Wie, Erdbeeren können Reste sein? Ja, das können sie – wenn es die mißgestalteten, nicht gerade superreifen Exemplare sind, die bei der Zubereitung des Erdbeer-Tiramisu übrig blieben. Meine erste Idee, Erdbeer-Käsekuchen-Eis, konnte ich gleich verwerfen – der Gefrierbehälter der Eismaschine stand in der Vorratskammer, nicht in der Kühltruhe
Also etwas backen? In einem meiner älteren Backbücher (Süße und pikante Muffins) wurde ich fündig: Muffins, in denen ich bequemerweise auch den fast abgelaufenen Becher Erdbeer-Joghurt unterbringen konnte. Die Familie verschlang die ersten Muffins noch lauwarm – und so schmeckten sie mir auch am besten, ganz frisch mit einer Tasse Kaffee. Huch, gerade gesehen – Petra hat heute etwas ähnliches gebacken, nur feiner: Erdbeer-Financiers!
Die 125-g-Blaubeerschälchen, die ab Mai schon in den Geschäften stehen, lasse ich üblicherweise links liegen. Was soll frau mit der therapeutisch kleinen Menge blaufarbener Wasserkügelchen schon Vernünftiges anfangen? Ein 500-Gramm-Spankörbchen Waldheidelbeeren auf dem Wochenmarkt ist dagegen eine Versuchung, der ich nicht widerstehen kann. Vor allem nicht, seitdem ich dieses Eis ausprobiert habe – leicht säuerlich und herrlich beerig. Weil weder Sahne noch Eier geschlagen werden müssen, ist es unkompliziert zuzubereiten. Die Konsistenz ist frisch aus dem Eisbereiter am besten, Lagerung lässt es leider sehr hart werden – wobei bei uns drei Esser lediglich zwei Kugeln übrig ließen. Der Rest der Blaubeeren landete in den Muffins, einem meiner ältesten Rezepte.
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Den sehr kitschig anmutenden Namen habe ich diesen lockeren Schokoteilchen mit Bedacht verpasst. Im Original heißen sie nämlich Schokoladen-Mayonaise-Cupcakes und das ist eine Bezeichnung, die die meisten wohl sehr abschreckend finden. Auch ich habe erst eine ganze Reihe anderer Rezepte aus Cynthia Barcomi’s Backbuch nachgebacken, bevor mich das hinreißende Foto zu diesen Törtchen doch noch verleitet hat, das Experiment zu wagen. Mayo im Kuchen? Das ist übrigens gar nicht so abwegig, wie es klingt, denn gute Majonaise besteht schließlich aus kaum mehr als Öl und Eigelb. Die schlichte, vollfette sollte es für dieses Rezept allerdings schon sein, keine Salatcreme, keine Remoulade, keine mediterrane Variante mit Olivenöl und schon gar nicht – Gott bewahre! – Aioli
Die Schokoteilchen werden sehr schön locker und schmecken gar nicht nach Mayo. Das Frosting aus saurer Sahne und weißer Schokolade gefiel mir ausgesprochen gut, es ist cremig und (sehr unamerikanisch!) nicht zu süß.
Ich trau mich kaum es zu sagen: Diese Muffins sind (seit Jahren!) das Lieblingsgebäck meines inzwischen 15-jährigen Sohnes. Kinder und Alkohol? Geht gar nicht, ist sonst meine Auffassung. Und üblicherweise verzichte ich konsequent in Desserts, Marinaden etc. auf Wein oder härtere Sachen, wenn die Kinder mitessen. Ausnahme sind diese Muffins, auf deren Geschmack mein Sohn irgendwann kam, als die Küchlein unbeobachtet zum Abkühlen in der Küche standen:”Wow, Mama, die sind oberlecker!” Ja, das sind sie – und obwohl Alkohol drin ist (200 Milliliter dickflüssiger, gelber holländischer Advocaat) schmecken sie nicht danach. Der Likör sorgt für eine vanillige, reichhaltige Note und gibt eine tolle Farbe, die Prozente verfliegen (hoffentlich) beim Backen. Kennt dafür jemand eine Formel: Wieviel der 14 Prozent Alkoholgehalt sind nach 20 Minuten bei 180 Grad im Ofen noch da???
Eigentlich hatte meine Freundin Birgit bereits im vergangenen Jahr dem Schoko-Schlemmen abgeschworen. Auch meine Schoko-Brownies mit Trüffelcreme hatten sie seinerzeit nur in ihrem Vorsatz bestärkt: Es wird definitiv weniger Schokolade gegessen, naja, meistens. Aber an seinem Geburtstag darf doch über die Stränge schlagen, oder? Also habe ich ihr wieder Schokokuchen gebacken und zwar den sündigsten, den ich finden konnte: Chocolate Chocolate Cupcakes, ein Rezept aus der New Yorker In-Bäckerei von Billy Reece. Dort holen sich dem Vernehmen nach sogar Tom Cruise und Katie Holmes ihre Cupcakes, wenn sie der süße Hunger packt.




