Draußen fühlte es sich heute bei sechs Grad und Sonne zaghaft nach Frühling an und drinnen schlummern noch die letzten Winterdesserts im Kälteschlaf. Der Frühjahrputz im Tiefkühler begann mit diesen kleinen Schokotörtchen, die als Nachtisch das bescheidene Suppen-Mittagessen aufputzten. Das besondere an ihnen: Sie wandern gefrostet in den Backofen und behalten auch nach dem Backen einen halbflüssigen Kern. Das schmeckt genial zu einem guten Vanilleeis oder frischen Beeren. Nicht zu vergessen: Die Soufflees lassen sich wunderbar vorbereiten, so dass man auch viele Gäste damit bewirten kann. Nur für’s Anrichten sollte man sich Hilfe holen, damit die Küchlein heiß bleiben und das Eis nicht schmilzt.
Erinnert sich außer mir noch jemand an Schlagfit, die “Ersatzsahne” der 70er Jahre? Meine Ma mochte Schlagfit (“Gerinnt wenigstens nie!”) und servierte großzügige Mengen des fluffig-süßen Zeugs zum sonntäglichen tortengussglibbernden Pfirsich-Mandarinen-Obstboden. Ich mochte weder Schlagfit noch besagten Obstboden und hätte eigentlich gedacht, dass ich dem Pulver nie wieder begegne, doch – Schlagfit lebt! Es heisst allerdings nicht mehr Schlagfit (auch nicht R..a Cr…fine), sondern Diamant Eiszauber und der Hersteller verspricht cremiges Eis-Erlebnis auch ohne Eismaschine. Pulver mit Milch aufschlagen, weitere Geschmackszutaten hinzugeben, einfrieren – fertig. So einfach geht das?
Die Kette der Resteverwertung setzt sich fort: Nachdem ich von den Super Chunk Cookies gesüßte Kondensmilch übrig hatte, habe ich Kaffee Creme Brulees zubereitet. Unglücklicherweise wurden dabei aber vier Eigelb benötigt, woraufhin nun vier Eiweiß ihrer Verwendung harrten. Kein Problem: Paulchens Meringue Coffee Cake steht schon seit langem auf meiner Nachbackliste (vor allem weil Astrid mir liebenswerterweise Kastanienmehl geschickt hat!), aber die vermutete Dose Kastanienpüree konnte ich im Vorratsschrank leider nicht wieder finden. Also landeten die Eiweiß im Frozen Joghurt – in der Amarenakirsch-Version, ach, eigentlich in jeder Version ein Favorit der Kinder. Wer auf Kalorien achtet, verwendet statt Zucker Süßstoff – sollte dann aber auch auf Amarenakirschen oder Beigaben wie Marshmallows, Nüsse, Bananen verzichten. Diätetisch unbedenklich sind dagegen TK-Beeren oder anderes frisches Obst. Hatte ich eigentlich schon gesagt, dass bei der Zubereitung des Frozen Joghurt 500 ml “Molke” als Rest anfielen? Keine Sorge, die verwerte ich nicht
Die 125-g-Blaubeerschälchen, die ab Mai schon in den Geschäften stehen, lasse ich üblicherweise links liegen. Was soll frau mit der therapeutisch kleinen Menge blaufarbener Wasserkügelchen schon Vernünftiges anfangen? Ein 500-Gramm-Spankörbchen Waldheidelbeeren auf dem Wochenmarkt ist dagegen eine Versuchung, der ich nicht widerstehen kann. Vor allem nicht, seitdem ich dieses Eis ausprobiert habe – leicht säuerlich und herrlich beerig. Weil weder Sahne noch Eier geschlagen werden müssen, ist es unkompliziert zuzubereiten. Die Konsistenz ist frisch aus dem Eisbereiter am besten, Lagerung lässt es leider sehr hart werden – wobei bei uns drei Esser lediglich zwei Kugeln übrig ließen. Der Rest der Blaubeeren landete in den Muffins, einem meiner ältesten Rezepte.
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Eigentlich ist bei uns niemand Elvis-Fan. Mann und Kinder hören Pop und Techno, Mutter schwankt wahlweise zwischen Klassik und Metal, am liebsten beides zusammen. Wenn ich auch Elvis’ Musik nicht besonders mag und seine Filme schmalzig finde, so fasziniert mich doch seine Biographie: Wieder ein so Multitalent, dass sich auf tragische Weise selbst zugrunde gerichtet hat. Neben seiner Drogensucht waren seine Essgewohnheiten nicht unschuldig daran: Der späte Elvis aß nicht, er fraß – und zwar hauptsächlich Fettiges und Ungesundes. All das sollte niemanden davon abhalten, dieses köstliche Erdnussbuttereis zu probieren: Supercremig nach einem Grundrezept der Ben & Jerry’s-Kette. Nach Elvis habe ich es benannt, weil meine Kinder es besonders gerne mit Bananenscheiben mögen – eine Kombination, die der King am liebsten als Sandwich verzehrte.
Die Kombination “Süß + Chili” ist schon seit einiger Zeit ein Trend – allerdings einer, der in meiner Küche nicht angekommen ist war. Denn erstens esse ich nicht gerne scharf (siehe hier), dafür liebend gerne süß – warum also herrliche Desserts mit Schärfe verderben? Zweitens hatte ich einmal eine Tafel Lindt-Schoggi Sauerkirsch-Chili probieren dürfen – und fand sie gräßlich. Als ich jedoch bei Steamy Kitchen die Fotos des Orange Ricotta Chili Frozen Joghurt sah, konnte ich nicht widerstehen: Wenn etwas so gut aussieht, muss es einfach schmecken, oder?
Letztlich habe ich mich dann doch nicht getraut. Statt das gute Eis wohlmöglich doch durch zu viel Chili zu versauen, habe ich eine “Feiglingsversion” zubereitet. Die basiert auf meinem üblichen Rezept für Frozen Joghurt und kommt ohne Schärfe aus. Stattdessen gab’s obendrauf für den, der mag, einen scharfsüßen Chilisirup von Cloudberry Quark. Was soll ich sagen? Entgegen meiner Erwartungen schmeckte es ganz hervorragend – sowohl Eis und Sirup für sich allein als auch in Kombination. Vielleicht probier ich jetzt doch mal mutigere Kombinationen wie Barbaras weißes Schokoladen-Eis mit Chili oder die Chili-Schokoladen-Aprikosentarte der Hedonistin.
Wie kann etwas, das sich als Rezept so lecker las und so appetitlich aussieht, so scheusslich schmecken??? Keine Ahnung… Jedenfalls verschmähten sämtliche Testpersonen (ich inklusive) diese Eiscreme mit frischer Minze und Schokostückchen. Erhofft hatte ich mir davon eine Art After-Eight-Geschmack (ich liebe diese Täfelchen heiss und innig), bekommen habe ich ein abgestanden wirkendes Aroma, dass sich auch Stunden nach dem Verzehr immer wieder unangenehm bemerkbar machte – hicks… Ich wäre wirklich dankbar für jeden Hinweis, was falsch gelaufen ist und was ich bei der Verwendung von frischer Minze noch beachten sollte. Ansonsten gebe ich meine Versuche mit dem Nachbau von After Eight besser auf – auch in gebackener Form war das nämlich ein Desaster!
Eigentlich bin ich ein erklärter Feind von Küchen-Kleingeräten. Eierkocher, Sandwichtoaster etc. versauen einem nur Freiraum auf der Arbeitsplatte, verwandeln Schränke in ein Puzzle aus Strippen und lassen sich durch herkömmlichen Topf/Pfanne bestens ersetzen. Ausnahme: Mein Eisbereiter. Leider kein Modell mit Kompressor, wie sie es benutzt, sondern ein 5-Euro-Gebraucht-Schnäppchen von Ebay, bei dem man die (leider recht kleinen) TK-Behälter erst mal einige Stunden ins Kühlfach legen muss. Funktioniert aber ganz gut und produziert leckeres Eis, wenn man die richtige Grundmasse gefunden hat!
Das ist bei mir meist die Sweet Cream Base aus dem Ben & Jerry’s Ice Cream Book, supercremig, no-fuss und gut abwandelbar. Möchte ich gelegentlich Kalorien sparen, bereite ich Frozen Yoghurt zu. Nun habe ich einen dritten Favoriten: Das Erdbeer-Käsekuchen-Eis von Joy of Baking, etwas aufwendiger in der Zubereitung, aber köstlich, vor allem wenn die Erdbeeren richtig schön reif waren…
Baked Alaska – das war die Wahl meiner Gäste, als sie gestern über den Crockyblog-Beitrag zum American Cooking Festival berieten. Gute Entscheidung – das Dessert ist ein echter Klassiker der amerikanischen Küche: Schon 1802 soll Präsident Thomas Jefferson bei einem Dinner im Weißen Haus staunenden Gästen Eiscreme in einer heißen Teigschicht serviert haben. Ihre Bezeichnung bekam die Nachspeise allerdings erst 1876, als ein Koch im berühmten Restaurant Delmonico’s in New York die Kombination aus Baiser, Biskuit und Eis nach dem gerade neu erworbenen Territorium im Nordwesten benannte.
Überbackenes Eis – daran hatte ich mich bislang noch nicht getraut. Aber es funktionierte: Das Baiser wirkt als Isolierschicht, die kurze Garzeit tut ein Übriges. So bleibt das Eis hart und schmilzt nur langsam. Statt der von mir verwendeten Eissorten (Macadamia, Schoko, Vanille) lassen sich natürlich auch andere verwenden. Das gilt auch für die Fruchtsauce – Erdbeeren oder Blaubeeren könnte ich mir auch gut vorstellen.
Kategorie : Desserts
Apfelstrudel mit Vanilleeis gehört zu meinen All-time-Favorites. Allerdings ein ganz schön schwerer Nachtisch und zeitaufwändig zuzubereiten noch dazu. Schneller geht’s ohne Teighülle – einfach Vanilleeis und einen Klecks Sahne auf diese zimtige Apfel- Mandel- Sauce geben. Hmmh, ein Winterdessert, das sicherlich auch zum Weihnachtsmenü passt… Die Sauce lässt sich gut einen Tag vorher zubereiten. Am besten schmeckt sie lauwarm, nicht kühlschrank-kalt. Wer mag, kann auch noch Rosinen hinein geben.





