Beiträge mit ‘Brot’
Bread Baking Day: Morgenmuffel-Brötchen
Wenn’s schnelle Brötchen geben soll, bringe ich meist Biscuits nach US- oder Scones auf englische Art auf den Tisch. Doch auch Hefebrötchen lassen sich ruck-zuck backen - wenn man denn am Abend vorher etwas vorarbeitet. Am nächsten Morgen müssen die im Kühlschrank aufgegangenen Teiglinge nur noch in den nicht mal vorgeheizten Ofen geschoben werden, fertig. So wenig Mühe für so leckere frische Brötchen - das ist mir die Meldung zum 4ten World Bread Day auf alle Fälle wert!
World Bread Day ‘07: Schnelles Dinkel-Buchweizen-Brot
Was Backzutaten angeht, sitze ich an der Quelle - mit einem Mann, der in einer Mühle arbeitet, und auf Zuruf Anruf selbst ausgefallenste Mehle mitbringt. Spezialität des Familienbetriebes ist das Schälen des harten Buchweizens. Gerade zwei Mühlen in Deutschland verstehen sich noch darauf! Buchweizen hat mit Weizen nichts zu tun, sondern ist ein Knöterichgewächs, das kargen Boden bevorzugt. Aus Buchweizenmehl, Wasser und kaltem Kaffee (kein Witz!) werden in unserer Region die traditionellen westfälischen “Pannekoken” gebacken. Als Brotmehl ist der dunkle, nussige Buchweizen weniger bekannt - Grund genug, zum World Bread Day ein Buchweizenbrot zu backen! Das Rezept stammt aus einem kleinen Kochbuch der Mühle mit Buchweizen- und Kamut-Rezepten und ist das wohl schnellste Brot, das ich bisher gebacken habe. Der Teig muss nicht einmal gehen, sondern wird kurzerhand in der Kastenform in den nicht vorgeheizten Ofen geschoben.
Pleiten, Pech & Pannen: Rain-and-Sun Braid
Erfahrene BrotbäckerInnen wissen das: Brot backen ist im Prinzip (wie bei Radio Eriwan
nicht besonders viel Arbeit. Das Kneten erledigt die Küchenmaschine, die meiste Zeit steht der Teig und geht. Okay, abwiegen und formen kann keine Maschine - aber das dauert auch nicht sooo lange.
Sehr aufwändig fand ich allerdings die Zubereitung dieses Rain-and-Sun Braid, eines Hefezopfes aus der Bread Bible von Beth Hensperger. Seinen poetischen Namen hat das Gebäck wohl von den zwei verschiedenen Teigen - dem “sonnigen” mit Maismehl und Ahornsirup und dem “verregneten” mit dunklem Buchweizen und Buttermilch. Das klang vielversprechend - aber erfüllte die Erwartungen überhaupt nicht. Das Brot erschien mir eher trocken, der Charakter der unterschiedlichen Teige kam nicht gut heraus. Von wegen “Rain & Sun”, eher “Sägemehl zweier Couleur”, das auch noch einen Haufen Arbeit gemacht hat - gibt’s wohl nicht wieder.
BBD 3: Möhren-Sonnenblumenkern-Brot
Meine Familie besteht aus echten Westfalen, die Brot entweder als blütenweißen Stuten oder rabenschwarzen Pumpernickel mögen. Hefezopf, Rosinenbrot und Schwarzbrot essen sie, ein mildes Haferflockenbrot auch noch. Mit Verachtung wurden dagegen in den letzten Wochen meine Sauerteigversuche gestraft, egal ob es sich nun helles Sauerteigmischbrot oder Ölsaatenbrot handelte. Und auch das Möhren-Sonnenblumenkern-Brot, mein Beitrag für den Bread Baking Day 3, fand keine Gnade: “Riecht zu sauer!” Hmm, mir schmeckt es - aber wie soll ich komplette Brote allein aufessen? Ich schätze mal, meine Sauerteig-”Karriere” endet damit, bevor sie richtig angefangen hat…
Sonntagsbrot: Sweet Vanilla Challah
Die Bread Bible von Beth Hensperger war eigentlich ein Fehlkauf - ich hatte das gleichnamige Exemplar von Rose Levy Beranbaum haben wollen. Andererseits enthält der 480-seitige Band zwar wenig Grundlageninformationen, aber dennoch sehr schöne Rezepte, so zum Beispiel das für die Sweet Vanilla Challah, ein Hefebrot nach jüdischer Art. Es wird mit sehr vielen Eiern gebacken, die Krume ist zart, kuchenartig und goldgelb. Die Menge ergibt zwei interessant geformte “Turbane”, einer zum Sofort-Essen mit Butter und Marmelade, der andere zum Einfrieren. Im Originalrezept wird Vanilleessenz verwendet, ich habe selbst gemachten Vanillezucker benutzt - von ausgeschabten Vanillestangen, die ich einfach eine Weile in Haushaltszucker lege.
California Walnut Bread mit zwei Aufstrichen
Als ich mein erstes Brotbackbuch im Internet bestellt habe, bin ich einem Irrtum aufgegessen: Statt der vielgelobten “Bread Bible” von Rose Levy Beranbaum habe ich das Werk von Beth Hensperger
erwischt, das genauso betitelt ist. Letzteres gefällt mir jedoch auch sehr gut: Ein übersichtliches Buch ohne Schnickschnack, dafür mit 300 gut geschriebenen Rezepten, die die (US-)Bandbreite von herzhaftem bis süßem Brot bis hin zu Quickbreads (Rührkuchen) abdecken. Fast alles, das ich bislang nachgebacken habe - vor allem aber die Sweet Vanilla Challah, das Oatmeal-Potato-Bread und die Cinnamon Rolls with Irish Cream Glaze - schmeckten ausgezeichnet.
Auch das California Walnut Bread - würzig, aber nicht herb - kann ich empfehlen. Ich habe es für das American Cooking Festival gebacken und mit zwei Aufstrichen (Tuna Mousse & Herbed Lemon Goat Cheese Spread) als Vorspeise serviert.
breadbakingday: Herbed Bubble Bread
Brot mit Kräutern ist das Thema des ersten breadbakingday, den Zorra als neues monatliches Event im Kochtopf ausgerufen hat. Dazu eingefallen ist mir dieses herzhafte, amerikanische “Bubble Bread”, das bei Grillparties immer gut ankommt und auch hervorragend zu Pastagerichten passt. Vor allem die Kinder zupfen sich gerne die kleinen Brötchen aus der großen Form! Man könnte sicherlich auch noch Käse obenauf streuen, aber mir reicht der Frischkäse im Teig, der eine interessante frische Note gibt. Wer Knoblauchbrot mag, verwendet statt einer Prise Knoblauchgranulat eine oder mehrere zerdrückte Knoblauchzehen in der Butter zum Wälzen.
Kerniges Joghurt-Mischbrot
Vor Hefe mache ich mich nicht bange, vorm Brotbacken demzufolge auch nicht - schon gar nicht, seitdem meine KitchenAid auch zähe Teige mischt und knetet. Sauerteig ist allerdings etwas, an das ich mich noch nicht gewagt habe. Als chronischer Matheversager zucke ich schon zusammen, wenn ich sowas wie “97 Prozent Hydration” lese - herrjeh, wie rechnet man das denn aus? Als leicht chaotische Natur widerstrebt es mir zudem, mich regelmäßig mit dem Ansatz beschäftigen zu müssen. Ob der meinen Kühlschrank annektiert, wenn ich vergesse, ihn zu füttern? Oder stirbt er einen stillen Tod, vorwurfsvoll vor sich hinschimmelnd?
Glücklicherweise gibt es auch Brote, die nach Sauerteig schmecken, obwohl keiner drin ist - zum Beispiel dieses Joghurt-Mischbrot, schön feucht und mit leckerer Kruste. Die Flüssigkeitsmenge scheint allerdings etwas hoch zu sein. Ich habe zwei, drei EL Vollkornmehl zusätzlich hinzugefügt, damit der Teig nicht mehr ganz so arg klebt.
Tassajara Weizen-Vollkornbrot
Backen ist Meditation - naja, oder so ähnlich. Für Esoterik habe ich ja eigentlich nix übrig, aber in Edward Espe Browns Buch-Besteller ” The Tassajara Bread Book” stehen schon einige kulinarische Weisheiten und schöne Gedanken. So zum Beispiel, dass ein gutes Brot mehr benötigt als Mehl, Wasser und Hefe, nämlich achtsame Zubereitung und Zeit. Vor allem aber stehen viele tolle Rezepte drin, die im Ersterscheinungsjahr 1970 gerade zu revolutionär waren: Brot aus Vollkornmehl - und das in den USA, wo das blendend weiße Pappbrot dominiert! Das Grundrezept “Tassajara Yeasted Bread” (Tassajara ist übrigens ein Zen-Kloster in Kalifornien, in dem Brown kochte) war das erste, das ich nachgebacken habe - mit Erfolg: Ein lockeres Weizenvollkornbrot, nicht zu herb, mit einer eher soften Kruste. Sowas kommt auch bei Kindern gut an…
Nachgebacken: Irisches Haferflockenbrot
Sie ist da - meine KitchenAid! Eigentlich hatte ich schon seit Jahren ein Auge auf diese klassische Küchenmaschine geworfen, aber irgendwie ging’s ja auch immer mit dem Handmixer, war der Platz auf der Arbeitsfläche zu knapp oder das Geld woanders besser angelegt. Doch nachdem Petra so viele verlockende Brotrezepte veröffentlicht, Claudia mir eine günstige Bezugsquelle genannt hat und der SWR unerwarteterweise ein nettes Honorar für zwei Gastinterviews bei Kochkunst überwies, habe ich zugeschlagen. Und ich hab’s nicht bereut: Sieht chic aus, ist toll verarbeitet, knetet kräftig. Mein Auftaktrezept war das Baileys Haferflockenbrot von Zorra, das bei mir zu einem irischen Haferflockenbrot ohne Baileys mutierte. Den trinke ich lieber pur

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