Diese Kekse hätten vermutlich auch Elvis geschmeckt: Erdnussbutter-Banane soll schließlich sein Lieblingssandwich gewesen sein. Bei uns wurden die Plätzchen von Baking Bites aber nicht im Gedenken an den King gebacken, sondern schlichtweg weil (mal + wieder) zu viele braun gewordene Bananen im Obstkorb lagen. Zudem stand ein angebrochenes Glas Erdnussbutter herum, das Sohnemann verschmähte, weil es nicht seine super-klebrige original US-Lieblingssorte ist. Die Cookies mochte er aber trotzdem, genauso wie der Rest der Familie. Wer übrigens noch keine Erfahrung mit US-Cookies hat: Sie sind “chewy”, also eher kuchenartig weich und nicht “crispy”, knusprig. Wer lieber etwas mehr Biss mag, lässt sie einige Minuten länger im Ofen.
Dass Variationen des Plätzchentellers in meiner Familie nicht groß gefragt sind, hatte ich hier bereits beklagt. Insofern steht auch die Weihnachtsbäckerei anno 2009 unter dem Motto “Warum Bewährtes ändern?”. Zu sehen sind im Uhrzeigersinn von unten: Husarenkrapfen gefüllt mit Holundergelee, Cream Cheese Christmas Cookies, Marzipantaler, Mohnkekse, Muskatzonen mit Schokoguss und Zimtsterne a la Demel. Auch Schnuppensuppe hat uns ihren Plätzchenteller schon gezeigt und dieser Thread beim Chefkoch erhält sehr schöne Fotolinks – falls jemand noch Inspiration braucht
Genau wie die Kaltmamsell und Ulrike kaufe ich nur eine Brigitte pro Jahr – die mit dem Sonderheft Plätzchen Anfang November. In diesem Jahr hat es mich allerdings etwas enttäuscht: Lakritz- und Balsamicoaromen in Gebäck reizen mich nicht wirklich, getrocknete Frucht- bzw. Krokantmassen oder Brownies betrachte ich nicht als Plätzchen. Allein die Minz-Schoko-Tannen werde ich vielleicht noch versuchen – nach den Pleiten hier und hier muss doch Kombi doch irgendwann mal schmecken! Sonderheft 09 wird also vermutlich im Papierkorb landen, dagegen hat Ausgabe 05 einen Ehrenplatz im Regal: Hier gab es tolle Grundrezepte für Mürbe-, Rührteig und Baiser mit zahlreichen Variationen, unter anderem von Peggy Porschen und Annemarie Sackmann. Letztere lieferte ein Rezept für hübsche Mohnkekse, die ich in diesem Jahr ausprobiert habe – hmm, sehr lecker, sehr aromatisch und gar nicht so süß. Und vor allem ohne fertige Mohnback-Pampe… Weiter lesen
Warum Bewährtes ändern? Was den Plätzchenteller angeht, so besteht für mich keine Notwendigkeit, besondere Kreativität an den Tag zu legen. Sohnemann möchte Husarenkrapfen, Töchterchen Muskatzonen, der Ehemann Nuss-Schoko-Plätzchen und ich esse gern Zimtsterne. Und weil fast jeder nur zu seinen Favoriten greift, sind Plätzchen-Premieren selten von Erfolg gekrönt – sei es, weil das Rezept tatsächlich nicht schmeckt (siehe hier) oder schlicht den Aufwand nicht wert ist. In den erlauchten Kreis der Keks-Klassiker dürften jedoch die Erdnuss-Honig-Taler aufsteigen, deren Grundidee ich von der Oetker-Webseite habe. Das Ausstechen verschiedener Formen, das Zusammenkleben, Bestreichen und Verzieren war mir allerdings zuviel Arbeit – ich habe das Rollenkeks-System angewendet. Die Familie war sich einig: Die Dinger schmecken gut, “Peanutbutter-Cookie meets Christmas”.
Macht der Gewohnheit, mangelnde Experimentierlust? Keinesfalls. Dass bei uns über Jahre hinweg dieselben Plätzchensorten auf dem bunten Teller liegen, ist ein Ausdruck von “Warum bewährtes ändern?” Die Walnuss-Scheiben, Husarenkrapfen, Muskatzonen, Cream Cheese Cookies sind bei der ganzen Familie beliebt und das ist eine Seltenheit! Neue Rezepte werden zwar ausprobiert, haben es aber erfahrungsgemäß schwer, in den Kreis der illustren Klassiker aufgenommen zu werden – das scheint aber auch bei Petra von Chili & Ciabatta so zu sein! Einer ihrer Klassiker könnte jetzt jedoch auch zu unserem werden – die Zimtsterne. An denen bin ich schon häufiger verzweifelt: Der Teig brach, die Eiweissglasur lief, die Sternzacken knickten, die gebackenen Plätzchen staubten oder klebten wahlweise. Weil meine Freundin Isabell bei unserer jüngsten “Wir brechen den Backbleck-Rekord pro Abend”-Aktion aber gerne Zimtsterne backen wollte, habe ich mich wieder auf die Suche nach einem Rezept begeben. Bei dem von Petra vorgestellten bin ich hängen geblieben und was soll ich sagen: Diese Zimtsterne sind grandios!
Wenn ich etwas will möchte, kann ich hartnäckig sein. Und ich will möchte endlich einmal ein gelungenes Rezept mit Minze – ein Aroma, dass ich in After Eight und diversen Likören wirklich köstlich finde, das in meiner Küche bisher aber nur für Pleiten, Pech und Pannen sorgte. Mit Schaudern Frösteln erinnere ich mich noch an die hochgradig überdosierten After-Eight-Rollen, die letztlich als Pferdefutter dienten, oder das medizinisch schmeckende Schoko-Minz-Eis. Versuch Nummer 3: Mint Snowballs, ein Rezept von CD Kitchen. Die mit Kokosraspeln garnierten weißen Taler schienen mir eine gute Ergänzung des nuss- und schokolastigen Plätzchentellers zu sein – naja, zumindest optisch sind sie es auch. Was den Geschmack angeht: Ich finde ihn ganz lecker (wenn auch Welten entfernt von After Eight), meine Familie sagt unisono “bäh”! The quest for the best mint recipe – to be continued…
Chinesische Bäckereien – jüngst habe ich eine in Amsterdam besucht – sind für einen Europäer eine sehr fremdartige Welt: Da locken Dampfnudel-ähnliche Gebilde (Char Siu Bao), die aber mit würzigem Schweinehack gefüllt sind. Da gibt es grüne und grellrote Teiglinge, die zu probieren ich mich nie getraut habe. Da sehen “Mooncakes” nach Marzipan aus, bestehen aber aus Lotos- oder Bohnenpaste. Ich bin auf Nummer sicher gegangen und habe vier Pineapple Buns (Bor Lor Bao, auf deutsch Ananas-Brötchen) erstanden, die ich von meiner Zeit in Hawaii her kenne. Obst ist nicht drin – vielmehr haben diese Hefebällchen eine Kruste aus vanilligem Keksteig. Die wird so eingeritzt wird, dass sie einer Ananasschale ähnelt. Die süßen Brötchen als Mitbringsel kamen bei meinen Kindern – erwartungsgemäß – bestens an, so habe ich mir ein Rezept zum Nachbacken gesucht und im Bread-Bakers-Archiv gefunden.
Kategorie : Backen, Kochbücher
DKduW steht für ein neues monatliches Blogevent – Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen. Die nette Idee, die dahinter steckt: Gebt all den angestaubten Exemplaren eine Chance, aus denen Ihr noch nie etwas gekocht habt oder die ihr schon lange nicht mehr in den Händen hattet. Da kommt mir direkt mein allererstes englischsprachiges Kochbuch in den Sinn, dass ich 1987 gekauft geschenkt bekommen habe: “Cooking with Mickey around our world”, ein spiralgebundenes 300-Seiten-Exemplar mit den meistgefragten Rezepten aus den Disney-World-Restaurants, heute heisst es Disney’s Cooking with Mickey & Friends. Ich glaube, ich habe es damals in einem der Souvenirshops des Freizeitparks in Florida unzählige Male in den Händen gedreht – und es dann doch nicht gekauft. $9.95 + tax waren an einem der letzten Tage einer vierwöchigen USA-Rundreise eine Menge Geld. Heimlich erstanden hat es dann meine (damalige und heutige) Freundin und Reisebegleiterin Martina, um es mir einige Wochen später zum Geburtstag zu schenken. Tolle Idee!
Der Band enthält einige sehr schöne Rezepte, vor allem die des “Polynesian Terrace”-Restaurants gefielen mir, da ich mein USA-Austauschjahr zuvor zur Hälfte in Hawaii verbracht hatte. Als erstes nachgekocht habe ich daher Fried Rice und Pua Peanut Pork, dazu Mai Tais und Pina Coladas gemixt. Die 80er waren groß in Sachen Cocktails
Mein Favorit aber waren die Chocolate Chip Cookies, die selbst ich als damals blutiger Kochanfänger gut hingekriegt habe.
Wenn man dieses Koch-Tagebuch so liest, könnte man meinen, ich sei Superwoman am Herd. Sorry, falls es so rüberkommt – bin ich nämlich bestimmt nicht! Mir brennt oft was an, Fleisch krieg ich mit schönster Regelmäßigkeit nicht butterzart und Rezepte, die sich wer-weiß-wie-toll lasen, erweisen sich als geschmackloser Pamps. In die Rubrik “Pleiten, Pech und Pannen” ordne ich auch diese Rollenplätzchen ein – obwohl aussehen tun sie klasse
Mein zweiter Versuch mit Rollenkeksen: Aprikosen-Amaretto-Schnecken. Das Rezept stammt aus einem Hochglanz-Brigitte-Sonderheft “Die besten Plätzchen”, in dem talentierte Foodfotografen vermutlich selbst Backwerk aus roter Bete, Hackfleisch und ganzen Zimtstangen spektakulär hätten aussehen lassen. Da kann ich noch Jahrzehnte üben – das krieg ich niemals so hin
Ich liebe Cranberries – und nachdem die neuerdings sogar in unserem lokalen Rewe-Markt erhältlich sind, habe ich endlich das “Material”, um beispielsweise Claudias Schoko-Kirsch-Cranberry-Cookies oder Ulrikes Kekse mit weißer Schokolade und Cranberries nachzubacken. Noch mehr gereizt hat mich allerdings ein Rezept aus einem meiner US-Kochbücher, weil die Plätzchen so toll aussahen – Cranberry Nut Swirls.




