Backen statt Kochen: Comte-Mini-Cheesecakes mit Tomatensalat

comte_cheesecake7

Habe nur ich diesen Eindruck oder kommt es Euch auch manchmal so vor, als gäbe es zwei Küchenfraktionen? Zum einen das Team Backen, dem der luftigste Hefeteig, aber kein Steak gelingt  – zum anderen das Team Kochen, das im Halbschlaf Hollandaise aufschlägt, aber schon an Knack-&Back-Brötchen scheitert. Ich zähle mich jedenfalls zur ersten Gruppe. Zum Beispiel weil ich eine gewaltigen Respekt vor großen Fleischstücken habe („Ich kann keine Braten“ war der allererste Satz auf diesem Blog, anno 2006!). Und weil ich mich immer wieder erwische, dass ich Zutaten nicht verkoche, sondern verbacke. Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten? Team Kochen würde daraus eine Ratatouille schmurgeln, ich backe eine Ratatouille-Quiche. Rosenkohl, Maronen? Nein, bei mir wirds keine Beilage zur Ente, sondern eine Tarte, in die auch geräucherte Entenbrust passt.

comte_cheesecake4

Auch beim lecker Bloggerwettbewerb mit COMTÉ lief es wieder so ab: Hmm, französischer Rohmilchkäse. Wahlweise mild oder pikant. Was könnte man damit machen? Der Gedanken an Käsesuppe, Gratin, Mahlzeitsalat kam mir erst gar nicht. Dafür der: Käsekuchen! Und zwar im Miniformat, aus der lange vernachlässigten Muffinform – pikant und mit sommerlich frischem Tomatensalat garniert. Ausprobiert und ja, funktioniert bestens und ergibt sehr hübsches Fingerfood, das sich bestens für Gäste vorbereiten lässt. Je nachdem, ob ihr jungen oder älteren Comte verwendet, habt ihr milden oder kräftigen Käsegeschmack. Weiter lesen

Aus dem Slowcooker: Pfirsich-Mango-Marmelade

Pfirsichmarmelade aus dem Slowcooker

Marmelade im Slowcooker kochen – warum macht man das? Um zu beweisen, dass es geht. Nee ernsthaft: Ich habe tatsächlich einen guten Grund entdecken können, im Crocky Konfitüre zuzubereiten. Es schäumt nämlich nicht!!!!  Allerdings kocht es auch nicht sprudelnd, daher würde ich dieses Verfahren nur für den 1,5-l-Slowcooker und geringe Mengen vorschlagen. Und die resultierenden drei Gläschen auch nicht für langes Lagern vorsehen, sondern gleich verbrauchen oder – wie ich – verschenken. Fazit: Wenn man kleine Obstportionen aufbrauchen möchte und keine Zeit hat, den Herd zu beaufsichtigen, werde ich tatsächlich den Slowcooker zum Marmeladekochen nehmen. Das Verkochen größerer Obstmengen erledige ich aber weiterhin konventionell in meinem großen Metalltopf, allein schon um sicherzugehen, dass alles sprudelnd gekocht hat.

Weiter lesen

Rhabarber-Erdbeer-Kompott aus dem Slowcooker

Rhabarberkompott aus dem Slowcooker

Kompott aus dem Slowcooker? Wieso sollte ich das machen? Das ist doch in 15 Minuten auf dem Herd fertig und so lange, äh, kurz, kann ich mich auch an stressigsten Tagen daneben stellen… So habe ich noch vor zwei Wochen getönt, als Anleitung und Fotos durch diverse Facebook-Slowcooker-Gruppen geisterten. Doch als der Hype nicht abebbte und ich sowieso Rhabarber und Erdbeeren zuhause hatte, probierte ich es aus. Und was soll ich sagen? Aus dem Slowcooker schmeckt Rhabarberkompott tatsächlich um Klassen besser – vermutlich weil der Rhabarber Zeit hat, Saft zu ziehen, kein weiteres Wasser zugefügt wird und Aromen nicht verfliegen, sondern sich entwickeln. Genau wie der Eierlikörkuchen ist also auch dieses Rezept nicht mein Verdienst, sondern ein Produkt der Schwarmintelligenz vieler Crockpot-Köchinnen. Dankeschön dafür! Weiter lesen

Einmachzeit: Aprikosen-Pfirsich-Aufstrich mit Holunder

Aprikosenmarmelade

Vor zwei Jahren ist das Bauernsträßlein vor unserem Haus Sackgasse geworden. Das hat Nachteile (die Schnellstraße in 100 Metern Entfernung mit entsprechender Geräuschkulisse wurde eröffnet), aber auch Vorteile. So gehören seitdem Hecken/Bäume/Büsche ganz allein uns. Zuvor wurden Blüten/Früchte/Beeren üblicherweise von Horden durchradelnder, gieriger Pensionäre geplündert – meist exakt einen Tag vor meinem ins Auge gefassten Erntedatum. Jetzt habe ich alle Holunderblüten für mich allein – und in meiner Gier (ich bin auch nicht besser als diese Pensionäre :-) ) so viel Holunderblütensirup angesetzt, dass ich jahrelang Hugo-Orgien feiern könnte. Also musste ich nach Zweit– und Drittverwertungsmöglichkeiten suchen – und diese köstliche Konfitüre ist eine davon. Schmeckt wirklich wunderbar und irgendwie „vielschichtiger“ als Aprikose pur. Weiter lesen

Sommer-Dessert: Zitronen-Tiramisu

Zitronen-Tiramisu

Bei Magentratzerl scheint man etwas von Tiramisu zu verstehen. Nicht nur, dass Susanne (genau wie ich) die Lafer-Version des Kaffee-Mascarpone-Desserts sehr schätzt, jetzt hat sie auch noch eine göttliche Sommerversion hervor gezaubert: Zitronen-Tiramisu. Darin konnte ich hervorragend den gerade angesetzten Holunderblütensirup verwerten. Weil ich nicht mehr genügend Mascarpone vorrätig hatte, habe ich die Creme mit Quark (20%) gestreckt – ich fand, das tat ihr ausgesprochen gut und macht sie weniger mächtig. Auf Wunsch meiner Familie habe ich den Löffelbisquit-Anteil erheblich verringert. „Die blöden Kekse“ mag man hier nicht und mein Sohn wünscht sich seit Jahren zum Geburtstag als Lieblingsnachtisch „Tiramisu, aber nur die Creme!“  Weiter lesen

World Bread Day: Würziges Faltenbrot

Würziges Faltenbrot
World Bread Day 2014 (submit your loaf on October 16, 2014)Okay, okay – eigentlich ist es Spielerei und als EIN Stück schmeckt selbst gebackenes Brot sicherlich nicht schlechter. Nichtsdestotrotz gerate ich immer aus dem Häuschen, wenn ich wieder irgendwo ein gezupftes, gefaltetes, gekugeltes oder sonstwie portionsweise geformtes Brot sehe (hier gibt es übrigens gleich 42 Inspirationen). Es hat sowas Gemütliches, wenn man sich mit den Händen eine Portion vom noch lauwarmen Brot abreißt, genüsslich noch etwas Kräuterbutter drauf streicht und währenddessen zum Grill schielt, ob das Fleisch nun langsam fertig ist. Auch wenn die BBQ-Saison nun vorbei ist – meine Vorliebe für dieses simple Brot ist es nicht. Daher wird es mein Beitrag zu Zorras Bread Baking Day!

Weiter lesen

Honig-Rosmarin-Parfait mit Blaubeersauce

Honigparfait

Wer schreibt/redigiert und lektoriert solche Rezepte? Lecker.de empfiehlt ein Honig-Rosmarin-Parfait a la Christian Rach, in dem 4 Eigelb, zwei Eier, 250 g Honig und 500 g Sahne verwendet werden, für 4 Personen. Denen dürfte hinterher kotzübel sein, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Honig mit acht ganzen Rosmarinzweigen (nicht Nadeln!) aromatisiert wird – Hustensaft lässt grüßen. Auf dem Lecker-Foodfoto wiederum wird das Halbgefrorene nicht mit – wie im Rezept angegeben – vier weiteren Rosmarin-, sondern mit Thymianzweigen dekoriert. Ganz großes Kino!

Weiter lesen

Nachgebacken: Aprikosentarte mit Mandelcreme

Aprikosentarte

Die Kochzeitschrift „Lecker“ finde ich gar nicht mehr lecker – seitdem sich die Redaktion mehrfach von meinen Rezepten hat inspririeren lassen (inklusive 1:1 nachgestelltem Fotomotiv), aber sich nicht mal einen Link oder ein „Gesehen bei“ herausquälen konnte. Genausowenig berücksichtige ich Rezepte von „Margots & Volkers Kochbuch“ (das vor allem durch juristische Tätigkeiten bekannt wurde) oder von unübersichtlichen Mega-Monster-Seiten wie Kochbar oder Das Kochrezept. Letztendlich lande ich auf der Websuche nach brauchbaren Ideen eigentlich immer bei Koch- und Backblogs, bei denen die SchreiberInnen Klasse statt Masse präsentieren, selbst ausprobiert haben, was sie da vorstellen und das (im Idealfall) auch noch nett oder amüsant erzählen. Wenn also jemand wie Petra von Chili und Ciabatta eine „unbedingte Nachbackempfehlung“ für eine Aprikosentarte mit Mandelcreme ausspricht, ist das der Ritterschlag für das Rezept und da muss ich mich nicht mehr durch seitenlange Google-Suchergebnisse klicken. Anders als Petra habe ich aber keinen fertigen Blätterteig, sondern selbstgemachten Mürbeteig a la Lea Linster geknetet und blind gebacken. Ansonsten kann ich ihr nur zustimmen: „Mich begeistert jedes Mal wieder das Zusammenspiel von süßer Mandelcreme und säuerlichen Früchten“. Also auch von mir, wenn ihr Aprikosenkuchen essen möchtet: Unbedingte Nachbackempfehlung! Weiter lesen

Schnell und schön: Mandel-Honigjoghurt mit Pfirsichpüree

Offizielles Mitglied der Friends of Glass bin ich zwar nicht, aber eine sehr große Freundin von Glas(-Gläschen).  Fast 100 Stück kabe ich inzwischen gesammelt und serviere darin Suppen, Salate und Nachtische. Portionsgläschen sind soviel hübscher als große Schüsseln oder Terrinen, finde ich… Bei meinem orientalisch angehauchten Geburtstagsbuffet für 25 Personen gab es daher außer dem Salat auch das Dessert im Kleinformat. Das geht schnell, sieht gut aus und geschmeckt hat es auch – sehr sommerlich und nicht so süß. Weiter lesen

Rettet dem Hefeteilchen: Sommerliche Streuseltaler

Streuseltaler mit Heidelbeeren

Vor kurzem machte Jutta bei Facebook per Linktipp auf das Schicksal der in Vergessenheit geratenen Grillaschtorte aufmerksam. Recht hat sie! Da backen wir (ich rechne mich ausdrücklich an allererster Front mit ein!)  Cupcakes, servieren Scones, formen Cookies und vergessen darüber die Kuchenklassiker unserer Kindheit. Daher möchte ich gerne eine weitere Art auf die rote Liste setzen: Das klassische Hefeteilchen, wie man es früher tablettweise vom Bäcker holte. Der Anlass war entweder freudig (unangekündigter Besuch, Samstag, Papa in Spendierlaune) oder tieftraurig (Beerdigungskaffee). Letztere musste ich häufig als Chauffeurin meiner Oma besuchen – ein damals tiefempfundener Eingriff in meine Freizeitplanung, den die  Rosinenschnecken, Puddingbrezeln oder Streuseltaler wenigstens etwas versüßten. Weiter lesen