Ulrike fand den Gugelhupf der alldienstäglichen Back-Aktion Tuesday with Dorie wenig überzeugend. Da hatte ich mehr Glück mit dem Rezept von Bäcker Süpke: Dessen Exemplar gehört tatsächlich zur S-Klasse der Hefeteige, wie es der Fachmann schon prophezeite – buttrig, luftig und genau richtig süß. Ich habe allerdings nur 3/4 der Teigmenge zubereitet, da ich keine zwei kleinen Gugelhupf-Formen, sondern nur eine große füllen wollte. Die Menge der Trockenfrüchte habe ich allerdings belassen – wir mögen’s gerne, wenn man die nicht suchen muss
Die Hedonistin behauptet von sich , sie sei pizzadoof. Nun, dann bin ich vermutlich so etwas wie apfeltaschenblöde. Denn genausowenig wie ihr der perfekte Pizzaboden gelingen mag, so wenig schaffe ich es, Apfeltaschen zuzubereiten, die NICHT auslaufen. Ich habe schon Hefeteig versucht, Quark-Öl-Teig, fertigen und selbst gemachten Blätterteig. Ich habe Kreise, Halbkreise und Quadrate geformt. Ich habe den Rand mit der Hand zugeknifft, mit der Gabel zugedrückt, einen Maultaschen-Falt-Assistenten (wie heißen die Dinger wirklich?) benutzt. Ich habe wahlweise Eiweiß oder Dosenmilch als “Kleber” benutzt. Ergebnis: Mit schönster Regelmäßigkeit gehen mindestens 75 Prozent aller Apfeltaschen auf – wenn nicht vorne am “Verschluss”, dann hinten, weil ich den Teig zu stark gedehnt hatte. Endresultat: Große Sauerei auf dem Backblech und hoch aufgeblähte Teigtaschen gefüllt mit – fast nichts.
Zum ersten, zum zweiten, zum dritten und nun zum letzten: Die finale Portion des süßen Kein-Kneten-Hefegrundteiges ist aufgebraucht. Trotz (oder gerade wegen?) sechs Tagen Ruhephase im Kühlschrank roch und schmeckte er einwandfrei und ließ sich sehr gut verarbeiten. Ich habe ihn – passend zum anstehenden Osterfest – zu Osterhäschen geformt, die sich nach dem Backen jedoch leider als formlose Osterblubbs präsentierten. Grund war der phänomenale Ofentrieb, der typisch für diesen Teig zu sein scheint. Eine Stunde gehen lassen bei Raumtemperatur bewirkt wenig – 15 Minuten im Ofen blähen das Backwerk dann aber gewaltig auf. Also wirklich lange Ohren und eher untergewichtige Hasenkörper formen
Ich hab’s nicht lassen können. Trotz bester Backstoppvorsätze (eine Wortschöpfung der Hedonistin, siehe hier) habe ich erneut eine Schüssel süßen 5-Minuten-Grundteig angesetzt. Barbaras norwegische Skoleboller sahen einfach zu verführerisch aus! Weil ein Teil des Puddings für den Nachtisch bleiben sollte, habe ich eine Hälfte der Gebäckstücke mit einer Quarkcreme gefüllt – hmm, beide Sorten waren wirklich lecker und superschnell gemacht. Bleiben nur zwei Fragen: Erstens – wie hält man jemals Backstoppvorsätze ein, wenn das Ergebnis der Zuwiderhandlung dermaßen überzeugt? Und zweitens: Was mache ich mit dem Rest des Teiges? Ich hätte da schon eine Idee…
Was tun mit dem Rest des süßen Grundteiges vom Wochenende? Die Frage klingt, als ob ich mir Gedanken machen müsste, was ich denn wohl backen solle. Falsch, ganz falsch. Was Backen angeht, muss ich mich bremsen: “Halt, Gabi, so lange der Kuchen von gestern noch nicht aufgegessen ist und noch sieben Brote im Tiefkühler schlummern, wird nicht schon wieder ein Teig angesetzt.” Wenn Eltern und Schwiegereltern unter der Kuchen-Mitbringsel-Last stöhnen, wenn zufällige Besucher sich nicht entscheiden können, welche der drei Sorten Gebäck sie jetzt probieren sollen, dann muss ich mal wieder einen (Back-)Gang zurück schalten. Aus genau diesem Grund wird auch der süße Grundteig nach der 5-Minuten-kein-Kneten-Methode kein Stammgast im Kühlschrank. Ich finde ihn ausgesprochen lecker und praktisch, aber sein stetiges Vorhandensein würde nur dazu führen, dass ich dauernd Zimtschnecken rolle oder Haselnuss-Schoko-Zöpfe flechte. Obwohl: Barbaras norwegische Skoleboller mit Pudding muss ich mit diesem Teig noch unbedingt ausprobieren!
Nachdem ich den ersten Versuch mit dem “Artisan Bread” erfolgreich hinter mich gebracht habe, stieß ich bei Petra und bei Steamy Kitchen auf süße Grundteige, die nach der 5-Minuten-Methode ohne Kneten auskommen und im Kühlschrank “reifen”. Petra hat Challah daraus gebacken, bei Steamy Kitchen wurden es karameltriefende, nusskrustige Sticky Buns. Die dazugehörigen Fotos sahen jeweils so verlockend aus, dass ich nicht widerstehen konnte: Der Diätvorsatz wurde (erneut) in den Sand, dafür eine Schüssel Grundteig angesetzt – als Endprodukt hatte ich mich jedoch für Zimtschnecken entschieden, die es zum Sonntagsbrunch geben sollte.
Wie seinerzeit das Hokkaido-Milchbrot wandert gerade wieder ein Backwerk durch die Foodblog-Szene: Der Artisan Free Form Loaf nach einer wirklich verblüffend einfachen 5-Minuten-Methode. Chaosqueen hat das US-Original gebacken, Ilka hat es weiter ausgetüftelt, Schnuppschnüss es zu Baguettes geformt und Petra hat’s zu Haferflocken-Buttermilchbrötchen und einem süßen Zopf umgemodelt. All die appetitanregenden Fotos haben mich neugierig, so ist denn hier meine Version mit etwas Vollkornmehl, des guten Gewissens wegen!
Mütter und Väter wissen, wovon ich rede: Kaum etwas ist herzerwärmender als Kinder, die einem ihre selbstgebastelten Geschenke übergeben. Vollkommen egal, dass die getöpferte Vase Wasser lässt, der Topflappen vor allem aus Luftmaschen besteht oder der Scherenschnitt des Familienhundes einem Urzeit-Fossil ähnelt – der gute Wille zählt! Ähnlich gerührt wie zu Muttertag / Weihnachten war ich gestern, als mein Sohn zum allerersten Mal allein backte – leuchtende Sterntaler. Kaum zu glauben: Da wird Quark-Öl-Teig zum Hoffnungsträger, dass meine Kiddies doch noch Interesse am Kochen/Backen und Essen entwickeln…
Kategorie : Persönliches
Zum World Bread Day-Blogevent hatte ich einen westfälischen Rosinenstuten beigetragen. Blöderweise konnte ich ihn zu dem Zeitpunkt nicht fotografieren – meine erst ein Jahr alte Digiknipse war in Reparatur. Eigentlich hatte ich ja gehofft, sie nicht wieder zu bekommen (“Sorry, hoffnungsloser Fall, suchen Sie sich was Neues aus!”), aber sie haben sie wieder hingekriegt. Hiermit trage ich also die Großaufnahme nach…




