Mein letzter Köln-Trip (anno 2006 zur Photokina) endete in Düsseldorf. Nach stressiger Messe, gefrustet von -zig Umleitungen in der Altstadt und hoffnungslos überfüllten Parkhäusern drehten wir kurzerhand ab und erholten uns stattdessen beim nördlichen Rivalen. Seitdem habe ich die Domstadt auch nicht mehr angesteuert – bis gestern. Und nun bereue ich meine lange Abwesenheit, denn so eine Fülle interessanter Shops für Gourmets und Foodblogger habe ich auf kleinem Raum (alles innerhalb von zwei Stunden zu erlaufen!) noch nirgendwo entdeckt…
Ja, so sieht es aus, das mustergültige DFssgF-Paket: Etwas Selbstgemachtes (Hagebuttenmarmelade von der Tante), etwas Regionaltypisches (echte Teltower Rübchen), etwas Süßes (Schoholadentäfelchen mit Potsdamer Motiven), etwas Salziges (Kettle Chips) und was Persönliches (USA-Leckereien extra für mich im Expat-Shop eingekauft). Und was schließen wir daraus? Tina von Chocolateriver hat zwar zum ersten Mal beim Päckchentausch mitgemacht, bekommt von mir aber definitiv eine Eins mit Sternchen! Nicht dass es bei DFssgF Noten gäbe, aber das aufmerksame und liebevoll gepackte Päckchen hat mich wirklich total gefreut…
Durch Petras herrlichen Artikel über die Hitliste der schrägsten Gerichte fiel es mir wieder ein: Da gab’s doch diese fantastische US-Webseite mit unsäglichen Food-Fotos vergangener Jahrzehnte? Eine Google-Suche brachte sie zutage: Lilek’s Gallery of Regrettable Food. Unfassbar, was Kochbuchverlage und Rezeptschreiber damals für appetitanregend hielten – Gelatinekreationen aus Dosengemüse und Tomatensuppe, Schinken in 7-Up-Marinade, aufrecht in Kartoffelpü platzierte Knackwürstchen, Barbecue-Burger mit Kondensmilch. Schon die Bilder lassen einen wohlig schaudern, wer die englischen Begleittexte von Autor James Lileks versteht, kommt vor Lachen kaum noch zum Luftholen: “Da sind Sie jetzt die ganze Nacht aufgeblieben, um die Schweinehoden mit diesem hübschen Riffelmuster zu versehen und niemand wollte sie essen. Und auch der Dip aus Hirnmasse, Blut und Käse fand keine Abnehmer…” Übrigens auch empfehlenswert: Lilek’s “Interior Desecrations” – Einrichtungsentweihungen der 60er Jahre.
Meine Kinder sind (glücklicherweise!) inzwischen 18 und 16 Jahre alt und den Zeiten, als sie noch Babies waren, trauere ich nicht wirklich hinterher. Pampers und Nucki mitschleppen, Fütterungs-Stundenplan im Kopf behalten, Schlafliedlichen singen – gut, dass ich dass nicht mehr muss. Obwohl: Wenn sie dann mal eingeschlafen waren, sahen sie so friedlich und herzerwärmend aus – wenn auch nicht so einfallsreich gebettet wie die kleine Mila auf dieser Webseite. Während Baby schläft, arrangiert Milas Mama kunstvolle Traumwelten aus Stoff und Haushaltsgegenständen um sie herum. Das Ergebnis ist sowas von niedlich – und ich überlege mir gerade, wie das aussehen würde, wenn ich den “Großen” in seinem After-Party-Tiefschlaf etwas dekorieren würde
Kategorie : Fundstücke
Danke für den Tipp, Isa: www.abgespeist.de kannte ich bislang noch nicht, ist jetzt aber (wie es neudeutsch so schön heisst) gebookmarkt. In trendiger Werbeoptik, garniert mit den passenden Slogans (“Jetzt neu – mit verschlechterter Rezeptur”, “Außen Bio – innen Schwindel!”) stellt FoodWatch Mogelpackungen bloß und entlarvt Werbelügen auf Lebensmitteln: “Vitamine” in Bonbons, “Edelkakao” im Fertigpudding, Wellness-Drinks ohne Wellness und joghurt-schwere Schokolade. Per Mausklick lassen sich Protestbriefe an die jeweiligen Unternehmen verschicken.




