Stracciatella-Rührkuchen mit Eierlikör-Aufstrich – nix besonderes, oder? Doch – wenn man den Teig in hübschen Papierförmchen als Cupcake backt und eine großzügig bemessene Cremewolke obenauf spritzt. Dann noch ein paar bunte Zuckereier, ein schöner Kuchenteller – fertig ist der Hingucker auf der Ostertafel. Das Rezept stammt aus dem Buch “Cupcakes für die schönsten Feste des Jahres” (hier schon besprochen), die Tortenplatte von Freundinnen, die meine große Leidenschaft erkannt haben: Tortenplatten auf Fuß, Etageren, Teller mit Glasglocke obenauf. Die Sammlung wächst und wächst – hat aber noch problemlos Platz auf dem Küchenschrank. Falls zufällig jemand von der Familie mitliest: Der hier oder der oder der und erst recht der würden da auch noch prima hinpassen
Nachdem die Muffinwelle etwas abflaut, entwickeln sich Cupcakes zum Backtrend, der aus den USA zu uns herüber schwappt. Das erste deutschsprachige Cupcake-Buch hat Katharina Saheicha (schreibt auch unter cupcakes-cupcakes.de) bereits 2009 veröffentlicht, jetzt gibt es den Nachfolger – Cupcakes: Für die schönsten Feste des Jahres, das mir zur Rezension zur Verfügung gestellt wurde. In dem Band finden sich 60 Rezeptvariationen für die hübschen Küchlein zu “klassischen” Anlässen wie Geburtstag, Hochzeit oder Weihnachten, aber auch zur Babyparty, zu Halloween oder zum Christopher Street Day. Der Kuchenpart ist mir persönlich zu häufig schokoladig (ich mag lieber Mandeln, Nüsse, Obst, Liköre), aber die Teigmenge passte bei den von mir getesteten Rezepten genau für 12 Muffinförmchen (keine Selbstverständlichkeit bei Muffinrezepten!) und die Küchlein gingen wunderbar auf. Die vorgeschlagenen Frostings fand ich sehr lecker, nicht übersüß – allerdings war mir die Menge zu reichlich. Ich habe jeweils die Hälfte Aufstrich zubereitet, das reichte auch noch für ein Frosting-Wölkchen, wenn auch keine us-typische Mega-Wolke. Layout und Schriften des Buches fand ich sehr sympathisch und übersichtlich, nur die Fotos scheinen mir von zwei verschiedenen Quellen zu stammen: Einmal ausdekoriert und professionell, einige wenige eher lieblos auf unpassendem Hintergrund mit wenig appetitlichem Gesamteindruck. Trotzdem – die Rezepte sind den Kaufpreis allemale wert.
========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kokos-Cupcakes mit Mango-Creme
Kategorien: Backen, Kleingebäck, USA
Menge: 12 Stück
========================= FÜR DEN TEIG =========================
2 Eier
115 Gramm Zucker
1 Prise Salz
90 Gramm Flüssige Butter
150 Gramm Vanillejoghurt
2 Essl. Kokoslikör
200 Gramm Mehl
50 Gramm Kokosraspel
1/2 Pack. Backpulver
======================= FÜR DAS FROSTING =======================
100 Gramm Weiße Schokolade
20 Gramm Weiche Butter
100 Gramm Frischkäse, zimmerwarm
1/4 Mango (reif)
======================== ZUM DEKORIEREN ========================
Kokosraspel, Mangostückchen
============================ QUELLE ============================
abgewandelt von “Cupcakes: Für die schönsten Feste des
Jahres”
– Erfasst *RK* 14.03.2011 von
– Gabriele Frankemölle
Muffinform mit Papierbackförmchen auslegen und den Backofen auf 180
Grad vorheizen.
Für den Teig Eier, Salz und Zucker mit dem Mixer oder der
Küchenmaschine sehr schamuig schlagen. Die flüssige Butter und den
Joghurt kurz einrühren, danach Kokoslikör, Mehl, Kokosraspel und
Backpulver, bis sich ein glatter Teig ergibt. Teig auf die
Muffinförmchen verteilen und etwa 25 Minuten backen, aus den Mulden
nehmen und vollständig abkühlen lassen.
Für die Creme die Schokolade im Wasserbad schmelzen und glatt rühren,
beiseite stellen. Butter und Frischkäse mit dem Mixer glatt rühren,
die abgekühlte Schokolade Löffel für Löffel einrühren. Die Mango
schälen, in feinste Würfel schneiden und unter das Frosting heben.
Cupcakes mit dem Frosting bestreichen, mit Kokosflocken bestreuen
und jeweils ein Stückchen Mango aufsetzen.
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Sie findet sich cupcakeinkompatibel und eigentlich (ach, auch uneigentlich) hat sie ja recht: Ein Trendgebäck, das meist optisch mehr verspricht als es geschmacklich halten kann. Das habe ich selbst schon mehrfach festgestellt – was mich aber nicht davon abhält, immer wieder auf wunderbarste Foodfotos hereinzufallen und Cupcakes nachzubacken. Hier habe ich ein Rezept von Nook & Pantry abgewandelt und beim Frosting einen Rest gesüßte Kondensmilch verwendet. Alles in allem ganz lecker und durchaus nachbackenswert – und trotzdem wieder mehr optischer Schein als geschmackliches Sein…
========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Orange-Carrot Cupcakes mit Truffle Frosting
Kategorien: USA, Kleingebäck, Möhren
Menge: 12 Stück
======================= FÜR DIE CUPCAKES =======================
100 Gramm Brauner Zucker
50 ml Öl
1 Teel. Vanillesirup oder Vanillezucker
1 Ei
1 Prise Salz
100 Gramm Möhren, geraspelt
1/2 Orange; den Saft
1 Orange; die abgeriebene Schale
1 Teel. Backpulver
125 Gramm Mehl
30 Gramm Haferflocken
1 Prise Muskat, Ingwer und Zimt nach Gecshack
======================= FÜR DAS FROSTING =======================
75 Gramm Butter, zimmerwarm
50 Gramm Frischkäse, zimmerwarm
1/2 Dose gesüßte Kondensmilch (Milchmädchen), zimmerwarm
Orangenzesten
============================ QUELLE ============================
abgewandelt von http://find.myrecipes.com/recipes/
recipefinder.dyn?action=displayRecipe&recipe_id=520402
– Erfasst *RK* 29.09.2010 von
– Gabriele Frankemölle
Eine 12er Muffinform mit Papierförmchen auslegen, beiseite stellen.
Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Zucker, Vanillezucker, Öl, Salz und Ei mit dem Mixer schaumig
schlagen. Langsam den Orangensaft, die Orangenschale und die Möhren
unterrühren. Mehl mit Haferflocken, Gewürzen und dem Backpulver
mischen und dann zum Teig geben. Gut durchrühren, bis ein glatter
Teig entstanden ist. Den Teig in die Papierförmchen verteilen
(maximal 2/3 Höhe) und etwa 18 bis 20 Minuten backen lassen. Die
Cupcakes auf einem Gitter auskühlen lassen.
Für das Trüffel-Frosting alle Zutaten auf Zimmertemperatur kommen
lassen. Die Butter mit dem Mixer sehr schaumig rühren und in kleinen,
haselnussgroßen Portionen den Frischkäse nach und nach dazu rühren
(geschieht das zu schnell, gerinnt die Creme!). Zum Schluss langsam
in einem sehr dünnen Strahl die Kondensmilch einrühren. Eventuell
mit Orangenschale aromatisieren. Creme in Tuffs auf die abgekühlten
Cupcakes spritzen, mit Orangenzesten garnieren.
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Ein grellroter Schokokuchen? Klar geht das – man gebe in den Rührteig neben Kakaopulver, Buttermilch, Mehl, Zucker, Butter und Eiern noch reichlich rote Speisefarbe. So bekommt der in den US-Südstaaten bekannte und beliebte Red Velvet Cake seine Knallfarbe. Vermutlich muss man aber US-Amerikaner sein, um derart hemmungslos mit künstlichen Ingredienzen umzugehen – ich habe mich nur getraut, einen Teelöffel Farbpaste hinzuzufügen. Der optische Effekt war demzufolge kaum wahrnehmbar – aber geschmacklich haben mich die Küchlein überzeugt: Tatsächlich eine samtige Textur, dazu ein “Boiled Frosting”, eine Buttercreme mit weißer Schokolade. Die schmeckt mir eh besser als das klassische Red-Velvet-Frosting, megasüß mit Frischkäse. Nebeneinander in eine Plastikdose gestellt, vertragen die Cupcakes gut einen längeren Transport per Rad oder Auto (zum Beispiel zum Pfingstlager, siehe hier). Daher nenne ich sie als meinen Beitrag zum Blogevent Essen für unterwegs. Und vielleicht versuche ich irgendwann mal, das Rot ohne künstliche Farbstoffe hinzubekommen…
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Dass ich das optimale Cupcakes-Rezept noch nicht gefunden habe, hatte ich ja hier schon beklagt. Aber irgendwie hat es mir keine Ruhe gelassen: Es muss doch auch Cupcakes geben, die so gut schmecken wie sie aussehen und nicht nur widerlich süß sind? Diese hier sind zumindest ein Schritt in die richtige Richtung: Die Törtchen sind zwar eher muffin-fest als cupcake-fluffig, aber dafür geschmacksintensiv. Die Kombination aus Banane, Ananas, Kokos und etwas Nussbiss ist in den US-Südstaaten als Hummingbird-Cake (Kolibri-Kuchen) bekannt. Dort gehört auf Hummingbird-Cake üblicherweise Creamcheese-Frosting, aber das mag ich nicht: Verwendet man weniger Puderzucker, ist es zu dünn, verwendet man die vorgegebene Menge, lässt es sich gut verarbeiten, aber nicht essen
Die weiße Trüffelcreme, eine Art veredelte Pudding-Buttercreme, schmeckte dagegen ausgesprochen gut, war cremig-süß, aber nicht widerlich. Unter meiner Lieblings-Glasglocke hielten sich die Törtchen drei Tage lang frisch.
Mein Verhältnis zu Cupcakes, den feinen Verwandten der robusten Muffins, ist ein ambivalentes. Einerseits finde ich die Törtchen superhübsch, und das Potential für Dekoration ist gewaltig. Andererseits habe ich bislang noch keinen Cupcake probiert, der geschmacklich hielt, was er optisch versprach: Rührteig-Küchlein mit viel zu süßer Cremehaube eben. Ja, sogar mir zu süß, obwohl ich mich sonst vor amerikanischen Brownie-Rezepten mit 450 Gramm Zucker nicht bange mache. Bislang am besten gefielen mir noch Cynthia Barcomis geheimnisvolle Schokoküchlein (da vor allem das Frosting) und der Teig der Oreo Cupcakes. Und das bleiben weiterhin die besten Ergebnisse, denn diese Bananen-Cupcakes mit Ganachecreme waren erneut keine Offenbarung: Der Teig bananig-süß (etwas für Kinder), die Haube sehr herb-schokoladig (also mehr für Große). Beides einzeln ganz ok, aber in Kombination nicht so toll. Aber immerhin sah es toll aus – Cupcakes eben!
Meinem Sohn habe ich die USA-Begeisterung wohl doch mehr oder minder in die Wiege gelegt. Jedenfalls schwärmt er für New York, Hummer-SUVs, die verrückten Motorräder von OCC, Hollywood-Actionfilme, CSI. Essenstechnisch haben es ihm Pizza Hut, Kentucky Fried Chicken, Erdnussbutter angetan – und Oreo Cookies. Die gibt es inzwischen glücklicherweise auch im heimischen Supermarkt zu kaufen, so war für seine Geburtstags-Cupcakes keine Bestellung beim Spezialshop notwendig. Das Rezept für die zuckersüßen Törtchen (tscha, amerikanisches Rezept, wir reden von Zucker- und Fett-Exzessen!) findet sich auf -zig US-Webseiten (zum Beispiel hier), aber ich habe es bequemerweise von Kerstin übernommen, die mir damit die Übersetzungsarbeit abgenommen hat – danke! Zum oftmals nachgefragten Unterschied von Cupcakes und Muffins…
Den sehr kitschig anmutenden Namen habe ich diesen lockeren Schokoteilchen mit Bedacht verpasst. Im Original heißen sie nämlich Schokoladen-Mayonaise-Cupcakes und das ist eine Bezeichnung, die die meisten wohl sehr abschreckend finden. Auch ich habe erst eine ganze Reihe anderer Rezepte aus Cynthia Barcomi’s Backbuch nachgebacken, bevor mich das hinreißende Foto zu diesen Törtchen doch noch verleitet hat, das Experiment zu wagen. Mayo im Kuchen? Das ist übrigens gar nicht so abwegig, wie es klingt, denn gute Majonaise besteht schließlich aus kaum mehr als Öl und Eigelb. Die schlichte, vollfette sollte es für dieses Rezept allerdings schon sein, keine Salatcreme, keine Remoulade, keine mediterrane Variante mit Olivenöl und schon gar nicht – Gott bewahre! – Aioli
Die Schokoteilchen werden sehr schön locker und schmecken gar nicht nach Mayo. Das Frosting aus saurer Sahne und weißer Schokolade gefiel mir ausgesprochen gut, es ist cremig und (sehr unamerikanisch!) nicht zu süß.




