Naja, Resteverwertung trifft es nicht so ganz. Aber “Wir essen die Tiefkühltruhe leer” passte nicht in die Überschrift, obwohl genau das der Gedanke ist, der derzeit die Menüplanung bestimmt: Der TK-Schrank bedarf dringend des Abtauens, aber wohin mit den gehorteten TK-Produkten? Richtig – aufessen. Das Rezept für den brasilianischen Fischtopf brachte mich dem Ziel schon ein gehöriges Stück näher – Fischfilet, Gambas, Erbsen und Tomatenstücke sind aufgebraucht. Aber auch ohne Verzehrzwang – das Gericht gibt’s bestimmt noch einmal, es war schnellstens zubereitet und lecker gewürzt. Rotes Palmöl hatte ich nicht, stattdessen habe ich eine rote Chilischote gewürfelt und mitgegart. Die Sauce erschien meinen Mitessern etwas wenig und arg dünn – beim nächsten Mal verwenden ich also mehr Kokosmilch und Saucenbinder.

Nein, Paella würde ich dieses Gericht nicht nennen, obwohl die Zutaten sich stark ähneln. Zum einen eignet sich echter Paella-Reis nicht für die lange, ungerührte Garzeit im Slowcooker, da muss es der “formstabilere” Parboiled-Reis sein. Zum anderen trau ich mich nicht, eine Fischkomponente hinzuzugeben – wer weiß, wie Muscheln, Tintenfisch und Co. Slowcooking vertragen? So wurde es eben “nur” eine Reispfanne im Paella-Stil, die der Familie aber ausgezeichnet schmeckte. Den Kiddies reichten Huhn und scharfe Chorizo als Fleischeinlage, für meinen Mann und mich gab es noch einige gebratene Shrimps obenauf. Weil ich einen großen Slowcooker besitze und das Rezept 8 Portionen ergibt, blieb eine ganze Menge übrig – aber die Reste der Reispfanne ließen sich sehr gut aufwärmen.
Jambalaya ist ein Reis-Eintopf aus der Cajun-Küche – aber was für einer! Er kann – muss aber nicht – neben Speck oder Schinken auch Huhn, Rindfleisch, Fisch, Austern, Krebse oder Shrimps beinhalten. Typische Gemüse sind Paprika, Zwiebeln und Staudensellerie (die “Holy Trinity” der Cajun-Küche), die Würze kommt von Thymian, Knoblauch, schwarzem Pfeffer und einer “Hot Sauce” wie Tabasco. Jambalaya zu kochen ist ganz einfach – sowohl auf dem Herd als auch im Slow Cooker. In den Südstaaten trinkt man dazu eiskaltes Bier und isst frisches Baguette – ich finde, das passt auch in den deutschen Nordstaaten, also NRW!
Diäten sind doof. “Brigitte” und Trennkost erfordern zu viel Planung, Glyx verbietet mir antörnende Blutzucker-Highs. Okay, FDH lass ich mir gefallen – oder aber ausgewählte Atkins-Gerichte wie diese Shrimps im Speckmantel. Hmm, kross und würzig und eine tolle Low-Carb-Vorspeise, wenn man sie mit ordentlich Salat und Rohkost ergänzt. Für alle Nicht-Diäter gibt’s knuspriges Baguette dazu – und auch für wankelmütige Diäter wie mich. Aber morgen fang ich ganz bestimmt mit dem Abnehmen an…





