folgenden nochmals aufgeschrieben…
Es wird wohl doch langsam Zeit für den Slowcooker-Grundsatzartikel, den ich zwar schon ewig auf meiner To-Do-Liste stehen, aber eben noch nicht geschrieben habe. Anlass waren zwei Mails, die mich diese Woche erreichten.
Mail A: “Hallo, ich bin neue stolze Besitzerin eines Slowcookers. Ich suche Rezepte, die komplette Menüs sind. Das heisst: Fleisch mit Gemüse und Beilagen. Die Rezepte, die ich bis jetzt gefunden habe, müssen in der Pfanne vorgebräunt werden und die Beilagen kochen im Slowcooker nicht mit.”
Mail B: “Ich habe mir jetzt auch einen Crockpot zugelegt. Frage: Hast du schon mal Roastbeef darin gemacht, im Kern rosa und nicht durch?? Falls ja, welches Gewicht hatte dein Fleisch und welche Zeiten hast du gebraucht?”
Rosa Roastbeef oder ganze Menüs im Crockpot? Tut mir sehr leid, aber das geht nicht – dafür aber vieles andere!



