Kochen ohne Tüte: Schokopudding hell & dunkel

Zweifarbiger Schokoladenpudding

Bei all dem Hinterhecheln hinter Back- und Kochtrends vergisst man (okay, ich)  manchmal, dass es ein (Küchen-)Leben jenseits von Cake Pops, Cupcakes und TexMex gibt. Und mit Erstaunen stellt man (okay, ich)  fest, wie gut eigentlich so ein simples Gulasch mit Knödeln schmeckt. Und zum Nachtisch braucht es dann auch keine Cremes mit Fruchtsößchen oder Tonkabohnen-Aroma, sondern man (naja, die Familie) erfreut sich an schnödem Schokoladenpudding.

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Im nächsten Leben… – werde ich Partyservice!

Das Dessertbuffet zur Silberhochzeit

“Du bist doch §$%&?#…” Ganz entgegen des Anlasses (unsere Silberhochzeit) gab mir mein Mann eher uncharmant zu verstehen, was er von meinem Plan hielt,  90 Gäste selbst zu bekochen. Ich finde es zwar herrlich, mehrgängige Menüs und Häppchen in rauhen Mengen zuzubereiten – aber okay, Essen für 90 Personen ist schon eine Herausforderung, wenn man keine Profiküche mit Kühlhaus zur Verfügung hat. Also kamen Antipasti und Grillbuffet vom Partyservice – aber wenigstens das Dessertbuffet zum Fest stammte von mir! Schließlich esse ich seit Jahren aufopferungsvoll Emmi-Joghurts, Rewe-Feine-Welt-Cremes und französische Vanille-Joghurts, um an die hübsche Umverpackung (die Gläschen) zu gelangen. Knapp 100 habe ich bislang gesammelt und drei weitere Dutzend Mini-Weckgläschen gab’s gerade im Angebot bei Lieferello.

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Resteverwertung: Kleine Zitronen-Cheesecakes im Glas

Mini-Käsekuchen im Glas

Mini-Käsekuchen im Glas

Weil die Familie nur aus Käse- und Aufschnitt-Frühstückern besteht, gelingt es mir als einzigem Süßschnabel kaum, Herr bzw. Frau der Brotaufstrich-Vorräte zu werden. Im Kühlschrank warten also regelmäßig halbleer gegessene Marmeladengläser darauf, verwertet zu werden – so auch dieser Zitruscurd, den ich  aus der Schale und dem Saft von Wintergarten-Orangen und Zitronen gerührt hatte. Nach einer Anregung von Küchenzaubereien habe ich die herbe Zitronencreme für kleine, im Glas gebackene Cheesecakes verwendet, die sich als sehr lecker erwiesen. Sehen Desserts in Gläschen (siehe hier, hier, hier, hier und hier) nicht immer viel schöner als als große Portionen? Weiter lesen

Göttlicher Glibber: Tapioka-Pudding mit Blaubeer-Sauce

Mögen Sie Grießbrei, Milchreis oder rote Grütze mit Sago? Dann wird Ihnen auch die Textur von Tapioka-Pudding zusagen – glibberige, weiche Kügelchen in einer süß-cremigen Puddingmasse.  Tapioka-Pudding ist in den USA ein ganz typisches, wenn auch altmodisches Dessert, das es oft in Diners gibt – dann mit süßen Karamel- oder Schokosaucen. Ich bevorzuge frische Fruchtsaucen, wie pürierte Erdbeeren und Blaubeerkompott. Wer Tapioka-Pudding einen asiatischen Touch verleihen möchte, gart die geschmacksneutralen  Stärkeperlen in halb Milch, halb Kokosmilch und zieht am Ende frische Mangowürfel unter.

Tapioka wird aus der bearbeiteten und getrockneten Maniokwurzel (Kassava) hergestellt. Unter dem Namen Tapioka habe ich die Kügelchen noch nirgendwo (außer bei Spezialhändern) gefunden – aber genauso gut können Sie im Supermarkt Sago kaufen. Vermutlich ist in der Sago-Packung eh Tapioka drin – ursprünglich wurde Sago nur aus dem Mark der Sagopalme gewonnen, heute auch aus Wurzelknollen anderer tropischer Pflanzen wie Maniok. Und damit sind Sie wieder bei Tapioka…

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Flavour-Savour-Test von Ute: Rezept Quarkpudding & Fazit

QuarkpuddingDer neue Flavour Savour von Morphy Richards auf dem Prüfstand: Alice (hier ihr Bericht) und Ute haben außer mir das Gerät getestet. Hier der zweite Abschnitt und das Fazit von Ute (Teil 1):

“Trotzdem habe ich heute noch ein zweites Rezept ausprobiert: in der Anleitung ist beschrieben, dass man im Flavour Savour auch Pudding in der Wasserbadform kochen kann. Eine solche habe ich von meiner Mutter bekommen, weil diese sie seit Jahrzehnten nicht mehr benutzt hat, und auch bei mir stand sie ewig im Keller. Hier noch kurz das Rezept : Weiter lesen

Crème brûlée von der Tonkabohne

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Der Gewürzhändler meines Vertrauens versorgt offensichtlich einen erheblichen Teil der deutschen Foodblogger-Szene mit echter Vanille – zu recht: Die Schoten sind schön feucht und sehr preiswert. Seitdem ich dort bestelle, verwende ich keinen fertigen Vanillinzucker mehr, sondern habe stattdessen ein Marmeladenglas bereit stehen, in dem ein Dutzend ausgekratzer Schoten ihr Restaroma an den Zucker abgeben. Versuchen Sie das oder den Sirup vom Kuriositätenladen mal mit den ausgetrockenen 4-Euro-pro-Stück-Stangen aus dem Glasröhrchen, dann bringen Sie sich ins Armenhaus! Bei Madavanilla wurde ich auch fündig, als mich letztens ein Konfitürenrezept (Seite 6 im PDF, Erdbeer-Rhaharber mit Tonkabohne, Honig und Pfeffer) neugierig auf  Tonkabohnen machte. Zwei Euro für 25 Gramm (etwa 20 Bohnen) war mir das Ausprobieren alle Male wert. Neugierig schnupperte ich am Tütchen, als es hier eintraf, und schreckte zunächst einmal zurück: Tonkabohnen (die dunkelbraunen Samen eines südamerikanischen Baumes) riechen sehr intensiv nach einer Mischung aus Vanille, Bittermandel, Muskat und – ähem – Klostein, wenn man die Nase direkt darüber hält. Im Dessert (ich habe im Slowcooker eine Crème zubereitet und mit Zucker überkrustet) gefiel mir das Aroma jedoch sehr gut – sehr dezent (man kann gerne auch zwei Bohnen nehmen) und irgendwie mehrdimensionaler als pure Vanille. Jetzt bin ich gespannt auf die Konfitüre, die auf der Ausprobieren-Liste steht, sobald es reife Erdbeeren gibt…

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Blogevent LXVI: Rübenkrauteis mit Püfferkes

Rübenkraut-Eis mit PüfferkesSo wie es in Deutschland einen Weißwurstäquator gibt, existieren vermutlich auch die Labskauslinie (irgendwo bei Bremen) oder die Rübenkraut-Region. Wo sich letztere befindet, lässt sich ganz leicht ermitteln: Erscheint Ihnen die Vorstellung von süßem Sirup auf Speckpfannkuchen , über Grützwurst oder Kartoffelreibeplätzchen eklig, wohnen Sie jenseits davon. Im Rheinland und in Westfalen ist Grafschafter Goldsaft dagegen Standard im Küchenschrank – als Brotaufstrich und als besagter süßer Kontrapunkt zu pikanten Pfannengerichten. Auch beim Backen ist er unverzichtbar – er macht das Schwarzbrot schön süßlich und ersetzt in amerikanischen Rezepten den Charakter, den dort der braune Zucker bringt. Genau wie Jutta huldige also auch ich beim aktuellen Blogevent Kulinarische Reise durch das Rheinland dem dunklen Zuckerzeugs. Ich habe in der Rheinischen Post ein Rezept für ein Rübenkrauteis gefunden, das mit gleich einer zweiten rheinischen Spezialität gepaart wird: Püfferkes, kleinen Hefepfannkuchen.  Ein tolle Kombination und vermutlich der optimale Abschluss für ein rheinisches Sauerbratenmenü…

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Kochen für viele: Schokosoufflee medium

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Draußen fühlte es sich heute bei sechs Grad und Sonne zaghaft nach Frühling an und drinnen schlummern noch die letzten Winterdesserts im Kälteschlaf. Der Frühjahrputz im Tiefkühler begann mit diesen kleinen Schokotörtchen, die als Nachtisch das bescheidene Suppen-Mittagessen aufputzten. Das besondere an ihnen: Sie wandern gefrostet in den Backofen und behalten auch nach dem Backen einen halbflüssigen Kern. Das schmeckt genial zu einem guten Vanilleeis oder frischen Beeren. Nicht zu vergessen: Die Soufflees lassen sich wunderbar vorbereiten, so dass man auch viele Gäste damit bewirten kann. Nur für’s Anrichten sollte man sich Hilfe holen, damit die Küchlein heiß bleiben und das Eis nicht schmilzt.

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Leckerli zur Diashow: Flan de Coco mit Orangenkaramel

Wie viele Fotos kann man in drei Wochen Urlaub eigentlich schießen? Sehr, sehr, sehr viele… Wo mich zu analogen Fototagen noch die Kosten einer Rolle Film bremsten, gibt es im digitalen Zeitalter von 8-Gigabyte-Speicherkarten kein Halten mehr. Mit Augenrollen quittierten meine Kinder die x-te Orchideen-, Wellen-, Wolken- und Landschaftsaufnahme oder die wiederholte Aufforderung, sich bitte mit Person A, B respektive C (ach nee, lieber mit A, B UND C – nein, nicht so herum, andersherum!) zum Foto zu gruppieren. Das Gemurre setzt sich fort, wenn ich Anstalten unternehme, die Urlaubsfotos zu zeigen – naja, 800+ Motive sind selbst für überdurchschnittlich interessierte Freunde arg viel. Also habe ich mit meinem Lieblings-Grafikprogramm 150 der besten Bilder zu einer vertonten Diashow montiert, zu deren Vorführung ich dann noch die passenden Speisen reiche. Es gab Empanadas mit Fleisch- und Tunfisch-Füllung und zum Nachtisch einen Flan mit Orangenkaramel. Ob’s nun das Essen war, die Qualität meiner Fotos, die Musikuntermalung (Miami und Ecuador) oder die Höflichkeit der Zuschauer – jedenfalls habe ich keine Unmutsäußerungen gehört ;-)

==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Flan de coco con caramelo de naranja
Kategorien: Dessert, Südamerika
Menge: 12 Portionen

================= FÜR DIE ORANGEN-KARAMEL-SAUCE =================
200     Gramm  Zucker
8      Essl. Frisch gepresster Orangensaft

====================== FÜR DIE KOKOSCREME ======================
400        ml  Kokosmilch aus der Dose
100        ml  Sahne
250        ml  Milch
100-150     Gramm  Zucker (nach Geschmack)
Abger. Orangenschale
6            Eier

=========================== SONSTIGES ===========================
2-3            Orangen
Himbeeren
Kokosflocken

============================ QUELLE ============================
abgewandelt von http://laylita.com/recipes/2008/02/12/
coconut-flan-with-orange-caramel/
– Erfasst *RK* 07.02.2011 von
– Gabriele Frankemölle

Von einer der (unbehandelten) Orangen die Schale abreiben, Abrieb
beiseite stellen. Orangen mit einem scharfen Messer schälen und
filetieren. Dabei den Saft auffangen, die Filets in eine Schüssel
geben, abdecken und kühlen. 12 kleine Timbale- oder Souffleeförmchen
(es funktioniert auch mit geraden feuerfesten Tassen) leicht mit Öl
ausreiben.

Für das Orangenkaramel den Zucker und den Orangensaft in einen
schweren Topf geben und bei großer Hitze zu hellbraunem Karamel
kochen – gut acht geben, sobald sich der Zucker verfärbt, von jetzt
ab geht es superschnell bis zum Verbrennen! Das Karamel in die
Förmchen verteilen, jeweils etwa einen halben Esslöffel.

Backofen auf 150 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

In dem Karameltopf Kokosmilch, Sahne und Milch mit dem übrigen
Zucker erhitzen, bis sich alles gelöst hat. Etwa 1/2 Tl abger.
Orangenschale unterrühren. In einer großen Schüssel die Eier
verrühren, die heiße Milch nach und nach vorsichtig dazurühren – es
sollte sich kein Schaum ergeben. Eiermilch durch ein Sieb in die
Förmchen auf das erstarrte Karamel gießen.

Die Förmchen in eine große Auflaufform oder die Fettpfanne des
Backofens geben. So viel heißes Wasser angießen, dass die Förmchen
bis zur Hälfte im Wasser stehen. 40 bis 50 Minuten auf der mittleren
Schiene garen, bis die Masse gestockt ist.

Nach dem Garen die Förmchen aus dem Wasser nehmen und  gründlich
durchkühlen, am besten über Nacht.

Vor dem Servieren mit einem Messer um den Rand der Förmchen fahren
und diese auf einen Dessertteller stürzen. Mit Orangenfilets,
Himbeeren und Kokosflocken garnieren.

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Pazifikstrand

Plaza San Francisco in Quito

Miami

Weihnachtsdessert: Bratapfel-Tiramisu

Bratapfel-Tiramisu Alle Jahre wieder… Die Frage, was ich Weihnachten auf den Tisch bringe, beschäftigt mich schon seit Wochen. Da sich sowohl junge Mäkler als auch erwachsene abstinente Gourmets und bodenständige Senioren, die Krustentiere und exotische Zutaten nicht mögen, um den Tisch versammeln, kommen viele Rezepte per se nicht in Frage. In Sachen Vorspeise (Räucherforellen-Mousse? Rosenkohl-Cremesüppchen? Kleine Birnentartes mit Gorgonzola?) schwanke ich noch, als Hauptgang hat sich die Mehrheit inzwischen Pute gewünscht – und das Dessert steht seit einem Probekochen letzte Woche fest: Bratapfel-Tiramisu. Diese Schichtspeise lässt sich super vorbereiten, sieht ausgesprochen hübsch aus und passt mit seinem apfel-vanillig-zimtigem Aroma wunderbar in die Jahreszeit. Das Originalrezept enthält drei Sorten Alkohol (Eierlikör, Weißwein, Kaffeelikör) – selbst ich als Nicht-Abstinenzler finde das arg durcheinander. Selbst wenn ich mit Alkohol kochen könnte, würde ich den Kaffeelikör allemal weglassen und die Kekse lieber dem Saft des Bratapfelkompotts tränken.

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