Archiv für ‘Kochbücher’ Kategorie:
Jamies Amerika: Killer Mac’n'Cheese
Was Kochbücher angeht, so kaufe ich lieber Standardwerke wie das oder das
hier statt Rezeptkollektionen von Promis mit oft kurzer Halbwertszeit und manchmal geringem Nutzwert. Aber wenn Jamie Oliver über Amerika
schreibt, komme ich selbstredend daran nicht vorbei - schließlich ist die US-Küche meine erste kulinarische Liebe, ich konnte eher Brownies als Bisquitboden backen! Ich habe also bestellt - und es nicht bereut: Schon beim ersten Durchblättern haben mich die wunderschönen atmosphärischen Fotos und die sympathischen Begleittexte zu Regionen (New York, Louisiana, Arizona, Los Angeles, Georgia, Wildwest) und Rezepten begeistert. Jamie selbst hat sich für meinen Geschmack zu oft im Bild platziert - typisch Promi-Kochbuch eben. Aber das Layout ist frisch und übersichtlich, Schriften und Farben symbolisieren mit viel Rot und Blau förmlich “USA”.
1000 Recipes to try before you die: Eine Lebensaufgabe…
Fast zweieinhalb Kilo schwer und 2048 Seiten stark: 1000 recipes to try before you die (trotz des Titels mit deutschem Inhalt) ist definitiv das massigste Kochbuch, das bei mir im Regal steht. Beziehungsweise es liegt auf dem Wohnzimmertisch und ich habe es nach vielen Abenden Durchblättern schon mit reichlich “Fähnchen” bei Rezepten versehen, die ich gerne nachkochen möchte. Schon komisch, wenn sich das verlockend klingende Bohnen-Reis-Gericht aus Costa Rica auf Seite 1728 wiederfindet - solche Seitenzahlen ist man sonst nur von Meyers Konversationslexikon gewohnt! Masse bietet der Band also reichlich - aber angesichts des doch sehr günstigen Preises von 20 Euro auch Klasse? Weiter lesen »
Urlaubs-Mitbringsel: Applesauce Coffee Cake
Neben zwei Pfund zusätzlich auf den Hüften (sein Urlaubsland muss man sich schließlich auch er-essen!) gehört üblicherweise ein Kochbuch zu meinen Reisemitbringseln. Diesmal ist es das “The Martha Stewart Living Cookbook: The New Classics”, 672 Seiten stark und - bis auf eine kurze Introsektion mit Food-Fotos - unbebildert. So hat die erstaunliche Zahl von 1200 Rezepten darin Platz. Das sind alles Gerichte, die seit dem Jahre 2000 im Living-Magazin der (allzu) geschäftstüchtigen Über-Hausfrau Martha Stewart erschienen sind. “New Classics” trifft es: Amerikanische Standards wie Meatloaf, Sandwich, Pies werden in Richtung Asien oder Italien aufgepeppt. In den Zutatenlisten finden sich also reichlich Pak Choi, Sojasauce, Pesto, Balsamico, Rucola. Sehr verlockend lasen sich die Wrap-Rezepte, von denen ich den arabisch gewürzten “Roasted Eggplant, Zucchini and Chickpea Wrap” bereits ausprobiert, aber nicht fotografiert habe. Er schmeckte großartig, aber das Wrap-Brot bröselte so unansehnlich
Als erste Kostprobe gibt’s hier stattdessen den Applesauce-Coffee-Cake, für den ich mich entschieden habe, weil ich dringend noch etwas Apfelmus aufbrauchen musste…
Secret Cupcakes - geheimnisvolle Schokoküchlein
Den sehr kitschig anmutenden Namen habe ich diesen lockeren Schokoteilchen mit Bedacht verpasst. Im Original heißen sie nämlich Schokoladen-Mayonaise-Cupcakes und das ist eine Bezeichnung, die die meisten wohl sehr abschreckend finden. Auch ich habe erst eine ganze Reihe anderer Rezepte aus Cynthia Barcomi’s Backbuch nachgebacken, bevor mich das hinreißende Foto zu diesen Törtchen doch noch verleitet hat, das Experiment zu wagen. Mayo im Kuchen? Das ist übrigens gar nicht so abwegig, wie es klingt, denn gute Majonaise besteht schließlich aus kaum mehr als Öl und Eigelb. Die schlichte, vollfette sollte es für dieses Rezept allerdings schon sein, keine Salatcreme, keine Remoulade, keine mediterrane Variante mit Olivenöl und schon gar nicht - Gott bewahre! - Aioli
Die Schokoteilchen werden sehr schön locker und schmecken gar nicht nach Mayo. Das Frosting aus saurer Sahne und weißer Schokolade gefiel mir ausgesprochen gut, es ist cremig und (sehr unamerikanisch!) nicht zu süß.
Blogvent XXX - Ingwer: Hähnchenwürfel mit warmer Ingwersauce
Ingwer mag man - oder man mag ihn nicht. Ich mag ihn nicht und leider hat mich auch Sarah Wieners Rezept “Hähnchenwürfel mit warmer Ingwersauce” nicht vom Gegenteil überzeugen können. Der Geflügelpart war lecker und ausgesprochen kindgerecht (quasi eine Hausmacher-Version von McD Nuggets), die Sauce fand ich grässlich! Als Hauch in fernöstlichen Gerichten schmeckt mir Ingwer noch, aber wenn er so prominent daher kommt wie hier, dann endgültig nicht mehr. Mein Beitrag für das Blogevent XXX - Ingwer, diesmal ausgerichtet von Kochschlampe, bekommt also von mir selbst die Note “Sechs, setzen, Thema verfehlt”. Denn ich habe die Sauce weggeschüttet und stattdessen unsere bewährte süß-saure zubereitet
DKduW: “Cooking with Mickey around our world” & Chocolate Chip Cookies
DKduW steht für ein neues monatliches Blogevent - Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen. Die nette Idee, die dahinter steckt: Gebt all den angestaubten Exemplaren eine Chance, aus denen Ihr noch nie etwas gekocht habt oder die ihr schon lange nicht mehr in den Händen hattet. Da kommt mir direkt mein allererstes englischsprachiges Kochbuch in den Sinn, dass ich 1987 gekauft geschenkt bekommen habe: “Cooking with Mickey around our world”, ein spiralgebundenes 300-Seiten-Exemplar mit den meistgefragten Rezepten aus den Disney-World-Restaurants, heute heisst es Disney’s Cooking with Mickey & Friends. Ich glaube, ich habe es damals in einem der Souvenirshops des Freizeitparks in Florida unzählige Male in den Händen gedreht - und es dann doch nicht gekauft. $9.95 + tax waren an einem der letzten Tage einer vierwöchigen USA-Rundreise eine Menge Geld. Heimlich erstanden hat es dann meine (damalige und heutige) Freundin und Reisebegleiterin Martina, um es mir einige Wochen später zum Geburtstag zu schenken. Tolle Idee!
Der Band enthält einige sehr schöne Rezepte, vor allem die des “Polynesian Terrace”-Restaurants gefielen mir, da ich mein USA-Austauschjahr zuvor zur Hälfte in Hawaii verbracht hatte. Als erstes nachgekocht habe ich daher Fried Rice und Pua Peanut Pork, dazu Mai Tais und Pina Coladas gemixt. Die 80er waren groß in Sachen Cocktails
Mein Favorit aber waren die Chocolate Chip Cookies, die selbst ich als damals blutiger Kochanfänger gut hingekriegt habe.
California Walnut Bread mit zwei Aufstrichen
Als ich mein erstes Brotbackbuch im Internet bestellt habe, bin ich einem Irrtum aufgegessen: Statt der vielgelobten “Bread Bible” von Rose Levy Beranbaum habe ich das Werk von Beth Hensperger
erwischt, das genauso betitelt ist. Letzteres gefällt mir jedoch auch sehr gut: Ein übersichtliches Buch ohne Schnickschnack, dafür mit 300 gut geschriebenen Rezepten, die die (US-)Bandbreite von herzhaftem bis süßem Brot bis hin zu Quickbreads (Rührkuchen) abdecken. Fast alles, das ich bislang nachgebacken habe - vor allem aber die Sweet Vanilla Challah, das Oatmeal-Potato-Bread und die Cinnamon Rolls with Irish Cream Glaze - schmeckten ausgezeichnet.
Auch das California Walnut Bread - würzig, aber nicht herb - kann ich empfehlen. Ich habe es für das American Cooking Festival gebacken und mit zwei Aufstrichen (Tuna Mousse & Herbed Lemon Goat Cheese Spread) als Vorspeise serviert.
Für den Vorrat: Lemon Poppy Seed Pound Cake
So etwa 150 Kochbücher werden es wohl sein, die ich gesammelt habe. Darunter einige schöne Bildbände zum Blättern, einige Fehlkäufe mit augen-unfreundlichem Layout oder völlig abgehobenen Rezepten, viele So-La-La-Exemplare und ein paar echte Lieblingsbände. Zu letzteren gehört das New Cookbook von Better Homes and Gardens - in den USA so etwas wie hierzulande das Dr. Oetker-Schulkochbuch. Das Buch im typischen rotkarierten Einband bietet 1200 zuverlässige Grundrezepte für das ganze Spektrum der “klassischen” amerikanischen Hausmannskost. Was mir vor allem gefällt: Der weitgehende Verzicht auf Fertigprodukte (die man hierzulande eh nicht bekommt) und die Liste von Variationen, die an jeden Rezept angehängt ist. Auf dem BHG Cookbook stammt auch dieses Rezept für einen gut haltbaren Rührkuchen, der uns die ersten Urlaubstage in Ostfriesland (bei leider sehr schlechtem Wetter) etwas versüßte…
Tassajara Weizen-Vollkornbrot
Backen ist Meditation - naja, oder so ähnlich. Für Esoterik habe ich ja eigentlich nix übrig, aber in Edward Espe Browns Buch-Besteller ” The Tassajara Bread Book” stehen schon einige kulinarische Weisheiten und schöne Gedanken. So zum Beispiel, dass ein gutes Brot mehr benötigt als Mehl, Wasser und Hefe, nämlich achtsame Zubereitung und Zeit. Vor allem aber stehen viele tolle Rezepte drin, die im Ersterscheinungsjahr 1970 gerade zu revolutionär waren: Brot aus Vollkornmehl - und das in den USA, wo das blendend weiße Pappbrot dominiert! Das Grundrezept “Tassajara Yeasted Bread” (Tassajara ist übrigens ein Zen-Kloster in Kalifornien, in dem Brown kochte) war das erste, das ich nachgebacken habe - mit Erfolg: Ein lockeres Weizenvollkornbrot, nicht zu herb, mit einer eher soften Kruste. Sowas kommt auch bei Kindern gut an…
Verkehrter Birnenkuchen
Born to Cook II von Tim Mälzer war ein Weihnachtsgeschenk - eines das bislang recht unbeachtet im Regal stand, weil mir nach mediterraner Sommerküche und Frischfisch noch nicht so recht der Sinn stand. Jetzt habe ich das erste Gericht nachgekocht bzw. nachgebacken - den “verkehrten Birnenkuchen”, bei dem das Obst unten in der Form landet, der Teig darüber. Nette Idee, vor allem wenn man wirklich reichlich Zucker und Butter als Unterlage verwendet, so dass sich eine Karamelkruste ergibt. Aber dafür reichten zwei Esslöffel brauner Zucker nicht…

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