Manche Frauen müssen vier Hände respektive Arbeitstage von 22 Stunden haben. Zum Beispiel Pioneer Women Ree Drummond: Sie führt mit ihrem Mann eine Ranch, unterrichtet vier Kinder zuhause und schafft es irgendwie auch noch, einen unglaublich schönen Koch-, Fotografie-, Gärtner- und Plauderblog täglich mit Inhalt zu füllen. WIE MACHT SIE DAS??? Ich bin schon froh, wenn ich wöchentlich ein, zwei Beiträge für diesen Blog hier schreibe – dabei habe ich keine Ranch, bloß einen Resthof, und spiele nur Teilzeit- statt Vollzeitpädagoge für meine beiden halbwüchsigen Sprösslinge. Die befinden sich derzeit im Urlaub und daher konnte ich das schnelle Hühnchengericht von Ree überhaupt nachkochen (sonst verschmäht einer die Sauce, die andere Geflügel). Schade, dass sie so mäklig sind – das Rezept wäre es wert, häufiger auf den Tisch zu kommen. Die Cajun-Würzmischung ist übrigens arg reichlich bemessen, lässt sich aber in einem Schraubglas gut aufbewahren und passt auch hervorragend zu Fisch.
Was Kochbücher angeht, so kaufe ich lieber Standardwerke wie das oder das
hier statt Rezeptkollektionen von Promis mit oft kurzer Halbwertszeit und manchmal geringem Nutzwert. Aber wenn Jamie Oliver über Amerika
schreibt, komme ich selbstredend daran nicht vorbei – schließlich ist die US-Küche meine erste kulinarische Liebe, ich konnte eher Brownies als Bisquitboden backen! Ich habe also bestellt – und es nicht bereut: Schon beim ersten Durchblättern haben mich die wunderschönen atmosphärischen Fotos und die sympathischen Begleittexte zu Regionen (New York, Louisiana, Arizona, Los Angeles, Georgia, Wildwest) und Rezepten begeistert. Jamie selbst hat sich für meinen Geschmack zu oft im Bild platziert – typisch Promi-Kochbuch eben. Aber das Layout ist frisch und übersichtlich, Schriften und Farben symbolisieren mit viel Rot und Blau förmlich “USA”.
Es soll ja Haushalte geben, bei denen besteht Sauce Bolognese aus Hackfleisch und Ketchup. Ich gestehe: Am Anfang meiner “Kochkarriere” habe ich das auch so gemacht. Danach habe ich fleißig gebraten, gerührt, geköchelt, abgeschmeckt, wieder gerührt – sehr zeitaufwändig, aber auch sehr lecker. Weniger zeitaufwändig und (mindestens) genauso lecker gelingt Ragù alla bolognese im Crockpot: Nach kurzem Anbraten schmurgelt die Sauce selbsttätig zur Perfektion. Das akkurat ausgewogene Rezept (ich arbeite bei Bolognese sonst immer “frei Schnauze”) hat mir Ulrike für das Crockybuch zur Verfügung gestellt. Was soll ich sagen? Grandios, ich habe das neue Standard-Fleischsaucen-Rezept der Familie gefunden, nachdem ich den Rotwein-Anteil etwas reduziert und eine Knoblauchzehe hinzugefügt habe.
Larissatoday ist ein deutsches Foodblog, das ich vor zwei Wochen erst entdeckt habe – und seitdem schon zweimal für Nachkoch-Ideen zu Rate gezogen habe, erfolgreich
Das Hähnchenschenkel-Kartoffelblech wurde bei uns ein Hühnerbrust-am-Knochen-Kartoffelblech und kam sehr gut an, nur das Fotografieren habe ich leider vergessen. Gestern gab’s für 12 Gäste zum Abendessen die Spätzlepfanne, allerdings mit selbstgemachten Spätzle. Das Gericht war ein voller Erfolg: Deftig-kräftig, massengeschmack-tauglich und kindgerecht. Dazu gab es Feldsalat mit Kartoffeldressing und den köstlichen Trollinger mit Lemberger, den mir meine Freundin aus dem Ländle mitgebracht hat.
Mit unserem Verwandtenbesuch aus dem brandenburgischen Turnow sind wir bei dem guten Wetter der vergangenen Tage per Rad auf Sightseeing-Tour gegangen. Die üblichen (ess-affinen) Ziele: Der Wochenmarkt im benachbarten Winterswijk, der “Käsebauer” in Woold, die Pralinenmanufactur, die Brennerei Böckenhoff und als krönender Abschluss Adelheids Spargelhaus. Die wunderhübsch dekorierte westfälische Scheune ist zwar nicht nur zur Spargelzeit einen Besuch wert, trotzdem kommen wir meist nur im Mai oder Juni einmal hin. Natürlich wegen der Spargelkarte mit vielen einfallsreichen Gerichten! Die sind zwar nicht billig, aber ihren Preis definitiv wert – so auch das Pastagericht, das ich bestellt hatte und dass mir ausgezeichnet schmeckte: Bandnudeln mit gebratenem Grünspargel, getrockneten Tomaten, Rucola und Parmesan, kräuter- und knobiwürzig und garniert mit einem Riesengarnelenspieß. Das Rezept unten ist mein Versuch eines Nachbaus…
Nachdem im Anschluss an das alljährliche Fußballvereins-Sommerfest auf unserem Hof etwa zehn Gefrierbeutel mit Fleisch in den Tiefkühler gewandert waren, werden die Rest nun peu a peu “weggegrillt”. Auf besonderen Wunsch der Kinder gibt es dazu Zwiebelbrot , auf besonderen Wunsch meiner Schwester diesen Pastasalat. Den hatte sie mal irgendwo gekostet und mir von der Kombination Penne, eingelegte Tomaten, Rucola und Parmesan berichtet. Mein erster Versuch, das nachzuempfinden, kam sehr gut an – seitdem gehört dieses Rezept zu den Grillbeilagen-Standards. Übrigens: Der Salat schmeckt auch mit Kartoffeln – am besten mit ungeschälten kleinen “Drillingen”, die erst kurz vorgekocht und in Olivenöl fertig gebraten werden. Im Dressing benötigt man dann kein Öl mehr. Ein ähnliches Rezept steht auch beim Chefkoch.
Auch wenn’s komisch klingt: Ich finde, Braten im Wok und Kochen im Slowcooker sind eigentlich Kochtechniken, die sich ziemlich ähneln. A) Man schnippelt ein wenig, legt sich Zutaten bereit. B) Die eigentliche Zeit am Herd reduziert sich auf wenige Minuten und besteht primär aus Rühren. Allerdings liegen beim Slowcooker zwischen A) und B) mehrere Stunden unbeaufsichtigten Vor-sich-hin-Köchelns. Wenn die nicht zur Verfügung stehen, brutzele ich gern diese superschnellen gebratenen Nudeln, von denen meine Kinder wahre Berge vertilgen können. Obwohl Gemüse drin ist! Die marinierten Hähnchensticks mit Erdnussoße verschmähen sie dann allerdings wieder…
Kategorie : Kochen
Auf die Gefahr hin, dass ich mich (zumindest bei den Auch-Lesern von USA kulinarisch) unbeliebt mache: Wieso jemand “Mac’n'Cheese” von Kraft mag, ist mir schleierhaft. Und noch schleierhafter, wieso sich manche die Fertigpackungen aus den USA kommen lassen oder sie hier für teures Geld bei Spezialshops bestellen. Wenig Nudeln, viel zuviel überwürzte Soße, die einem förmlich den Hals verkleistert – okay, okay, ich höre schon auf! Dabei ist Mac’n'Cheese hausgemacht ein wirklich leckerer Auflauf, der als komplette Mahlzeit dienen kann. Hmmh, am besten mit ein paar Streifen knusprigem Frühstücksspeck dazu!




