Gourmet-Resteküche: Saltimbocca von der Jakobsmuschel mit Steinpilzrisotto

Steinpilz-Risotto

Wie sehr ich es genieße, mal nicht mehrheitsfähig kochen zu müssen, hatte ich hier ja schon einmal ausgeführt. Gestern war wieder so ein Tag, wo ich ganz für mich allein brutzeln konnte, weil der Mann den Rinderbraten-Rest beanspruchte, Sohn auswärts weilte und Tochter arbeitete. Ich nutze die Gelegenheit, ein paar übrig gebliebene und eingefrorene Edelzutaten von Weihnachten (Jakobsmuscheln und Steinpilze) zu verbrauchen. Das Rezept für die Gourmet-Resteküche habe ich mir bei Uwe von Highfoodality geholt, der allerdings 250 g Risottoreis für zwei Personen vorschlug. Ich habe die Hälfte zubereitet und dann haben wir auch noch zu zweit davon gegessen – meine Tochter tauchte überraschend auf,  lobte das wirklich leckere Risotto, aber verschmähte selbstredend die Meeresfrüchte ;-)

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Schnelle Langsamküche: Salsa-Huhn

Salsa-HuhnGrundsätzlich stimme ich Ulrike und FoodFreak zu: Würzen geht auch ohne Fix-Produkt und Kochkultur ohne Tüte ist erstrebenswert. Trotzdem habe ich eine Schublade voll Konserven, Fertig- und Halbfertigprodukten für die faulen, uninspirierten Momente des Hausfrauendaseins.  Einer solchen Phase ist dieses Salsa-Huhn entsprungen, für das ich Hühnerbrustfilets in fertiger TexMex-Sauce geschmort habe. Dank Slowcooker wurde das Fleisch superweich und blieb trotzdem saftig. Ganz gewiss keine kulinarische Großtat – aber zusammen mit Reis und einem frischen Salat eine vernünftige Mahlzeit mit vielleicht zehn Minuten Arbeitsaufwand.   Weiter lesen

Aus dem Crockpot: Gefüllte Paprikaschoten

Wenn ich einem Crockyneuling ein Gericht zum Ausprobieren empfehlen sollte – das hier wäre es. Diese Paprikaschoten lassen sich in zehn Minuten vorbereiten, sogar in fünf, wenn man das Mehl nicht anröstet, sondern einfach klumpenfrei mit den anderen Soßenzutaten verrührt. Danach schichtet man Schoten und Hackbällchen in den Topf, gießt die Soße obenauf und vergisst das ganze vier Stunden lang, während man beispielweise einkauft, arbeitet oder Kochbücher schreibt ;-) Fünf Minuten vor dem geplanten Essen deckt man den Tisch, wärmt den Rest Reis von gestern auf und serviert der Familie ein leckeres Mittagessen, das den Minimalaufwand keinesfalls vermuten lässt. Die Hackfüllung ist wunderbar locker und kein bisschen trocken, die Sauce sehr aromatisch. Die doppelte Menge passt gut in einen 6,5-l-Topf – allerdings nur wenn man Spitzpaprikaschoten verwendet, acht große “Ballonpaprika” sind zu voluminös.

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Nachgekocht (im Crockpot): Arroz con leche

Arroz con lecheMilchreis ist zwar lecker, aber ein bisschen “geradezu”, wie meine Mutter sagen würde – also geschmacklich nicht gerade aufregend. Wesentlich interessanter als die deutsche Version mit Zimt und Zucker fand ich den spanischen Arroz con leche, den ich in der Vorspeisenplatte gefunden habe. Er wird mit Zitronen- und Orangenschale sowie Zimtstange aromatisiert und ist nicht ganz so pappig-dick. Ich habe ihn im Slowcooker gekocht – so entfällt das Rühren und er gart ohne Aufsicht und ohne Anbrennen.

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Küchen der Welt: Arroz con menestra aus Ecuador

Unter italienischer, französischer, vielleicht sogar koreanischer oder skandinavischer Küche kann sich selbst ein Küchenlaie etwas vorstellen. Aber was isst man in Ecuador? Zum Beispiel Cuy (Meerschweinchen), hat mir Carlos, unser Gastschüler aus Guayaqil, erklärt. Vor allem im Hochland möge man Cuy, die Küstenbewohner bevorzugen Rindfleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Sein Lieblingsgericht Ceviche (ein Fischcocktail mit Limettensaft und Gemüsen) konnte ich Carlos mangels wirklich frischem Fisch noch nicht servieren, wohl aber eine andere verbreitete ecuadorianische Speise: Arroz con menestra (Reis mit Bohnen), Carne asada (Grillfleisch) und Patacones (ausgebackene Kochbananen-Scheiben). Vor allem die würzigen, saucigen Bohnen schmeckten der ganzen Familie ausgezeichnet, die Bananen-”Chips” fanden wir dagegen eher geschmacksneutral.

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Zwei Gerichte aus einem Topf: Lauch-Risotto und Pesto-Fisch

Risotto und FischZwischen Artikelabgabe-Terminen, Geschenkekauf und einer größeren Wohnungs-Umräumaktion bleibt mir im Moment wenig Zeit in der Küche. Weder für aufwändige dekorierte Plätzchen (siehe Lamento hier) noch für halbstündiges kontinuierliches Rühren am Herd. Weil mir der Sinn aber sooo danach stand, habe ich meinem amerikanischen Slowcookerbuch vertraut und im Crockpot sozusagen unbgerührtes Risotto zubereitet. Wie’s geworden ist? Lecker, wenn die Konsistenz auch etwas zu wünschen übrig ließ. Man muss schon etwas genauer einschätzen können, ob der eigene Topf eher über- oder unterdurchschnittlich heizt, um den perfekten Garpunkt für’s Risotto zu erwischen. Beim ersten Versuch (vier Stunden LOW) gab’s Reisbrei, der zweite (2,5 Stunden LOW) hatte den Namen Risotto knapp verdient. Mehr als die Reisbeilage haben mich jedoch die Pesto-Fischpäckchen in Alufolie begeistert, eine Idee von Crocky-Testköchin Carin. Super-unkompliziert, dabei lecker und saftig – die gibt’s bestimmt wieder.

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World Bread Day 3: Wildreis-Honig-Brot

Wildreis-Honig-Brot“Iiiih, gruselig – ist schon Halloween?” Wildreis als Beilage kam bei meinen Kindern gar nicht gut an. Wie also die nicht gerade günstige Spezialität (Wildreis ist der Samen einer nordamerikanischen Grasart) verwerten? Ein Teil kam in die Hühnchen-Wildreis-Suppe, für einen weiteren habe ich in der “Bread Bible” von Beth Hensperger ein passendes Brotrezept gefunden: “Wild Rice Molasses Bread”. Melasse, ein Abfallprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr, ist hierzulande schwer zu bekommen, mein Zuckerrübensirup war gerade aus. Daher habe ich Honig verwendet. Das Brot schmeckte sehr gut, nussig-mild und hielt sich lange frisch. Daher habe ich keine Skrupel, diese “Resteverwertung” als meinen Beitrag zur dritten Auflage des World Bread Day zu melden. Danke, Zorra, für das schöne Event, dem ich viele Back-Anregungen verdanke!

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Urlaubs-Mitbringsel: Hühnchen-Wildreis-Suppe

Das BBQ-Restaurant Famous Dave’s in Fredericksburg, Virginia, ist der Familie in lebhafter Erinnerung geblieben: Während unseres Sommerurlaubes in den USA kehrten wir dort ein und bestellten das “Famous Feast for four”. Was daraufhin serviert wurde, hatten wir so noch nicht gesehen: Auf dem umgedrehten Deckel einer großen, amerikanischen Alu-Mülltonne trug die Kellnerin eine ganze Seite Rippchen, ein Grillhuhn, BBQ-Schweinefleisch, Fritten, Krautsalat, Maiskolben, Bohnen, Maismuffins und diverse Saucen herein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits die köstliche Chicken-Wildrice-Suppe als Vorspeise im Bauch und konnte vom Hauptgericht nur noch einige Häppchen probieren. Auch die anderen drei kapitulierten bald, so dass wir den Rest im “Doggybag” mit ins Hotel nahmen und am nächsten Tag nochmals satt wurden. Famous Dave’s würzige Saucen und Marinaden gibt es hierzulande leider nicht zu kaufen – insofern habe ich mich am Nachkochen der Rippchen noch nicht versucht. Für die Suppe habe ich jedoch hier ein Rezept gefunden, das gut klang und ohne “cream-of-irgendwas”-Fertigdose auskam. Sehr empfehlenswert – aber bestimmt nicht als erster Gang, wenn als zweiter das “Famous Feast” folgt. Hätte die Kellnerin mich nicht warnen können???

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Aus dem Crockpot: Reispfanne im Paella-Stil

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Nein, Paella würde ich dieses Gericht nicht nennen, obwohl die Zutaten sich stark ähneln. Zum einen eignet sich echter Paella-Reis nicht für die lange, ungerührte Garzeit im Slowcooker, da muss es der “formstabilere” Parboiled-Reis sein. Zum anderen trau ich mich nicht, eine Fischkomponente hinzuzugeben – wer weiß, wie Muscheln, Tintenfisch und Co. Slowcooking vertragen? So wurde es eben “nur” eine Reispfanne im Paella-Stil, die der Familie aber ausgezeichnet schmeckte. Den Kiddies reichten Huhn und scharfe Chorizo als Fleischeinlage, für meinen Mann und mich gab es noch einige gebratene Shrimps obenauf. Weil ich einen großen Slowcooker besitze und das Rezept 8 Portionen ergibt, blieb eine ganze Menge übrig – aber die Reste der Reispfanne ließen sich sehr gut aufwärmen.

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Aus dem Crockpot: Kohlrouladen lettischer (?) Art

krautrolle_kl.jpgDas Baltikum als Reiseziel – daran denkt man nicht so schnell. Und auch meine Freundin Martina und ich wollten eigentlich für ein paar Tage nach Glasgow oder Edinburgh fliegen, landeten aber letztlich dank ausgebuchter Schottland-Ziele und einer neuen, supergünstigen Easyjet-Verbindung in der lettischen Hauptstadt Riga. Glücklicherweise, kann ich nur sagen! Selten hat mich eine Stadt so begeistert: Überschaubar groß, wunderbar restaurierte Bausubstanz in der Altstadt (teilweise erschütternder Verfall allerdings anderswo), eine hochinteressante Geschichte, freundliche Bürger und bezahlbare Preise. Nicht nur Architekturliebhaber kommen auf ihre Kosten, auch Foodblogger: Es gibt Bäckereien und Konditoreien mit verlockendem Backwerk, statt McDonalds und Starbucks dominieren die lettischen Vettern Pelmeni XL (Teigtaschen in Brühe) und Double Coffee (die Kartoffelpfannkuchen mit Lachs probieren). Riga? Definitiv ein Reiseziel!

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