Gibt’s die Aktion “Kleine Kuchen” eigentlich noch? Falls ja, freut es mich – falls nein, danke ich der Hedonistin für die gute Idee und die viele Arbeit, die sie sich gemacht hat! Dieser Pfirsich-Pie mit feiner Mandelnote ist auch ohne Blogevent einen Beitrag wert – allerdings bedeutet kleiner Kuchen in diesem Fall nicht wenig Arbeit. Im Gegenteil: Der bröselig-knusprige Pieteig ist etwas knifflig und muss mühsam in die kleine 20-cm-Springform gefieselt werden. Für die Füllung habe ich die Pfirsiche gehäutet, bevor ich sie mit Amaretto aromatisiert und mit etwas Speisestärke überpudert habe. Weniger empfindliche Gemüter sparen sich das Überbrühen, aber “samtige Pfirsichhaut” lässt mich – kulinarisch gesehen - erschaudern und ich kann sie roh kaum anfassen. Hmm, warum habe ich nicht einfach Nektarinen gekauft???
Wie, Erdbeeren können Reste sein? Ja, das können sie – wenn es die mißgestalteten, nicht gerade superreifen Exemplare sind, die bei der Zubereitung des Erdbeer-Tiramisu übrig blieben. Meine erste Idee, Erdbeer-Käsekuchen-Eis, konnte ich gleich verwerfen – der Gefrierbehälter der Eismaschine stand in der Vorratskammer, nicht in der Kühltruhe
Also etwas backen? In einem meiner älteren Backbücher (Süße und pikante Muffins) wurde ich fündig: Muffins, in denen ich bequemerweise auch den fast abgelaufenen Becher Erdbeer-Joghurt unterbringen konnte. Die Familie verschlang die ersten Muffins noch lauwarm – und so schmeckten sie mir auch am besten, ganz frisch mit einer Tasse Kaffee. Huch, gerade gesehen – Petra hat heute etwas ähnliches gebacken, nur feiner: Erdbeer-Financiers!
Ein grellroter Schokokuchen? Klar geht das – man gebe in den Rührteig neben Kakaopulver, Buttermilch, Mehl, Zucker, Butter und Eiern noch reichlich rote Speisefarbe. So bekommt der in den US-Südstaaten bekannte und beliebte Red Velvet Cake seine Knallfarbe. Vermutlich muss man aber US-Amerikaner sein, um derart hemmungslos mit künstlichen Ingredienzen umzugehen – ich habe mich nur getraut, einen Teelöffel Farbpaste hinzuzufügen. Der optische Effekt war demzufolge kaum wahrnehmbar – aber geschmacklich haben mich die Küchlein überzeugt: Tatsächlich eine samtige Textur, dazu ein “Boiled Frosting”, eine Buttercreme mit weißer Schokolade. Die schmeckt mir eh besser als das klassische Red-Velvet-Frosting, megasüß mit Frischkäse. Nebeneinander in eine Plastikdose gestellt, vertragen die Cupcakes gut einen längeren Transport per Rad oder Auto (zum Beispiel zum Pfingstlager, siehe hier). Daher nenne ich sie als meinen Beitrag zum Blogevent Essen für unterwegs. Und vielleicht versuche ich irgendwann mal, das Rot ohne künstliche Farbstoffe hinzubekommen…
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Dass ich eine Anhängerin amerikanischer Esskultur bin (jawoll, die gibt es!) habe ich schon oft erzählt. Vor allem bin ich eine Anhängerin des amerikanischen Frühstücks, von fluffigen Pfannkuchen, zimtigen Hefeschnecken, käsigen Stratas, Eiergerichten und Speck. Oder von French Toast, der US-Version des armen Ritters und das allererste US-Gericht, dass ich damals nach Rückkehr von meinem US-Stipendium für meine Familie zubereitet habe. Supereinfach und superlecker: Weißbrotscheiben in einer Eiermilch (4 Eier, 225 ml Milch oder Sahne, etw. Vanillezucker, Prise Salz) weichen lassen, in Butter hellbraun braten und mit reichlich Ahornsirup und einigen knusprigen Baconscheiben (jawoll, süß und salzig geht!) servieren. Besonders gut wird der French Toast, wenn nicht einfacher Sandwich-Toast, sondern dieses Cinnamon-Swirl-Bread als Grundlage dient. Ich backe es oft am Samstag und esse die ersten Scheiben frisch mit Butter und Honig, den Rest gibt’s dann am Sonntag als French Toast. Weiter lesen
Streuselkuchen ist etwas typisch Deutsches: Unten flacher Hefeteig, oben buttrige Streusel – so hat ihn meine schlesische Oma immer gemacht. Oma war allerdings keine begnadete Bäckerin und üblicherweise musste man die Stücke in die Kaffeetasse “tunken”, weil sie zu trocken waren
Gut, dass Oma nicht in die neue Welt ausgewandert ist – ihr Streuselkuchen hätte keinen Amerikaner überzeugt, wie es das Backwerk anderer deutscher Bäcker in Brooklyn oder der Bronx offensichtlich tat. Die New Yorker erklärten den Krümelkuchen kurzerhand zu ihrem “New York Style Crumb Cake“, seit Jahrzehnten ist er ein lokaler Favorit. Mit seinem Vorvater, dem deutschen Streuselkuchen, hat er inzwischen allerdings nur noch wenig gemein. Genau wie deutscher Käsekuchen und amerikanischer Cheesecake höchstens entfernt miteinander verwandt sind, besteht der amerikanische Crumb Cake aus Rühr-, nicht aus Hefeteig. Er ist unten fluffig, obendrauf gehört eine großzügige Menge knuspriger, zimtiger Streusel. Ich hab das Rezept vom Blog Piece of Cake allerdings wieder etwas re-germanisiert, indem ich den Teig nach der Rührkuchenmethode hergestellt und die Streusel mit den Händen gekrümelt habe. Im Original werden kleine Kügelchen als Topping geformt (nee, das dauert zu lange!) und trockene und flüssige Teigzutaten unzeremoniell mit dem Mixer verschlagen. Wie auch immer: Der deutsch-amerikanische Streuselkuchen schmeckte großartig, auch noch am nächsten Tag. Beim nächsten Mal würde ich die Streusel ausschließlich mit braunem Zucker herstellen, das macht sie sicher noch knuspriger.
“This could arguably be the best ever cookie dough you will ever make”, hieß es in der Beschreibung des Rezeptes auf der Carnation-Webseite. I’m not going to argue – das ist der beste Cookie-Teig, den ich bisher gemacht habe! “Geheime Zutat” ist eine halbe Dose gesüßte Kondensmilch, die den Teig zwar ganz schön süß macht, aber auch für eine unglaubliche Textur sorgt: Außen sind die Kekse knusprig, innen weich und “chewy”, wie die Amerikaner sagen. Damit das gelingt, dürfen die Teigportionen allerdings nicht zu klein sein und die Backzeit keinesfalls zu lang. Statt der TK-Himbeeren und weißer Schokolade habe ich als Belag gesalzene Macadamia-Nüsse, weiße Schokoladenbrocken und Stücke von Karamelbonbons gewählt – dekadent, aber so lecker, dass die Kekse nach einem Nachmittag schon verschwunden waren. Genausogut vorstellen kann ich mir Haselnüsse, Mandeln, dunkle Schokolade, getrocknete Kirschen oder Cranberries, M&M’s. Dieses Cookierezept wird mein neuer Standard! Weiter lesen
Senf, Majonaise, Grapefruits: Einige Zutaten, die ich früher verschmähte, esse ich inzwischen ausgesprochen gerne. So auch Hülsenfrüchte: Ihre mehlige Textur ließ mich als Kind würgen, heute empfinde ich den sämig-magenfüllenden Effekt als “Wärme von Innen” – also Soulfood im besten Sinne des aktuellen Blogevents im Kochtopf. Als meinen Beitrag melde ich daher diese Schwarzbohnen-Suppe, die einem Gericht der US-Restaurantkette TGI Friday’s nachempfunden ist. TGIF setzt auf typisch amerikanische Küche (Sandwiches, Burger, Steaks, Seafood) und peppt diese zeitgemäßig-trendig auf. Mir gefällt die Speisekarte – aber nachdem das einzige deutsche TGIF in Berlin geschlossen wurde (es war mit seinem eingeschränkten Angebot eh ein besseres McD), bleibt nur selbst kochen. Das Copycat-Rezept für die Black Bean Soup, ein Klassiker aus den Südstaaten, stammt von der Recipezaar-Seite. Ich habe es für den Crockpot umgewandelt, denn gerade getrocknete Bohnen lassen sich prima im Slowcooker garen. Wer keine schwarzen Bohnen bekommt (TIpp: türkischer Gemüsehändler), kann auch Kidneybohnen verwenden.
Was Kochbücher angeht, so kaufe ich lieber Standardwerke wie das oder das
hier statt Rezeptkollektionen von Promis mit oft kurzer Halbwertszeit und manchmal geringem Nutzwert. Aber wenn Jamie Oliver über Amerika
schreibt, komme ich selbstredend daran nicht vorbei – schließlich ist die US-Küche meine erste kulinarische Liebe, ich konnte eher Brownies als Bisquitboden backen! Ich habe also bestellt – und es nicht bereut: Schon beim ersten Durchblättern haben mich die wunderschönen atmosphärischen Fotos und die sympathischen Begleittexte zu Regionen (New York, Louisiana, Arizona, Los Angeles, Georgia, Wildwest) und Rezepten begeistert. Jamie selbst hat sich für meinen Geschmack zu oft im Bild platziert – typisch Promi-Kochbuch eben. Aber das Layout ist frisch und übersichtlich, Schriften und Farben symbolisieren mit viel Rot und Blau förmlich “USA”.
Wenn bei Rezepten 50 Gramm von irgendetwas benötigt werden, das es nur in 200- oder 500-Gramm-Gebinden zu kaufen gibt, ärgert mich das. Denn dann führt ein Rezept zum nächsten (nur zum Reste-Aufbrauchen natürlich) und dann wieder zum nächsten… Zumindest bei diesen Brownies habe ich den Teufelskreis durchbrochen, indem ich statt der vorgeschlagenen Schoko-Ganache die restliche Mascarpone als Frosting verwendet habe. Das schmeckte sehr lecker vanillig-schokoladig und sah am ersten Tag aus wie auf dem Foto – am zweiten hatte sich die Glasur etwas verfestigt und die Feuchtigkeit war in den Schokoteig gezogen. Das sah zwar nicht mehr ganz so schön aus, aber es schmeckte eher noch besser. Dieses Brownie-Rezept kommt definitiv in den Ordner “Familienfavoriten”!
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Dass ich das optimale Cupcakes-Rezept noch nicht gefunden habe, hatte ich ja hier schon beklagt. Aber irgendwie hat es mir keine Ruhe gelassen: Es muss doch auch Cupcakes geben, die so gut schmecken wie sie aussehen und nicht nur widerlich süß sind? Diese hier sind zumindest ein Schritt in die richtige Richtung: Die Törtchen sind zwar eher muffin-fest als cupcake-fluffig, aber dafür geschmacksintensiv. Die Kombination aus Banane, Ananas, Kokos und etwas Nussbiss ist in den US-Südstaaten als Hummingbird-Cake (Kolibri-Kuchen) bekannt. Dort gehört auf Hummingbird-Cake üblicherweise Creamcheese-Frosting, aber das mag ich nicht: Verwendet man weniger Puderzucker, ist es zu dünn, verwendet man die vorgegebene Menge, lässt es sich gut verarbeiten, aber nicht essen
Die weiße Trüffelcreme, eine Art veredelte Pudding-Buttercreme, schmeckte dagegen ausgesprochen gut, war cremig-süß, aber nicht widerlich. Unter meiner Lieblings-Glasglocke hielten sich die Törtchen drei Tage lang frisch.
Mein Verhältnis zu Cupcakes, den feinen Verwandten der robusten Muffins, ist ein ambivalentes. Einerseits finde ich die Törtchen superhübsch, und das Potential für Dekoration ist gewaltig. Andererseits habe ich bislang noch keinen Cupcake probiert, der geschmacklich hielt, was er optisch versprach: Rührteig-Küchlein mit viel zu süßer Cremehaube eben. Ja, sogar mir zu süß, obwohl ich mich sonst vor amerikanischen Brownie-Rezepten mit 450 Gramm Zucker nicht bange mache. Bislang am besten gefielen mir noch Cynthia Barcomis geheimnisvolle Schokoküchlein (da vor allem das Frosting) und der Teig der Oreo Cupcakes. Und das bleiben weiterhin die besten Ergebnisse, denn diese Bananen-Cupcakes mit Ganachecreme waren erneut keine Offenbarung: Der Teig bananig-süß (etwas für Kinder), die Haube sehr herb-schokoladig (also mehr für Große). Beides einzeln ganz ok, aber in Kombination nicht so toll. Aber immerhin sah es toll aus – Cupcakes eben!
Dieser Apfelkuchen ist das genaue Gegenstück zu dem von vorgestern: Voller Apfelgeschmack statt subtiler Apfelnote, fest statt locker, aufwändig statt einfach. Vor allem der Teig ist etwas kompliziert zu handhaben: Er klebt und bricht gern, darf aber keinesfalls gründlich geknetet werden. Sonst wird er zäh und nicht so knusprig-bröselig, wie die Amerikaner (und ich
) ihn schätzen. Wer die Mühe der Zubereitung auf sich nimmt, sollte auch die Geduld aufbringen, den Kuchen komplett auskühlen zu lassen. Erst dann ist die Füllung semi-fest und läuft nicht aus der Teighülle. Dieser Apple Pie schmeckt hervorragend mit einem Klecks Sahne oder einer Kugel Vanilleeis. Wer mag, kann getrocknete Cranberries (siehe Foto), Rosinen oder statt Ahornsirup einen Esslöffel Bourbon in die Füllung geben. Weiter lesen



