Trotz Minustemperaturen haben es Joghurtkulturen vielerorts kuschelig warm: Die Hedonistin kürte den Joghurtbereiter zum Küchenhelfer des Jahres 2009, Ulrike bereitete ihn natur im Slowcooker und in der Vanilleversion zu, Claudia hat vor längerer Zeit schon den Dampfgarer eingesetzt. Ulrikes Crocky-Version (ursprünglich von hier) fand ich sehr spannend, aber einerseits krankte das Rezept an der kleinen Menge und zweitens vor allem daran, dass meine Slowcooker keine Keep-warm-Stufe, sondern nur “Kochstufen” haben. Also habe ich amerikanische Webseiten konsultiert, Methoden nachgelesen und improvisiert – und bin einmal spektakulär gescheitert, einmal hat’s wunderbar geklappt.
“Welchen Crocky soll ich mir nun kaufen?” Fragen nach der richtigen Slowcooker-Topfgröße höre ich ziemlich häufig – und zumindest in Bezug auf Liter lässt sie sich leicht beantworten (siehe unten). Was Modelle und Hersteller angeht, da möchte ich keine Empfehlung aussprechen: Ich selbst besitze sowohl einen kleinen Topf (siehe links, Morphy Richards) als auch einen großen (Apexa/Bartscher) und bin mit beiden zufrieden. Ob Digitalsteuerung (das ist meist KEINE Zeitschaltuhr!) oder Thermometer lohnenswerte Zusatzaustattungen sind, muss jeder selbst entscheiden – ich brauche es nicht. Und nun zu den richtigen Topfgrößen…
Es soll ja Haushalte geben, bei denen besteht Sauce Bolognese aus Hackfleisch und Ketchup. Ich gestehe: Am Anfang meiner “Kochkarriere” habe ich das auch so gemacht. Danach habe ich fleißig gebraten, gerührt, geköchelt, abgeschmeckt, wieder gerührt – sehr zeitaufwändig, aber auch sehr lecker. Weniger zeitaufwändig und (mindestens) genauso lecker gelingt Ragù alla bolognese im Crockpot: Nach kurzem Anbraten schmurgelt die Sauce selbsttätig zur Perfektion. Das akkurat ausgewogene Rezept (ich arbeite bei Bolognese sonst immer “frei Schnauze”) hat mir Ulrike für das Crockybuch zur Verfügung gestellt. Was soll ich sagen? Grandios, ich habe das neue Standard-Fleischsaucen-Rezept der Familie gefunden, nachdem ich den Rotwein-Anteil etwas reduziert und eine Knoblauchzehe hinzugefügt habe.
Die meisten Dinge schmecken hausgemacht besser als fertig gekauft. Ausnahme: Rührkuchen, der ganz einfache aus dem Cellophanpack. “Hotel Cake” heisst er in den benachbarten Niederlanden und ist wunderbar weich, aber nicht luftig, schön geschmacksneutral vanillig und hat keine Kruste. Alles vermutlich Ergebnis diverser Zusatzstoffe und der Plastikverpackung, aber eine Annährung müsste doch immerhin möglich sein. Nach längerer Suche habe ich bei Epicurious das hochgelobte Rezept für Elvis Presley’s Favorite Pound Cake gefunden. In Elvis-typischer Manier enthält es Unmengen an Butter und Zucker, die ich leicht verringert habe, sowie eine Tasse Schlagsahne. Ungewöhnlich: Das Backpulver fehlt ganz, der Teig wird extrem lange gerührt (auch nach dem Zufügen des Mehls) und die Backform in den nicht vorgeheizten Ofen gestellt. Das Ergebnis? Nun, der Kuchen hat keine harte Kruste, ist innen weich und saftig – ähem, so saftig, dass sich Streifen (s.u.) im Teig zeigen, obwohl ich die Garprobe gemacht und den Kuchen noch 15 Minuten länger als angegeben (also fast 1,5 Stunden!) gebacken habe. Viel Arbeit für ein bescheidenes Ergebnis! Sorry, Elvis – mein favorite pound cake ist das nicht. Nun zähle ich darauf, dass jemand aus der Blogger-Gemeinde mir das ultimative Grund-Rührkuchen-Rezept verrät…




