Vanilliger, weicher, saftiger Rührkuchen (ja, der fertig gekaufte aus dem Cellophanpack) ist eine meiner geliebten Geschmacksverirrungen. In Holland heisst er Hotelcake und hier hatte ich schon mal vergeblich versucht, den nachzuempfinden. Völlig unerwartet ist es mir jetzt gelungen: Auf der Suche nach einem Rezept, in dem ich den Saft einiger verschrumpelter Orangen und Mandarinen verwerten konnte, entdeckte ich die kleine Mandarinen-Orangen-Zitronen-Torte der Hedonistin (schade, dass sie sich so rar macht!). Lemon-Curd für eine Füllung hatte ich zwar nicht, stattdessen strich ich eine Frischkäse-Creme obenauf. Im Teig ersetzte ich den Naturjoghurt durch Vanillejoghurt – aber ob das der Grund war, dass der Teig so schön dicht-vanillig-saftig-superlecker wurde? Keine Ahnung, vermutlich hat einfach zufällig die Relation von Flüssigkeit-Fett-Mehl optimal gepasst. Wie auch immer – dieser Kuchen wird ins Standardrepertoire aufgenommen.
Kategorie : Backen
Als langjährige Leserin meiner Amerika-Kochseite hat sich Gilda jetzt zu Wort gemeldet und ein Kürbiskuchen-Rezept geschickt, das weder Pie noch Cheesecake oder Muffin ist. Da mir genau das in der Sammlung noch fehlte, habe ich es zum Halloween-Brunch und der inoffiziellen Kücheneinweihung ausprobiert. Es muss prima gewesen sein – als ich nach den herzhaften Leckerein schlußendlich selbst ein Stückchen probieren wollte, war keines mehr da. “Wie Gewürzkuchen”, fand meine Tochter…
Sie findet sich cupcakeinkompatibel und eigentlich (ach, auch uneigentlich) hat sie ja recht: Ein Trendgebäck, das meist optisch mehr verspricht als es geschmacklich halten kann. Das habe ich selbst schon mehrfach festgestellt – was mich aber nicht davon abhält, immer wieder auf wunderbarste Foodfotos hereinzufallen und Cupcakes nachzubacken. Hier habe ich ein Rezept von Nook & Pantry abgewandelt und beim Frosting einen Rest gesüßte Kondensmilch verwendet. Alles in allem ganz lecker und durchaus nachbackenswert – und trotzdem wieder mehr optischer Schein als geschmackliches Sein…
========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Orange-Carrot Cupcakes mit Truffle Frosting
Kategorien: USA, Kleingebäck, Möhren
Menge: 12 Stück
======================= FÜR DIE CUPCAKES =======================
100 Gramm Brauner Zucker
50 ml Öl
1 Teel. Vanillesirup oder Vanillezucker
1 Ei
1 Prise Salz
100 Gramm Möhren, geraspelt
1/2 Orange; den Saft
1 Orange; die abgeriebene Schale
1 Teel. Backpulver
125 Gramm Mehl
30 Gramm Haferflocken
1 Prise Muskat, Ingwer und Zimt nach Gecshack
======================= FÜR DAS FROSTING =======================
75 Gramm Butter, zimmerwarm
50 Gramm Frischkäse, zimmerwarm
1/2 Dose gesüßte Kondensmilch (Milchmädchen), zimmerwarm
Orangenzesten
============================ QUELLE ============================
abgewandelt von http://find.myrecipes.com/recipes/
recipefinder.dyn?action=displayRecipe&recipe_id=520402
– Erfasst *RK* 29.09.2010 von
– Gabriele Frankemölle
Eine 12er Muffinform mit Papierförmchen auslegen, beiseite stellen.
Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Zucker, Vanillezucker, Öl, Salz und Ei mit dem Mixer schaumig
schlagen. Langsam den Orangensaft, die Orangenschale und die Möhren
unterrühren. Mehl mit Haferflocken, Gewürzen und dem Backpulver
mischen und dann zum Teig geben. Gut durchrühren, bis ein glatter
Teig entstanden ist. Den Teig in die Papierförmchen verteilen
(maximal 2/3 Höhe) und etwa 18 bis 20 Minuten backen lassen. Die
Cupcakes auf einem Gitter auskühlen lassen.
Für das Trüffel-Frosting alle Zutaten auf Zimmertemperatur kommen
lassen. Die Butter mit dem Mixer sehr schaumig rühren und in kleinen,
haselnussgroßen Portionen den Frischkäse nach und nach dazu rühren
(geschieht das zu schnell, gerinnt die Creme!). Zum Schluss langsam
in einem sehr dünnen Strahl die Kondensmilch einrühren. Eventuell
mit Orangenschale aromatisieren. Creme in Tuffs auf die abgekühlten
Cupcakes spritzen, mit Orangenzesten garnieren.
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Zweimal im Jahr gehen eine Gruppe von Freundinnen und ich zum Flohmarkt – nicht als Besucher, sondern als Beschickerinnen. Wir belegen 20 Meter Bürgersteig, bauen erst unsere Tapetentische, Kleiderständer und Kisten voller Trödel auf und anschließend die Campingstühle und Kühltaschen. Dann folgt traditionell der kontraproduktive Teil des Geschäftes: Statt zu verkaufen, wird erstmal im Fundus der anderen geschummelt und eingekauft: “Wie, die Vase tust du weg, die ist doch total schön!” “Die Jacke könnte ich gut für die Gartenarbeit gebrauchen…” “Wieviel willst du für die elektrische Plätzchenpresse – nur zwei Euro?” Während sich das Portmonee leert, wird der Magen aufgefüllt – je nach Außentemperatur mit Prosecco oder Glühwein und einigen pikanten Häppchen. Diesmal habe ich kleine Kürbis-Quiches gebacken und dafür mein Lieblingsrezept etwas variiert – obwohl die Veranstaltung ja eigentlich “Sippelmarkt” (Zwiebelmarkt) heisst…
Nach deutschem Kuchenempfinden sind original amerikanische Brownies klitschig und zu süß. Ja, sogar mir zu süß, obwohl ich mich sonst vor Baklava oder Turrón nicht bange mache. Aber Rezepte mit doppelt soviel Zucker wie Mehl? Nee, das krieg ich trotz aller USA-Begeisterung nicht fertig. Also habe ich die knapp 500 g des Smitten-Kitten-Original zu 175 g zusammen gestrichen. Damit habe ich zwar keine echten Brownies mehr produziert, aber sehr leckere, feuchte Schokoschnitten mit einer Frischkäsefüllung. Die sind auch so noch mächtig genug, dass man sie in kleine Quadrate schneiden und konfektartig servieren sollte. Abgesehen davon, dass das viel hübscher aussieht als klotzige Stücke… Weiter lesen
“Kochseiten sind wie Internetpornos, hässlich und geschmacklos,” befindet Grischa Rodust hier bei Welt online. Hmm, hässlich und geschmacklos finde ich vor allem Pauschalurteile! Kochbücher und Kochseiten im Web gegeneinander zu stellen ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Das eine ist Genuss, Muße, Luxus – das andere ist Gebrauchswert, Schnelligkeit und Vielfalt. Es gibt grottige Kochseiten, jawohl – aber es gibt auch grottige Kochbücher, bei denen ich mich frage, wer die wohl lektoriert hat. Und für die habe ich dann vielleicht sogar noch Geld ausgegeben, während ich unansehnliche, nutzlose Kochseiten im Web ohne finanziellen Schaden per Mausklick schließe. Auch wenn Rodust den Chefkoch schrecklich findet – die Seite gehört zu meinen Favoriten, denn zu jeder Zutat, zu jeder Zubereitungsart findet sich schnell das passende Rezept. Auf der jahreszeitlichen Suche nach “Pflaumen” und “Grieß” stieß ich zum Beispiel auf diesen hevorragenden Zwetschgen-Amaretti-Kuchen mit vielen positiven Kommentaren. Tja, Herr Rodust, das kann ein Kochbuch nicht: Mir Hinweise geben, wie das Rezept bei -zig anderen angekommen ist, was die geändert und eventuell verbessert haben! Das findet übrigens auch ein anderer Welt-Autor, Holger Kreitling: Vergesst Kochdarsteller! Nutzt Rezepte aus dem Netz!
Diese Kekse hätten vermutlich auch Elvis geschmeckt: Erdnussbutter-Banane soll schließlich sein Lieblingssandwich gewesen sein. Bei uns wurden die Plätzchen von Baking Bites aber nicht im Gedenken an den King gebacken, sondern schlichtweg weil (mal + wieder) zu viele braun gewordene Bananen im Obstkorb lagen. Zudem stand ein angebrochenes Glas Erdnussbutter herum, das Sohnemann verschmähte, weil es nicht seine super-klebrige original US-Lieblingssorte ist. Die Cookies mochte er aber trotzdem, genauso wie der Rest der Familie. Wer übrigens noch keine Erfahrung mit US-Cookies hat: Sie sind “chewy”, also eher kuchenartig weich und nicht “crispy”, knusprig. Wer lieber etwas mehr Biss mag, lässt sie einige Minuten länger im Ofen.
So schnell können wir das Obst derzeit gar nicht essen, wie es Fruchtfliegen anzieht – oops, hatte ich schon gesagt
Auch Bananen werden in Nullkommanix braun und – für den Geschmack meiner Kinder – zu weich, um sie noch mit zur Arbeit oder zur Schule zu nehmen. Kein Problem: Überreife Bananen als Bananen-Shake, Bananen-Nuss-Brot oder Bananen-Pudding werde ich allemale los. Für einen Kuchen ohne Backen (boah, bitte nicht auch noch den Backofen anstellen, es ist eh zu heiß!) habe ich jetzt einen Banana Cream Pie mit Bananas Foster gekreuzt: Keks-Krümelboden mit Bananenscheiben, Pudding, Sahne, obenauf Karamelsauce und Whiskey. Sah gut aus und schmeckte sehr lecker – nur gut durchgekühlt sollte er sein, eiskalt quasi. Hmm, ob ich nochmal versuche, den als Icecream Bananas Foster Cream Pie nachzubauen?
So schnell können wir das Obst derzeit gar nicht essen, wie es in der Obstschale Fruchtfliegen anzieht. Auslagern in den Kühlschrank ist leider keine Lösung (der ist sowieso pickepacke voll) – also wird gebacken
Aber mit Trauben? Genau wie Erdbeeren hatte ich die bislang immer roh verwendet. Ein Versäumnis, sage ich jetzt: Diese schnell gebackene Tarte ist knusprig-lecker und benötigt wegen der süßen Trauben wenig zusätzlichen Zucker. Kalorienarm macht sie das natürlich nicht, auch wenn ich “nur” Schmand statt der Creme Fraiche im Original von Essenslust verwendet habe.
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“Zaubern Sie sich mit diesen Cakes ein Provence-Feeling herbei und genießen Sie die außergewöhnliche Kombination an Aromen”, lockt der Begleittext zu diesem Küchengötter-Rezept. (“Pseudo-Provencefeeling für Touris”, sagt Bolli dazu
) Aber welch traumhaftes Foodfoto: Rosefarbene Sahnetuffs auf appetitlich-braunen Törtchen, zartlila Lavendelblüten als Deko – wer kann da schon wiederstehen? Ich jedenfalls nicht und habe das Rezept nachgebacken. Der Törtchenteil gelang auch ausgesprochen gut, aber auf die Lavendelsahne werde ich das nächste Mal verzichten. Mit den vorgeschlagenen 2 Teelöffeln getrockneter Blüten wurde das Aroma viel zu intensiv und der Biss ins Törtchen kam mir vor wie der in ein Wäschesäckchen. Also entweder viel weniger Lavendelblüten verwenden oder gleich mit Amaretto abschmecken. Ich bevorzuge letzteres – damit habe ich ja wohl ein bisschen das Thema verfehlt, wenn ich dieses Rezept als Beitrag für das Juni-Event “Essbare Blüten” beim Gärtnerblog melde. Obwohl: Selbst wenn ich auf das Lavendelaroma in der Sahne verzichte, sind ausgezupfte winzige Lavendelblüten als Gebäckschmuck in jedem Fall schön!
Gibt’s die Aktion “Kleine Kuchen” eigentlich noch? Falls ja, freut es mich – falls nein, danke ich der Hedonistin für die gute Idee und die viele Arbeit, die sie sich gemacht hat! Dieser Pfirsich-Pie mit feiner Mandelnote ist auch ohne Blogevent einen Beitrag wert – allerdings bedeutet kleiner Kuchen in diesem Fall nicht wenig Arbeit. Im Gegenteil: Der bröselig-knusprige Pieteig ist etwas knifflig und muss mühsam in die kleine 20-cm-Springform gefieselt werden. Für die Füllung habe ich die Pfirsiche gehäutet, bevor ich sie mit Amaretto aromatisiert und mit etwas Speisestärke überpudert habe. Weniger empfindliche Gemüter sparen sich das Überbrühen, aber “samtige Pfirsichhaut” lässt mich – kulinarisch gesehen - erschaudern und ich kann sie roh kaum anfassen. Hmm, warum habe ich nicht einfach Nektarinen gekauft???
Wie, Erdbeeren können Reste sein? Ja, das können sie – wenn es die mißgestalteten, nicht gerade superreifen Exemplare sind, die bei der Zubereitung des Erdbeer-Tiramisu übrig blieben. Meine erste Idee, Erdbeer-Käsekuchen-Eis, konnte ich gleich verwerfen – der Gefrierbehälter der Eismaschine stand in der Vorratskammer, nicht in der Kühltruhe
Also etwas backen? In einem meiner älteren Backbücher (Süße und pikante Muffins) wurde ich fündig: Muffins, in denen ich bequemerweise auch den fast abgelaufenen Becher Erdbeer-Joghurt unterbringen konnte. Die Familie verschlang die ersten Muffins noch lauwarm – und so schmeckten sie mir auch am besten, ganz frisch mit einer Tasse Kaffee. Huch, gerade gesehen – Petra hat heute etwas ähnliches gebacken, nur feiner: Erdbeer-Financiers!



