Allerorten wird derzeit Rhabarber verbloggt (siehe hier, hier, hier oder hier). Obwohl Rhabarber bestimmt nicht mein Lieblingsobst ist (naja, botanisch eher Gemüse), backe auch ich gerne Rhabarberkuchen – quasi als Frühling in der Küche, nach einem langen Winter voller Apfel-, Käse-, Nuss- und Schokoladenkuchen. Da ich keinen Baiser mag, der saure Rhabarber aber definitiv einen süßen Kontrapunkt braucht, entschied ich mich für einen Rhubarb-Custard-Pie – Zimtstreusel auf Rhabarber-Pudding-Creme, der Boden angeblich eine “idiotensichere” Pie-Crust nach us-amerikanischer Art. Nee, aber genau der schmeckte irgendwie gar nicht, laff, charakterlos. Da lobe ich mir doch den Mürbeteig von Lea Linster , deren Rezept für Rhabarbertarte (Foto links) Eva Deichrunner hier vorgestellt hatte: Einfach zu verarbeiten, knusprig-süß. Dazu ein mandeliger Sahne-Ei-Guss – hmm, köstlich! Dagegen war der Rhabarber-Pie (Foto unten) dann doch eher ein Flop…
Hmm, so lange blogge ich schon??? Drei Spargelmenüs habe ich im Crockyblog bereits vorgestellt – naja, eigentlich nur jeweils Vor- und Hauptspeise, denn beim Hauptgang ändert sich nix: Spargel mit Schinken und Hollandaise, dazu neue Kartoffeln. Genauso hätte es auch in diesem Jahr sein sollen, wenn ich nicht zwei Stunden, bevor meine Stammtisch-Frauen eintrafen, festgestellt hätte, dass mein großer Spargeltopf nicht da war – verliehen! Wie also den Spargel kochen? Gar nicht – denn mir kam Ilkas und Ullis Rezept für Spargel in der Folie in den Sinn. Eine ideale Zubereitungsweise für Gäste: Die Herdplatte bleibt frei für anderes und die Portionspäckchen lassen sich wirkungsvoll servieren. Zum Auftakt gab es diesmal Frittata mit Grünspargel auf Rucolasalat, das Dessert bildete die bereits verbloggte Rhabarbermousse.
Dass es Frühling wird, merkt man weniger an den aktuellen Temperaturen als an der Rezeptauswahl der Foodblogs: Allerorten werden Spargel, Bärlauch oder Rhabarber zubereitet – oder alles auf einmal: Bei uns gab es gestern nach Spargel auf Bärlauchschaum (Rezept folgt) eine locker-cremige Rhabarbermousse. Das Original vom Chefkoch habe ich fast unverändert gelassen – allerdings brauchte unser supersaurer Rhabarber wesentlich mehr Zucker, den Zitronensaft habe deswegen auch weggelassen. Ich habe die Förmchen gestürzt und marinierte Erdbeeren dazu serviert – die Familie war begeistert. Vor allem, da die Mousse so schön glatt war und keine Rhabarberfäden enthielt, was den verwöhnten Nachwuchs beim Crumble immer so stört…
Lange habe ich es gesucht, das perfekte Rhabarberkuchenrezept. Nicht zu herb darf das Ergebnis sein, nicht zu suppig und Baiser (bääh!) geht schon mal gar nicht. Ideal wäre ein Blechkuchen – denn bei einer großen Familie und reichlich Kaffeebesuch kommt man mit 12 oder 16 Stückchen nicht arg weit. Bis auf die letzte Prämisse klang der hochgelobte Rhabarberkuchen mit Vanillecreme beim Chefkoch vielversprechend, also habe ich kurzerhand die Mengen verdoppelt angepasst: Teig und Füllung mal 2, Streusel mal 1,5, denn die schienen mir sehr reichlich bemessen. Und, was soll ich sagen – ich glaube, ich habe den für uns perfekten Rhabarberkuchen gefunden
Es ist Rhabarberzeit. Wer’s bislang noch nicht wusste, kommt spätestens drauf, wenn er/sie sich durch die deutschen Foodblogs liest: Genial Lecker backt einen Rhabarber-Streusel-Kuchen, Genußmousse serviert (passend zum Namen!) zwei Arten geeister Rhabarbermousse und Petra von Brot und Rosen bringt eine Rhabarbertorte mit Joghurtcreme auf den Tisch. Und der Gärtnerblog startet ein Garten-Kochevent “Rhabarber”.
Da möchte ich auch gern mitmachen
Bei uns gab es heute als üppigen Nachtisch nach einer sparsamen Nudelsuppe einen “Rhubarb Crumble”, lauwarmen Obstauflauf. Hmm, vanillig-süßer Rhabarber, darüber zimtige Streusel und etwas Sahne – kann ich nur empfehlen!




